Der Widerstand im 3.Reich - Graf Stauffenberg

Familie Stauffenberg
Klaus Graf von Stauffenberg wurde er am 7.November 1907 geboren. Er wuchs im Stuttgarter Königsschloss auf. Sein Vater war der Oberhofmarschall Alfred Schenk Graf von Stauffenberg. Er war damit der höchste Beamte des Königs.

Die Vorfahren, auch die seiner Mutter hatten schon seit Generationen hohe und höchste Positionen inne. Bis ins 13.Jahrhundert kann man das verfolgen.
Außer der Wohnung im Schloss gab es den Familiensitz in Lautlingen.

Nach dem ersten Weltkrieg wird die alte Ordnung erschüttert. Am 9.November wird in Berlin die Republik ausgerufen ( gleich 2 x Scheidemann und Liebknecht).
Der Württembergische König musste abdanken, die Königsfamilie räumte das Schloss, der König war nun ein Privatmann.

Die Stauffenbergs zogen in eine Wohnung in Stuttgart, der Vater bekam weiter ein, wenn auch etwas geringeres Gehalt als nunmehr Beamter des Königs, der die Finanzen regelte.
Claus von Stauffenberg konnte weiter das Gymnasium besuchen. Ebenso seine Brüder.

Nach dem ersten Weltkrieg wird die alte Ordnung erschüttert.
Am 9. November wird in Berlin gleich 2 mal die Republik ausgerufen.
Den Friedensschluss empfand man aber als „Diktat von Versailles“
In Adelskreisen dachte man konservativ, dem alten zugewandt. Man sehnte sich zurück, als Deutschland „noch etwas war“.

Die Jugend suchte nach neue Inhalten, die bürgerlichen jungen Menschen trafen sich in Vereinen, bei Wanderungen usw.
Sie strebten die Erneuerung der Kultur an, die Voraussetzung sei ein neuer Mensch und das Ziel das „Neue Reich“.

In dieser Zeit trafen die Brüder Stauffenberg den Dichter Stefan George, er war damals ein verehrter Sprecher der nationalen Jugend.
Er scharte junge Leute um sich, aber nur er bestimmte wer in seinen Kreis eintreten darf. Einen festen Wohnsitz hatte er nicht. George zog von Ort zu Ort wie ein mittelalterlicher König und lebte bei seinen Anhängern.
Als 1933 die Nazis an die Macht kamen sagte er:

„wenn die an die Macht kommen muss jeder in Deutschland mit einer Schlinge am Hals herumlaufen, das man bequem zuziehen kann“.

Nach dem Abitur stand die Frage nach einem Beruf für Claus. Freunde waren erstaunt, das er Soldat werden wollte. Wahrscheinlich spielte bei diesem Wunsch auch die wirtschaftliche Lage der Familie eine Rolle.
Er ging zur Kavallerie, zu den Bamberger Reitern.

Die Reichswehr hatte damals nur 100 000 Soldaten, so wie der Versailler Vertrag es bestimmt hatte. Aufstiegschancen für die Offiziere waren somit eingeschränkt.
1933 kam Hitler an die Macht
Als am 1.Februar 1933 der neue Reichswehrminister die Chefs der Wehrkreise zu einer Befehlshabertagung zusammengekommen waren, lud sich Hitler selber ein.
Die Generale hielten nichts von der Weimarer Republik aber auch nichts von den Nazis. Aber man meinte es könne nicht schaden, ihn anzuhören

in den 60er Jahren tauchten Stichwortprotokolle auf und demnach soll Hitler ausgeführt haben:
(verkürzte Darstellung)
"die Staatsführung soll auf die Wiedergewinnung der politischen Macht ausgerichtet werden, dazu müßten die inneren Verhältnisse des Landes völling umgekehrt werden, Marxismus werde mit Stumpf und Stiel ausgerottet,
Ertüchtigung der Jugend und die Stärkung der Wehrwillens.........
diese auf die Innenpolitik gerichteten Maßnahmen werden durch äußere ergänzt, dazu gehöre an erster Stelle der Kampf gegen den Versailler Vertrag,
Deutschland müsse gleichberechtigt im Völkerbund sein und alle Reparationszahlungen an die Siegermächte sollen entfallen.............
wichtig Aufbau der Wehrmacht und statt des Berufsheeres Einführung der Wehrpflicht.........
das Arbeitslosenheer soll durch Besiedelung des Landes verringert werden.....
später ist eine Eroberung neuen Lebensraumes notwendig........"
( aus H.Bentzien "Stauffenberg - der Täter und seine Zeit" mit freundlicher Genehmigung des Autors)

Hitler lies also keinen Zweifel an seinen Absichten zu.

Als Berthold nach dem gescheiterten Attentat verhört wurde sagte er über die anfänglichen Hoffnungen in die Hitlerbewegung folgendes

" der Gedanke der Führertums, der selbstverantwortlichen und sachverständigen Führung verbunden mit dem einer gesunden Rangordnung, und dem, der Volksgemeinschaft, der Grundsatz Gemeinnutz geht vor Eigennutz und der Kampf gegen die Korruption, die Betonung des Bäuerlichen und der Kampf gegen den Geist der Großstädte, der Rassegedanke und der Wille zu einer neuen deutschbestimmten Rechtsordnung erschien uns gesund und zukunftsträchtig....."

dann drückt er seine Enttäuschung über die tatsächlichen Zustände aus

" gegen den Gedanken der Volksgemeinschaft wurde verstoßen, indem gegen die oberen Intellektuellen gehetzt wurde und überhaupt das Ressentiment der Kleinbürger geweckt wurde. Den Grundsatz Gemeinnutz geht vor Eigennutz verrieten die Führer, indem sie eine noch nie gekannte Korruption einführten.
Statt einer Stärkung des Landes kam es zu einer Landflucht, statt einer Rechtsordnung kamen wir zu einer Rechtlosigkeit.
Ein Regime, das so gegen seine eigenen tragenden Ideen handelt, hat sein Lebensrecht verwirkt"

Das Volk hörte derartiges nicht, im Gegenteil

Noch kurz vor dem Krieg lies Hitler in Nürnberg einen „Friedensparteitag“ abhalten, er beschwor alles für ein friedliches Leben zu tun.

