Einsparpotenziale im Haushalt – aber wofür?

(Foto: DPA)
Vor wenigen Jahren kauften wir uns einen neuen Kühlschrank. Der Alte war doch schon deutlich in die Jahre gekommen und verursachte einen erheblichen Teil unserer Stromrechnung. Also haben wir uns ein Gerät der Energieeffizienzklasse A+++ zugelegt und schnell wurde durchgerechnet: Einsparung pro Jahr 50,- Euro, Kaufpreis 500,- €, das heißt in zehn Jahren haben wir den Kaufpreis zurück. Aber diese Planung hatte einen Fehler.

Wenige Wochen, nachdem die erste Packung Milch im neuen Kühlschrank stand, erhöhte unser Energieversorger den Verbrauchspreis. Und so erhöhte sich die Amortisierungsphase auf mehr als zwanzig Jahre. Aus den Erfahrungen mit anderen Geräten eine geradezu utopische Nutzungsdauer. Nun ja, zumindest wirkt sich die Erhöhung des Kilowattstundenpreises beim neuen Gerät nicht zu stark aus.

Ein großer Posten in Sachen Wasserverbrauch ist unsere Waschmaschine. Bei einer großen Familie macht das schon einiges aus. Und so entschieden wir uns, den Wasserfresser gegen ein sparsameres Gerät zu ersetzen. Schnell einmal durchgerechnet: 60,- € Einsparung an Wasser und Strom, 600,- Kaufpreis, also hier sollte es sich nach zehn Jahren rechnen. An dieser Stelle hatte ich irgendwie ein Déjà-vu. Aber selbst bei steigenden Verbrauchspreisen würden wir langfristig Geld sparen.

Doch auch hier gab es einen Fehler in der Gleichung: eine neue Entwässerungssatzung der Kommune. Diese schlug nicht nur, wie befürchtet beim Verbrauchspreis ordentlich zu Buche, sondern noch deutlich spürbarer bei der Grundgebühr. Und dagegen hilft die effizienteste Waschmaschine nichts. 45,- € extra im Jahr und dazu der erhöhte Kubikmeterpreis lassen einen Rückfluss des Kaufpreises ein wenig nach hinten rutschen: in 60 Jahren haben wir es geschafft!

Gut, unsere Versuche, mit größeren Investitionen langfristig Geld zu sparen waren wirkungslos. Also versuchen wir es im Kleinen. Einfach mal die Wohnungsbeleuchtung gegen sparsame LED-Technik ersetzen. Im Angebot zugegriffen und schon wird gespart. Auch bei steigenden Kilowattstundenpreisen machen wir hier doch ein wenig gut. Prima Idee, aber dreimal darf man raten: Zum März erhöht der lokale Energieversorger mal ganz abweichend die Grundgebühr um einen Euro pro Monat. Also lassen sich noch nicht einmal mit ein paar Lampen ein wenig die Haushaltsausgaben optimieren.

Bei den vergangenen Preiserhöhungen im Bereich des Verbrauchs konnten doch wenigstens die sparsamen Menschen etwas für sich rausholen. Das Wasser wird teurer, also raus aus der Badewanne, ab unter die Dusche. Das Heizmittel kostet mehr, also eine Decke um die Schultern beim abendlichen TV-Programm. Der Stromlieferant möchte mehr Geld pro Verbrauchseinheit, dann achtet man eben noch mehr auf nötige und unnötige Beleuchtung in der Wohnung.

Aber was soll der Verbraucher machen, wenn an den Grundgebühren geschraubt wird? 12,- € beim Strom, 45,- € beim Abwasser und noch einiges mehr schmerzen dem allein lebenden Rentner mit schmalem Einkommen in seiner Einzimmerwohnung sehr deutlich. Aber auch die gut verdienende Familie mit zwei Einkommen im schicken Eigenheim spürt das. Da muss dann an anderer Stelle gespart werden, wenn denn dazu noch Optionen existieren. Hält der gegenwärtige Trend in dieser Richtung an, bleibt die Motivation zu Sparbemühungen ganz sicher auf der Strecke.

Am Ende hat man dann wenigstens das Gefühl, etwas Gutes für die Umwelt und damit vielleicht für die Generationen nach uns getan zu haben!?
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4 Kommentare
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Peter Losch aus Quedlinburg | 31.01.2016 | 13:58   Melden
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Stefan Schmidt aus Annaburg | 31.01.2016 | 15:52   Melden
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Ralf Springer aus Aschersleben | 01.02.2016 | 16:34   Melden
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Ter Spann aus Südliches Anhalt | 05.02.2016 | 09:48   Melden
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