Riesenvögel brummen über der Allstedter Heide

Nach der Landung ist eine Triebwerkskontrolle angesagt.
Wer sich aus Richtung Querfurt kommend Allstedt im Landkreis Mansfeld-Südharz nähert, der hört Flugmotoren brummen. Donnerstags kann man sogar die Uhr nach den Fliegern stellen. Immer vormittags schweben sie ein, die Transall der Bundeswehr. Die graugrünen Riesenvögel gehören zum Lufttransportgeschwader LTG 62, das in Wunstorf am Steinhuder Meer stationiert ist und die Start- und Landebahn des Flugplatzes Allstedt fürs Landetraining nutzt. Regelmäßig zu Gast sind die Transportflieger der Bundeswehr auch bei den Flugplatzfesten. Und da gibt es den Riesenvogel zu bestaunen.
Während die Transportflieger nur hin und wieder Gäste auf dem Flugplatz sind, fühlt sich die Nationalmannschaft der Motorkunstflieger wie zu Hause. Wie in Dessau wird auch über der Allstedter Heide regelmäßig trainiert. Nahezu 30 Piloten haben ihr Fluggerät in Allstedt stationiert, betrachten den Flugplatz als ihren „Heimatflughafen“. Inzwischen hat sich der Allstedter Flugplatz zu einem Wirtschaftsfaktor für die Region entwickelt. Rund 8000 Flugbewegungen im Jahr registrieren die Flugplatzbetreiber. Zahlreiche Charterflüge haben ihren Start- und Zielort in Allstedt (Funkadresse Allstedt Info), eine Flugschule bildet Piloten aus und so manches dringend benötigte Organ wurde für die Krankenhäuser der Umgebung schon eingeflogen. Trotz vieler Unkenrufe geht es weiter. Die Landerechte sind vorerst durch die Eigeninitiative der Nooren-Brüder, denen das Areal gehört, gesichert. Bürokraten und Kommunen müssen sich nun schnell einigen, damit der Flugplatz für die Region erhalten bleibt. Denn mit dem Flugplatz hat die Region um Sangerhausen eine ganz direkte Anbindung „an die Welt“. Ein Standortvorteil. Den auch immer mehr Unternehmen nutzen und der auch für das an der A 38 geplante Industrie-Gebiet eine Rolle spielen dürfte.
Der ehemalige Militärflugplatz wurde 1956 von April bis Oktober für die sowjetischen Luftstreitkräfte errichtet. Das erste Flugzeug startete im Spätsommer des gleichen Jahres. Der militärische Deckname für die Basis der sowjetischen Frontfliegerkräfte lautete „Wodoem“, was so viel wie Wasserbecken bedeutet. Stationiert waren vor allem Kampfjets „Suchoi“ und Kampfhubschrauber. 1992 verließen die inzwischen russischen Fliegerkräfte das rund 500 Hektar große Areal. Mehrere Versuche auf der Allstedter Heide Gewerbe anzusiedeln scheiterten. Ein Teil der Flächen gehört jetzt den Gebrüder Nooren. Der Flugplatz ist heute als Sonderlandeplatz für Flugzeuge mit einem Abfluggewicht bis 5700 Kilogramm klassifiziert. Das Flugplatzgelände liegt 284 über dem Meeresspiegel und umfasst etwa 18 Hektar.
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