Ein Besuch in Allstedt

Blick auf Burg bzw. Schloss Allstedt
 
Blick vom Burgberg auf die Stadt Allstedt
Allstedt: Burg Allstedt | Majestätisch erhebt sich über der Stadt die Burg- bzw. Schlossanlage von Allstedt. Nur etwa 60 Kilometer von Halle entfernt befindet sich einer der bedeutendsten Erinnerungsorte an Thomas Müntzer.
Die erste Erwähnung der Burg als „urbs Alstediburg“ datiert auf die Zeit um 875. Der älteste noch vorhandene Teil, die Pulverkammer von 1240 kann besichtigt werden und die imposante Burgküche von 1460/1480 mit dem größten funktionstüchtigen Kamin in einer Burg in Deutschland ist ebenfalls sehenswert. Als Kaiserpfalz bei den Herrschenden sehr beliebt, weilten zahlreiche Könige und Kaiser mit ihrem Hofstaat in Allstedt, Reichstage wurden hier abgehalten. Die Burganlage erfuhr -entsprechend dem jeweiligen Zeitgeist - immer wieder Um- und Erweiterungsbauten, Mitte des 16.Jahrhunderts erfolgte der Ausbau zum Renaissanceschloss, nach 1691 zum Barockschloss. Insofern bietet der Aufbau der heutigen Anlage einen interessanten Einblick in die Baugeschichte, die im neu gestalteten Museum ausführlich dargestellt wird.
Dem Wirken Thomas Müntzers in Allstedt ist ein neu gestalteter Ausstellungsabschnitt gewidmet. Nachdem bereits 1975 ein Museum anlässlich des 450.Jahrestages des Bauernkrieges eingeweiht worden war, machte es sich erforderlich, die Inhalte der Ausstellung zu überarbeiten, was 1989 geschah. Die heutige -neu konzipierte- Müntzer- Ausstellung erhielt im April 2014 den Sonderpreis „Straße der Romanik“ des Ministeriums für Wissenschaft und Wirtschaft Sachsen-Anhalt.
In den Chroniken des Bauernkriegs spielt Allstedt zu Recht eine bedeutende Rolle, auch wenn nicht mehr in allen Schul-Geschichtslehrbüchern der Gegenwart. Aber der Aufenthalt Müntzers im Ort, die Gründung des immerhin etwa 500 Mitglieder (Juli 1524) umfassenden Allstedter Bundes, die berühmte Fürstenpredigt Thomas Müntzers vom 13.Juli 1524 in der Hofestube der Burg vor Herzog Johann und dessen Sohn, die Beziehung zwischen Luther und Müntzer, der Aufstand der Bauern und das blutige Ende des Bauernkrieges, in der DDR auch als „frühbürgerliche Revolution“ bezeichnet, sind Mosaiksteine einer ereignisreichen Zeit. Ihr wird im Museum in umfassender Weise Platz eingeräumt.
Auch die Zeit nach Müntzer und die unzähligen Würdigungen, die seitdem in Allstedt für ihn stattfanden, sind in der Ausstellung berücksichtig worden. Dem Wirken des berühmten Dichters Johann Wolfgang von Goethe ist ein weiterer Teil der Ausstellung gewidmet, weilte er doch immerhin sieben Mal in Allstedt.
Neben der Schloß- und Stadtgeschichte werden im Museum auch weitere Ausstellungen zu Kunst und Kultur in der Region angeboten. So werden in einem Abschnitt Kunstgußarbeiten von Johann Heinrich Kureck (1821-1889), der untrennbar mit der Eisenhütte in Mägdesprung verbunden war, vorgestellt.
Lesungen, Konzerte, Sonderführungen usw. ergänzen das oben genannte Angebot. Für die Kinder gibt es übrigens in der Ausstellung gesonderte Erlebnispunkte.

Ein Besuch lohnt sich! Man sollte allerdings danach auch der Stadt etwas Zeit widmen.

Weitere Informationen findet man u.a. unter: www.allstedt.com ,
www.allstedt-kaltenborn.de oder auch www.schloss-allstedt.de.

Manfred Drobny
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