Modellprojekt „Energiehaus“ - Kommunales Energiemanagement

Abb. 1: Photovoltaikmodule auf einem Flachdach
 
Abb. 2: Batterien im Regal [Wikipedia]
Herausforderungen und Chancen für die Stadt Aken (Elbe)
„Energiemanagement ist eine direkte Handlungsmöglichkeit einer Kommune, Ressourcen und damit Geld zu sparen.“ Aus dem Blickwinkel der Haushaltskonsolidierung eröffnete der Geschäftsführer der Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt GmbH (LENA) das 6. Landesnetzwerktreffen „Energie & Kommune“ am 21. April 2016 in Schönebeck.
Der Bürgermeister der Stadt Aken hatte zu diesem Treffen zwei Vorstandsmitglieder der Akademie für Energie und Umwelt (AfEU e.V.) entsandt, um Ideen zu sammeln, Erfahrungen auszutauschen, und Erkenntnisse zu erlangen, wie bereits andere Kommunen Management- und energieeffiziente Systeme eingeführt und davon profitiert haben.

Wichtigste Erkenntnisse des 6. Landesnetzwerktreffens
Die Grundlage für ein kommunales Energiemanagement bildet die IST-Aufnahme aller vorhandenen Ressourcen und Potentiale sowie die Ermittlung des Gesamtenergiebedarfs in den kommunalen Strukturen. Von besonderer Bedeutung sind die selbstgesteckten Ziele der Kommune, denn nur wenn diese konkret beschrieben und mit Maßnahmen untersetzt sind, lassen sich die Ergebnisse deren Umsetzung bewerten. Die Vertreter anderer Kommunen präsentierten eine Vielzahl an Praxis-Beispielen, wie auch mit organisatorischen bzw. nicht- und geringinvestiven Maßnahmen Einsparungen erzielt werden konnten. Ein wichtiges Instrument für die Kommunikation zwischen der Verwaltung und dem Bürger wäre ein kommunaler Energiebericht.
Auch die Stadt Aken möchte sich im Rahmen der kommunalen Daseinsvorsorge dem Erhalt und der Entwicklung städtischer Infrastrukturen widmen und stellt sich aktiv den Prozessen der Energiewende auf kommunaler Ebene. Dass die Stadt Aken dem Thema der erneuerbaren Energien aufgeschlossen gegenüber steht, verdeutlicht die im März 2016 unterzeichnete Kooperationsvereinbarung mit dem AfEU e.V. über die Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie zur Nutzung der ehemaligen Elbeschule als Energieknotenpunkt und Kompetenzzentrum für erneuerbare Energien. Dem vorangegangen war eine vom Bürgermeister initiierte Ideenwerkstatt zu möglichen Nutzungsoptionen des ehemaligen Schulgebäudes.

Ausstattung der Elbeschule mit Aggregaten der erneuerbaren Energie
Im Rahmen der Machbarkeitsstudie untersucht der AfEU e.V. die Möglichkeiten der Solarstrom- und Solarwärmegenerierung, Elektroenergiespeicherung, Wasserstofferzeugung sowie die Abwärmenutzung aus dem Abwasser des umliegenden Wohngebietes.
Konkret erarbeitet sie Vorschläge zur technischen Ausstattung der ehemaligen Elbeschule, ihres Hofes und Daches mit Einrichtungen der erneuerbaren Energie, wie u.a. Solarmodule, Windkonverter, Elektroakkumulatoren, Brennstoffzellen, Wärmepumpen, Warmwasserspeicher sowie ihre Einbindung in die vorhandene Infrastruktur (Heizkraftwerk, Trafostation, Abwassersystem).
Eine Idee des Projektes ist u.a. der Aufbau eines Photovoltaik-Systems und die Stromspeicherung für die Harmonisierung von Angebot und Nachfrage an erneuerbarer Elektroenergie sowie die Zurverfügungstellung für alle Bedarfe des täglichen Lebens im Neubaugebiet.

Abb. 1: Solar-Module für ein Bürgerkraftwerk [Bundesbaublatt]

„Als Bürgerkraftwerk bezeichnet man in der Regel eine von Privatpersonen gemeinschaftlich betriebene Photovoltaikanlage, seltener auch eine Solarthermie-Anlage. Es handelt sich dabei um eine Beteiligungsgemeinschaft, in der die einzelnen Personen Beiträge investieren, um eine gemeinsame Solaranlage bauen und betreiben zu können.“[Wikipedia]
Mit Blick auf eine mögliche Einbindung der geplanten Solarparks auf den Altdeponien in Chörau und Aken erscheint nach Auffassung der Akademie auch die Abschätzung der vorläufigen Investitionskosten und die Ermittlung der Amortisationszeiten der zum Einsatz kommenden Technologien interessant für die kommunalen Eigenbetriebe der Stadt Aken sowie andere mögliche Investoren.

Abb. 2: Akkumulatoren zu einem System verschaltet [Wikipedia]

Sachdienliche Hinweise nehmen wir gerne entgegen.

Johannes Kardos und Sören Wölk
Akademie für Energie und Umwelt e.V.
www.akademie-dessau.de; eco-academy@live.de
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1 Kommentar
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Béatrice Haas aus Dessau-Roßlau | 14.11.2016 | 12:50   Melden
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