Fehlende Transparenz und abrupter Paradigmenwechsel

So könnte das Fazit der heutigen Sitzung des Kultur- und Sozialausschusses im Annaburger Rathaus lauten.
Die Landtagsabgeordnete Corinna Reinecke (SPD) und der Vorsitzende des Schul- und Kulturausschusses im Kreistag, Reinhard Rauschning (SPD) waren der Einladung zur Sitzung des Gremiums gefolgt.
Vorrangiges Thema war die Petition zum Erhalt der Förderschule Prettin. Fehlende Information und großes Unverständnis zur praktizierten Inklusionspolitik führten zu dieser Initiative. Schulen, Kommunen und vor allem auch die betroffenen Schüler und Eltern wurden durch die, mit wenig zeitlichem Vorlauf umzusetzende UN-Konvention sprichwörtlich überrannt. Ebenso fehlen aus Sicht der Initiatoren der Petition die Verbindlichkeit der geforderten Maßnahmen sowie eine strategische Zielsetzung der Politik.
Grundsätzlich ist die problematische Sicht der gemeinschaftlichen Unterrichtung lernbehinderter und nicht-lernbehinderter Kinder bekannt, sagte Frau Reinecke. Der fehlende Wissensbaustein Sonderpädagogik beim aktiven Lehrpersonal wird künftig im Ausbildungsgang enthalten sein. Der Personaleinsatz der Lehrer im Bereich der Inklusion ist dadurch effektiver, so Reinecke weiter.
Die Verortung der Schule für geistig behinderte Schüler in Holzdorf-Ost nach Jessen wurde ebenfalls thematisiert. Herr Rauschning verwies auf die zentrale Lage des geplanten Standortes im Landkreis. Dieser sei jedoch relativ, auch gemessen am Schüleraufkommen zu sehen, bemerkte die Sachkundige Bürgerin im Ausschuss, Karin Reihs.
Abschließend versprach Frau Reinecke die Themen bildungspolitisch im Auge zu behalten. Vortrag und enger Kontakt zu den Elternvertretern auf Landkreis- uns Landesebene empfahl sie als dringende Maßnahme.
Das zweite Thema des Abends, der seit einiger Zeit geschlossene Jugendklub in Annaburg wurde ebenfalls diskutiert. Derzeit gibt es keine Bewerber auf den ausgeschriebenen Posten als Pädagoge in dieser Einrichtung. Soweit dieser besetzt werden kann, habe auch der Sportverein Grün-Weiß Annaburg e.V. seine Unterstützung zugesagt, berichtete die stellvertretende Bürgermeisterin Anja Liebig. Zeitweise könnten Sportfreunde beim Betrieb des Jugendklubs unterstützen.
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