Friedrich der Grosse und sein Grab in Sanssouci

Bentzien links im Gespräch mit Prinz Louis Ferdinand
Potsdam: Park Sanssouci | Vor 25 Jahren Im August 1991, also 205 Jahre nach seinem Tod im August 1786 wurde der Wunsch des großen Preußenkönigs erfüllt und er fand die letzte Ruhe auf den Weinbergterrassen des Schlosses Sanssouci.

Hier hatte er schon zu Lebzeiten sich ein Grab bereiten lassen. In seinem Testament, wie auch in persönlichen Äußerungen hat er immer wieder dargelegt, wo und wie er beigesetzt werden wolle.
Berühmt sind seine Worte, die er bereits als junger Mann im Alter von 32 Jahren niederschrieb:
„ Ich habe als Philosoph gelebt und will als solcher beerdigt werden, ohne Gepränge, ohne Prunk, ohne Pomp......“

Dieses Testament ist in französisch verfasst, denn der König beherrschte Zeit seines Lebens diese Sprache besser als deutsch.

Als er am 17. August 1786 verstarb, richtete der neue König, sein Neffe
Friedrich Wilhelm sich nicht nach dem Wunsch des Toten. Er wurde somit an der Seite seines Vaters in der Potsdamer Garnisonskirche beigesetzt.
Der neue König begründete dies indem er meint, das Begräbnis muss den kirchlichen Ritualen entsprechen, da Friedrich auch oberster Herr der Landeskirche ist.

Nun ruhten also Friedrich und sein Vater bis 1945 in dieser Kirche. Als der Krieg näher an die Stadt heranrückte lies Hitler die Sarkophage abtransportieren. Zunächst in einen Bunker bei Eiche. Da die Russen näher rückten kamen die Särge nach Bernterode im Eichsfeld in eine alten Kalischacht.

Als die Amerikanische Armee in Thüringen einrückte, wurden die Schätze in diesem Schacht gefunden. Neben den Särgen gab es auch viele Kisten mit Preciosen der Hohenzollern, einer wertvollen Bibliothek und anderen historischen Dingen.
Die Kisten kamen nach Frankfurt am Main und die Särge nach Marburg in das Landgrafenschloss. Dann über weitere Stationen wie z.B. der Elisabethkirche in Marburg schließlich 1952 auf die Burg Hohenzollern bei Hechingen..

Dort wurde es still um die sterblichen Reste in den Sarkophagen. Allerdings hatte bereits 1952 Prinz Louis Ferdinand von Preußen, der Enkel des letzten deutschen Kaisers festgelegt, wenn Deutschland wieder vereint sein wird, werden die Särge wieder nach Potsdam gebracht.
Aber viele Jahre war daran wohl kaum zu denken.
1986, also 200 Jahre nach dem Tod Friedrichs des II, erinnern wir uns, wurde in Berlin Unter den Linden das Denkmal des Preußenkönigs, geschaffen von Schadow wieder aufgestellt.
Man besann sich bei den Mächtigen der DDR auf die Geschichte, und nicht nur die, der Arbeiterbewegung. Dazu gehört zweifelsohne die preußische Geschichte.

Honecker also schickte einen Vertreter auf die Burg Hohenzollern und Herr Hans Bentzien, so sein Name wurde tatsächlich empfangen und konnte mit Louis Ferdinand sprechen. Natürlich hielt sich der Prinz an seine Festlegung von 1952 etwa mit den Worten „ wenn es die Einheit gibt, werden die Sarkophage wieder nach Potsdam gebracht und er hoffe, das wird vielleicht bald möglich sein wird (erfahren im persönlichen Gespräch mit H.Bentzien).

Nur drei Jahren nach diesem Besuch fiel die Mauer und die Einheit rückte in greifbare Nähe. Am 3, Oktober war es soweit, die DDR trat an diesem Tag dem Geltungsbereich des Grundgesetzes der BRD bei. Dami war Deutschland wiedervereint.

Nun war der Weg frei, um das Versprechen des Chef des Hauses Hohenzollern einzulösen.
Wieder vermittelte Bentzien. Am 205. Todestag Friedrichs des Großen wurde der Vater im Mausoleum an der Friedensskirche und der Sohn um Mitternacht in seiner vor fast 250 Jahren bereiteten Gruft beigesetzt.

Damit war endlich der letzte Wille des großen Königs erfüllt worden.



Diesen Beitrag möchte ich Herrn Hans Bentzien widmen. Ich habe ihn vor einigen Jahren persönlich kennengelernt. Und in vielen, meist telefonischen Gesprächen konnte ich viel erfahren über die Historie Brandenburg-Preußen, aber auch zu unserer jüngeren Geschichte.
Hans Bentzien ist im Alter von 88 Jahren In Bad Saarow verstorben.

Für weitere Informationen empfehle ich die Bücher Bentziens.



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3 Kommentare
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Ulrich Kruggel aus Dessau-Roßlau | 05.08.2016 | 05:50   Melden
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Christine Schwarzer aus Dessau-Roßlau | 05.08.2016 | 11:24   Melden
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 06.08.2016 | 07:32   Melden
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