Meine Empfehlung für ein Buch

Herr Thomas Götz
Aschersleben: Bibliothek | Autorenlesung im Lesecafé

Traditionell findet jeden ersten Donnerstag im Monat eine Buchlesung in unserer Stadt-und Kreisbibliothek statt. Aufgrund von Renovierungsarbeiten zu Anfang des Jahres 2014 gab es die erste Buchvorstellung erst im Februar. Dieses Mal erwartete die zahlreich erschienen Zuhörer eine Lesung mit Gedichten und kleinen Erzählungen.

Thomas Götz aus Quedlinburg stellte seinen Gedichtband mit dem Titel
"Einfach und (t) erhaltsam"
vor.
Der Autor ist gebürtiger Hallenser. Seine Eltern kamen einst aus Pulsnitz in diese Stadt. Der Vater hatte eine Anstellung als Cellist am dortigen Theater bekommen.
In diesem, von Kultur geprägtem Haus wuchs der Knabe also auf und begann früh zu schreiben. Die Eltern, insbesondere die Mutter beförderte ihn und es entstanden kleine kindliche Geschichten. Auch Gedichte brachte er bald zu Papier. Man schickte sie auch an die Pionierzeitung "Trommel". Älteren von uns ist dieses Blatt gewiss bekannt.
Eine Veröffentlichung wurde leider abgelehnt, Begründung "die politische Stellungnahme" sei nicht zu erkennen.
Schade muss man heute noch sagen, es wäre gewiss eine Bereicherung für die Zeitung gewesen.

Nach dem Abitur begann Thomas Götz an der Martin Luther Universität in Halle ein Studium der Agrarwissenschaft.
Seine erste Tätigkeit als Diplom-Agraringenieur führte ihn in die damalige LPG Westerhausen und nach 1990 machte er sich selbständig.
Seit einigen Jahren ist er nun in einem großen Baumarkt der Leiter des Gartenmarktes.

In dieser Tätigkeit bin ich selbst Herrn Götz erstmalig begegnet.

Nun also eine Überraschung, gab er mir vordem praktische Ratschläge für meinen Garten, so lernte ich eine andere Seite des Herrn Götz kennen.

Er las aus seinem im Jahr 2013 erschienenem Büchlein kleine und größere Gedichte, die mich an die Wortspielereien eines Heinz Erhardt erinnerten.
Dabei wird keine Gelegenheit ausgelassen, Zuhörer in den Bann zu ziehen. Es gibt Reime über kleine Beobachtungen am Wegesrand, sei es eine Spinne, die im Teerdach festklebt oder Birkensamen, die sich eine Stelle zum Keimen suchen.

Andere Gedichte erzählen von der Liebe zum Partner oder zur Mutter. Da gibt es ein "Gespräch" mit einem Stern am Abend, der mag vielleicht das Lichtlein sein, mit dem die Mama die Kinder behütet.

Hier ein kleines Gedicht zum Schmunzeln, das aber auch zum Nachdenken anregt.
Wie viele Pflanzen werden gezogen, um in der Biotonne zu landen.
Weihnachtssterne, Primeln, Pantoffelblumen, Aschenblumen alles wird zum Wegwerfen produziert. Da muss doch jeder Pflanzenfreund mitleiden.

Mitleid

die Nelke Elke steht
nebst ihren Schwestern
in einem Gartencenter
schon seit gestern.

Der vielen Tage kalter Nächte
ist sie leid
beginnt zu gilben,
träumt heiß vom Garten,
ignoriert die Milben.

Des Anblick traurig
ihrer Welke
ich vermeid und kaufe
Elke.



Neben diesen Reimen stellte uns Herr Götz auch einige Erzählungen aus seiner Feder vor.
Wahre Begebenheiten und Erlebnisse hat er hier verarbeitet.

Aber wer mehr wissen möchte, dem empfehle ich dieses Buch.

Am Ende der Veranstaltung gab es viel verdienten Beifall für diese Lesung.
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2 Kommentare
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Karin Wagner-Lehmann aus Aschersleben | 06.03.2014 | 21:21   Melden
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Bernd Müller aus Halle (Saale) | 10.03.2014 | 11:48   Melden
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