vom Quedlinburger Roland zum Hausmann auf der Steinholzwarte

auf dem Rundwanderweg
Die Stadtinformation Quedlinburg hatte zusammen mit dem Harzklub eine Wanderung für Jedermann organisiert. Treffpunkt der Wanderung war der Roland am Rathaus. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Harzer Zweigvereins Quedlinburg, Herr Olaf Eiding, gingen wir durch den Hoken zur Marktkirche.Der Wanderleiter erläuterte uns hier das Frühwarnsystem der Stadt Quedlinburg. Um Quedlinburg waren 11 Feldwarten, mit Sichtkontakt zum Turm der Marktkirche, angelegt, von denen noch heute 6 Warten exestieren. Davon sind 4 Warten als Aussichtstürme ausgebaut. Jede der Warten war früher ständig mit einem sogenannten Hausmann besetzt. Er hatte die Aufgabe, bei Gefahr einmal die auf den umliegenden Feldern arbeitenden Bauern und Hirten zu warnen und zum anderen durch Rauch - oder Lichtsignale den Hausmann auf dem Turm der Marktkirche die Gefährdung mitzuteilen. Dieser wiederum alarmierte die Bürger bzw. die Bürgerwehr. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde dieses Frühwarnsystem verwendet.

Garnisionsstadt und Saatgutproduktion

Durch den Marschlinger Hof kamen wir zum Stauffenbergplatz. Anfangs des letzten Jahrhunderts wurde nördlich von hier ein großer Kasernenkomplex errichtet. Zuvor war an dieser Stelle ein Weinanbaugebiet. Quedlinburg war früher über Jahrhunderte eine Garnisionsstadt. Weiterhin informierte uns Herr Eiding über die Samenzuchttradition in Quedlinburg. Hier wurde vor dem 2. Welkrieg 1/3 der Weltproduktion erzeugt. Hierzu möchte ich ergänzen, dass auch in der Nachbarstadt Aschersleben - meiner Heimatstadt - seit dem 19. Jahrhundert Gemüse -, Blumen - und Rübensamen im großem Umfang produziert wurden. Wie Quedlinburg ist auch Aschersleben durch die günstigen klimatischen Bedingungen - beide liegen im Regenschatten des Harzes - für die Saatzucht prädestiniert.

Steinholzwarte

Über den Rundwanderweg R1 gelangten wir entlang des Weinbergweges, vorbei an dem wüsten Ort Marschlingen, nach Überquerung der B6n zum Naturschutzgebiet Steinholz. Hier wurde früher, neben der Holzgewinnung, in Steinbrüchen Steine für den Hausbau abgebaut. Mit Informationsblättern erklärte uns der Wanderleiter wie zu der besonderen Geologie des Harzes und des Harzvorlandes gekommen ist. Mit etwas Anstrengung gelangten wir den Berg hinauf zur Steinholzwarte. Diese Warte gehört zu den 4 Warten, die als Aussichttürme ausgebaut und ständig frei zugänglich sind. Durch die erhöhte Lage war noch vor hundert Jahren von dort aus Quedlinburg mitsamt seiner Marktkirche, die ja als Zentrale des Frühwarnsystem diente, zu sehen. Leider ist aufgrund des Baumbestandes ein Rundblick nicht mehr möglich. Einen schönen Blick hat man dagegen auf das Harzvorland und die Harzberge. Nach der Mittagspause ging es über den Steinholztriftweg zurück nach Quedlinburg. Ich möchte mich in Namen aller Teilnehmer bei Herrn Eiding für die gelungene Wanderung bedanken.
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