Rund um das Körperfett: Die hartnäckigsten Mythen und die Wahrheit

(Foto: Franziska Gabbert)
Die Polster an Bauch und Bein nerven so manche Frau. Aber auch Männer haben an verschiedenen Stellen mit zu viel Körperfett zu kämpfen. Regelmäßig zum Jahreswechsel nehmen sich zahlreiche Menschen vor, gesünder zu leben, mehr Sport zu treiben und vor allem abzunehmen. Doch so mancher sitzt hier verschiedenen Mythen auf, die sich immer noch hartnäckig halten. Dabei ist es nicht schwer, Mythos und Wahrheit rund um das Thema Körperfett auseinanderzuhalten.

Massage, Schweiß und sanftes Training: Diese Mythen halten sich

Sei es der Bequemlichkeit geschuldet oder dem inneren Schweinehund. So mancher Abnehmwillige begibt sich auf den Holzweg durch Glauben irrsinniger Theorien, wie man das ungeliebte Körperfett loswerden kann. So denkt so mancher, dass die Muskeln fett werden, wenn kein Sport betrieben wird. Tatsächlich werden sie nach dem Trainingsstopp jedoch schwächer. Andere denken, dass nur sanftes Training Fett verschwinden lässt – wissenschaftlich in keinster Weise bewiesen. Ein weiterer Mythos ist der Irrglaube der lokalen Fettverbrennung. Das bedeutet, dass die Stellen, die intensiv trainiert werden, auch an Fett verlieren. Viele Sit-Ups würden demnach das Bauchfett schmelzen lassen. Unfug, sagt die Wissenschaft. Körperfett kann nicht gezielt an bestimmten Bereichen reduziert werden. Gefährlich ist der Mythos, dass es besser ist, je weniger Körperfett existiert. Denn der Organismus braucht das Fett auch – eine zu starke Reduzierung kann daher auch sehr ungesund sein. So mancher Sportler glaubt auch, dass viel Fett verbrannt wird, wenn viele Schweißperlen die Haut herunter rinnen. Doch Schweiß hat nichts mit Fettabbau zu tun. Ebenso kann auch eine Massage dieses nicht reduzieren. Dieser letzte Mythos ist mit Sicherheit der Bequemlichkeit mancher geschuldet.

Die unbequeme Wahrheit: Nur Sport und Ernährung hilft

Viele Mythen klingen bereits irrwitzig, manche sind jedoch auch gefährlich. Doch Tatsache ist, dass Fett nicht nur schlecht ist. Im Gegenteil: Es ist für den Körper in vielerlei Hinsicht sogar lebensnotwendig! So dient es unter anderem der Wärmeisolierung, als Energiespeicher, als Polsterung, Schutz der Organe und vielem mehr. Ohne Fett könnte der Mensch nicht sitzen (Polster am Po) und ebenso nicht laufen (Polster an der Fußsohle). Wir würden dauerhaft frieren und müde sein.
Daher ist es wichtig, einen gewissen Anteil an Körperfett zu bewahren. Wie viel? Das hängt von einigen Faktoren ab. Alter und Geschlecht spielen unter anderem eine Rolle. Ein Baby braucht mehr Fett als der erwachsene Mensch und die Damen haben einen anderen Stoffwechsel als die Männer. Ebenso gibt es verschiedene Körperbauformen, die den optimalen Fettanteil ebenso beeinflussen. Wie viel Körperfett ist nun richtig? Tabellen für detaillierte Aussagen gibt es hier. Wer weiß, was das angestrebte Ziel ist, sollte sich danach mit der wahren Körperfettreduktion beschäftigten. Zunächst gilt es, den eigenen Anteil zu bestimmen. Dies kann mit mehreren Verfahren erzielt werden. Einige von ihnen sind beispielsweise die Caliper-Hautfaltenmessung, eine Körperfettwaage und die Bauchumfangsmessung. Danach hilft weder Massage, noch gemütlicher und langsamer Sport, um das vorhandene Körperfett zu vernichten. Es gibt nur drei Wege, wie dies abseits aller Mythen wirklich geschehen kann: 1. mit der Ernährung weniger Kalorien aufnehmen, als gebraucht werden, 2. mit Sport mehr Kalorien verbrauchen und 3. beide Wege zu kombinieren. Letzteres ist am effektivsten, da gleichzeitig Fettreserven abgebaut und Muskeln aufgebaut werden, die dauerhaft mehr Kalorien verbrauchen und so neuen Fettpölsterchen vorbeugen. Ein ausgewogenes Training und eine Mischung zwischen Cardioeinheiten und Kraftübungen führen hier zum Ziel.

Also: Ist es wieder Jahreswechsel? Kommen die guten Vorsätze wieder zum Vorschein? Nicht nur dann, auch zu anderen Gelegenheiten bietet es sich an, dem Speckröllchen am Körper den Kampf anzusagen. Wer dabei jedoch jetzt noch an die bequemen Mythen glaubt, ist selbst schuld!
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3 Kommentare
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Jacqueline Koch aus Eisleben | 29.12.2015 | 14:59   Melden
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Roland Worch aus Aschersleben | 30.12.2015 | 08:13   Melden
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Dang Gi aus Abberode | 23.08.2016 | 16:05   Melden
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