Wipperliese: Der nächste Akt einer riesigen Posse!

 

Das Land Sachsen-Anhalt bestellt im Dezember 2014 die Wipperliese als öffentliches Verkehrsmittel ab, obwohl erst im Frühjahr 2014 ein mehrjähriger Vertrag mit den Betreibern unterzeichnet wurde. Als "Rettung" der Wipperliese versuchten dann Landespolitiker den Murks "Wipperliese wird Wochenend-Tourismusbahn" mit Probezeit bis 2016 darzustellen. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass sich der Landkreis um ein Tourismuskonzept bemühe und dieses bis Ende April vorlege, was denn auch geschah.

Die Freunde der Wipperliese machten bereits im Februar darauf aufmerksam, dass das Hauptproblem der Wipperliese die mangelnde fahrplantechnische Anbindung und die Erschließung des Harzes mit ÖV über die reine Wiselcard hinaus sei. Im Weiteren wurde darauf hingewiesen, dass das Zeitfenster für Erarbeitung und Umsetzung eines Tourismuskonzeptes mit messbaren Auswirkungen mehrere Jahre dauern würde, das Zeitfenster bis Ende 2016 also zu knapp gesetzt sei.

Tourismuskonzept Standortmarketinggesellschaft

Erst seit Herbst 2014 ist die Standortmarketinggesellschaft Mansfeld-Südharz überhaupt mit Tourismusaufgaben betraut, ein Impuls der neuen Landrätin, welche Tourismus im Landkreis - im Gegensatz zu ihrem Vorgänger - stärker gewichtet haben wollte.
Was der neue Tourismusmanager Manfred Schulze mit Mitarbeitern und Betroffenen in der kurzen Zeit erarbeitet hat, kann sich sehen lassen und zielt neben der lokalen Gewichtung auf eine verstärkte Einbindung unserer Region in das Gesamttourismuskonzept des Harz-Tourismusverbandes. Bereits erschienen sind Karten, eine neue Info-Broschüre, wird ab September aufliegen. Diese ersten Ergebnisse stimmen optimistisch für 2016.

NASA übt Kritik an "Umsetzung des Tourismuskonzeptes"!

Um so mehr erstaunt es, dass in der MZ vom 25.08.2015 unter dem Titel "Wipperliese gerät unter Druck" berichtet wird, die NASA bemängle die Umsetzung des Tourismuskonzeptes. Besonders betont wird:

- "noch alte Fahrpläne in Schaukästen", was wirklich bedauerlich ist, wenn dem so ist und nicht einfach ein Cafe davon betroffen ist, wie auch gemunkelt wird. Die gültigen Fahrpläne wurden in sämtlichen Internet-Netzwerken des Wippertals unmittelbar nach deren Erscheinen publiziert.

- "bis hin zu fehlenden gastronomischen Einrichtungen".
Was darf es denn sein bitte? Neue Gastro-Betriebe für den Wochenendbetrieb der Wipperliese? Und das innert drei Monaten ohne wesentlichen Gästeimput? Wer soll das veranlassen und ist dafür der Kreis zuständig? Was maßt sich die NASA da an?

- "so ist beispielsweise das frühere Naherholungszentrum am Vatteröder-Teich noch immer im Dornröschenschlaf versunken."
Und wer erweckt dieses Zentrum innerhalb von 4 Monaten aus dem Dornröschenschlaf? Die Ferienanlage befindet sich im Privatbesitz, genau so wie die abgebildete marode Bühne mit Gebäude, welche schon rein optisch immer mehr zum Ärgernis wird. Was haben der Landkreis und das erarbeitete Tourismuskonzept damit zu tun?

-"Wenn dies nicht gelinge, bestehe die große Gefahr, dass das Land die Fördermittel zurückfordert, so die Landrätin. Dabei geht es um rund 400.000 Euro.."
In der Annahme, dass es sich bei dieser Info um ein Missverständnis handelt, kommentiere ich das nicht weiter. Sollte dieser Sachverhalt durch die NASA bestätigt werden, dann gibt es allerdings einen ganzen Korb voller Fragen zu stellen.

-"Außerdem wurde der Busverkehr erweitert." Wurde die Wipperliese durch noch schlechtere Verbindungen (mit Ausnahme der Wisel-Card) vollends vom öffentlichen Verkehr abgekoppelt. Die MZ hat darüber berichtet.

Was soll das alles?


Die NASA als verlängerter Arm der Landespolitik hat also einen "Prüfbericht" erstellt, welcher vom Verkehrsausschuss des Landtages in Auftrag gegeben wurde. Zuvor wird dieser Bericht mit der Landrätin besprochen und sicherlich werden wir bereits nächste Woche eine tolle Überraschung erleben, was die weitere Zukunft der Wipperliese betreffen wird. Halten wir fest: Bisher ist es so, dass laut Beschluss die Wipperliese bis Ende 2016 im Wochenendbetrieb weiterfahren wird, jeweils von Mai bis Ende Oktober.

Ich denke, ab nächster Woche lässt sich definitiv sagen: Das, was hier seit Dezember 2014 abläuft, ist die Ouverture einer Intrige ehemaliger und noch amtierender Akteure aus dem politischen und eisenbahnerischen Bereiche - welche auf dem Buckel der Bevölkerung des Wippertals ausgetragen wird.

Fortsetzung nächste Woche :-)
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