Im Jahre 38 hatte Hitler Österreich annektiert, die Westmächte sahen zu, man traf sich in München, die Westmächte billigten, das Sudetenland "heim ins Reich" zu holen. Nach dieser Tat sollte Schluss sein und die Machthaber versprachen das auch. In Wahrheit plante man aber schon, sich die "Resttschechei" sich einzuverleiben
Am 1.September 1939, vor 75 Jahren beginnt der 2.Weltkrieg.
Stauffenberg ist von Beginn des Krieges einbezogen, zuerst im sogenannten Polenfeldzug.
Er sieht wie mit der einheimischen Bevölkerung verfahren wird so setzt er sich ein für die Freilassung von 2 Polinnen, die dem Feind mit Taschenlampen signalisiert haben sollen, obwohl sie das gar nicht konnten

Besonders perfide empfindet er den Umgang mit Kriegsgefangenen, insbesondere auch den Kommissarbefehl.

1941 beginnt Hitler den Feldzug gegen die Sowjetunion. Stauffenberg ist für den Nachschub verantwortlich, aber bald zeigt sich die Schwierigkeit, in der Weite des Landes das zu organisieren,. Darauf will ich an dieser Stelle nicht eingehen.

Aber in dieser Zeit trifft Stauffenberg den General Henning von Tresckow. Beide eint die Meinung, dieser Krieg ist der Anfang vom Ende

Die beiden waren George-Schüler, der Meister den sie verehrten. Dieser lies sich übrigens nicht von Hitler vereinnahmen. Man hatte ihm die Präsidentschaft der neuen deutschen Akademie für Dichtung angeboten. er lehnte ab.

Tresckow und Stauffenberg erinnerten sich an das Gedicht von George

Der Widerchrist

Der Fürst des geziefers verbreitet sein reich,
Kein schatz der im mangelt - kein glück das ihm weicht,
Zugrund mit dem rest der empörer

Ihr jauchzet, entzückt von dem teuflischen schein,
Verprasset, was blieb von dem früheren sein
Und fühlt erst die not vor dem ende.

Dann hängt ihr die Zunge am trockenen Trog,
Irrt ratlos wie Vieh durch den brennenden Hof
und schrecklich erschallt die posaune.



Es gibt tatsächlich in dieser Zeit eine ganze Reihe von hohen und höchsten Militärs, die nicht mit dem Handeln des Regimes einverstanden sind, man fürchtet auch eine Diskreditierung Deutschlands, aber zu handeln sind sie nicht bereit, ist es die Angst? Denkt man an das Beispiel Rommel, er wurde zum Selbstmord gezwungen, da er opponierte.

Es hat ein unwahrscheinlicher Terror geherrscht und gegenseitiges Vertrauen war auf minimalstem Stand. so muss man erklären, dass die Militärs so lange schwiegen.

Ende Juni 1944 hatten die Russen ihre Sommerinvasion begonnen, am 3.Juli fiel Minsk an die Rote Armee.
Man war nun zur Erkenntnis gekommen, es muss gehandelt werden.
denn
"wenn die Russen kämpfend in das Reichsgebiet einziehen, das bedeutet den absoluten Untergang...."

Generale wie Stief, Wagner, Lindemann drängten nun den schwerverwundeten Stauffenberg zum Handeln.


Es gab mehrere Versuche Im Juli, aber erst am 20. Juli konnte Stauffenberg
eine Bombe in Hitlers Nähe platzieren.

In Berlin sollte derweil die Operation Walküre anlaufen, wichtige Stellen wie die Heeresleitung, der Rundfunk, die Presse, Verwaltungen sollten mit Anhängern besetzt werden,
Im Rundfunk wäre der Tod des Führers bekanntgegeben werden, aber der Diktator war nicht tot und Walküre lief nicht an, wie sich die Planer das gedacht hatten.

Stauffenberg, Olbricht von Haeften, Mertz wurden noch vor Mitternacht erschossen, Becks Leiche dazugelegt und die 5 verscharrte man auf einem nahegelegenen Friedhof, später wurden sie auf Befehl Himmlers wieder ausgegraben, verbrannt und die Asche auf die Berliner Rieselfelder ( damit die Asche nicht die deutschen Äcker verschmutzt- wie Göbbels höhnisch verkündete) verstreut.
6
Diesen Mitgliedern gefällt das:
 auf anderen WebseitenSendenMelden
4 Kommentare
7.334
Siegfried Behrens aus Halberstadt | 18.09.2014 | 20:46   Melden
3.619
Gisela Ewe aus Aschersleben | 18.09.2014 | 22:38   Melden
7.334
Siegfried Behrens aus Halberstadt | 19.09.2014 | 07:11   Melden
3.619
Gisela Ewe aus Aschersleben | 20.07.2015 | 22:27   Melden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.