„Das war schon immer so, das tut doch keinem weh!“

Ist der symbolische Verzicht auf Eintrittspreise für Kinder in städtischen Einrichtungen ein gutes Signal FÜR Familien?

Kinder sind wichtig, deren Bildung erst recht und es muss alles getan werden um das Kinderbekommen und das Kinderhaben attraktiv zu machen.

Da sind sich alle einig aber das dann auch nur in der Theorie. Wenn es um konkrete, und manchmal auch nur ganz kleine Maßnahmen geht, stößt man ganz schnell auf Grenzen.

Ein Beispiel war die jüngste Sitzung des Kultur- und Sozialausschusses der Stadt Annaburg. Thema war die künftige Gebührenordnung für die städtischen Museen in Annaburg und Prettin. Um ein Maß an Qualität von Exponaten und Personal zu erreichen, sind Eintrittspreise unabdingbar. So wird es diese wohl künftig auch in der Kernstadt geben. Ebenso ist vorgesehen und im Prettiner Museum schon längst Usus, dass auch für Kinder ein Eintrittsgeld zu erbringen ist.

Nötig ist dieses für Kalkulation und Kostendeckung ganz sicher nicht und ein Verzicht ein klares Bekenntnis FÜR Familien und Kinder.

Wenn Kinder staunen, dann lernen sie. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Kinder die idealen Museumsbesucher sind. Sie lernen durch Anschauung, Berührung und Nachahmung. Ihre Neugier ist deshalb viel größer als die von Erwachsenen. Also intellektuelle Förderung im Kleinen – und das unmittelbar vor der Haustür.

Die großen Städte machen es vor: in Berlin sind bereits sehr viele Museen für Kinder kostenfrei zu besuchen. Hamburg geht sogar noch einen Schritt weiter: in einem Pilotprojekt ist grundsätzlich der Eintritt für Kinder frei.

Aber es gibt auch erdrückende Argumente für eine Gebühr der kleinen Besucher:

„Das war schon immer so!“ und „Das tut doch keinem weh!“ Richtig!

Beschlossen ist das Ganze nun denn noch nicht. Es bleibt die Hoffnung auf Einsicht bei denen, die letztendlich die Entscheidung treffen: dem Annaburger Stadtrat.

Am Ende ist es möglicherweise die Summe der kleinen Dinge, die über die Wahl des Wohnortes oder eben den Ort der Familiengründung entscheiden.
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Mitteldeutsche Zeitung | Erschienen am 14.10.2015
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Gabriele Degen aus Halle (Saale) | 14.10.2015 | 20:25   Melden
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