Einetalwanderung über Volkmannrode, der Untermühle zum Zechenkopf

Der Ausgangspunkt der Wanderung des Harzklubs Quedlinburg war die hinter Stangerode gelegene Schwarze Brücke. Um zu dem Klage - und Rügegericht zugelangen, mussten wir nur ca 200m zu einer kleinen Anhöhe auf der anderen Seite des Harzflusses, der Eine, gehen. Hier befanden wir uns auf einen geschichtsträchtigen Boden. Zum einen befand sich dort das Dorf Volkmannrode, von dem noch Mauerreste der Kirche vorhanden sind. Bereits im 15. Jahrhundert wurde das Dorf als wüst bezeichnet. Zum anderen befand sich dort in der Zeit von 1489 bis 1875 das Klage - und Rügegericht zu Volkmannrode. Die Gerichtsverhandlungen wurden zweimal im Jahr (Walpurgis und Michaelis) abgehalten. Der Zuständigkeitsbereich des Gerichtes war die dortige anhaltinische Exklave. Im Harzgeröder Salbuch von 1608 ist die Durchführung einer Gerichtsverhandlung ausführlich beschrieben. Nachzulesen kann man dies in der Festschrift zum Klage - und Rügegericht zu Volkannrode. Sie wurde im Jahre 2000 von der Gemeinde Abberode im Zusammenarbeit mit Prof. Dr. jur. H. Lück herausgegeben. Das Klage - und Rügericht ist die einzige in dieser Form vollständig erhaltene Gerichtsstätte in Deutschland.

unterer Mühlenweg mit Sühnekreuz

Am ehemaligen Forsthaus Volkmannrode gelangten wir auf den unteren Mühlenweg. Auf diesem Weg im Einetal kamen wir an einem Sühnekreuz vorbei. Hier sollen sich im Jahre 1542 zwei junge Mädchen, mit Sicheln bewaffnet, derart um einen Jägerburschen gestritten haben, dass beide dabei zu Tode kamen. Viele Frühlingsblumen säumten den zum Teil sehr zerfahrenen unteren Mühlenweg. In der Untermühle angekommen, einer bis 1972 im Betrieb befindlichen Wassermühle, führte uns der ehemalige Müller Herr Richard Ermisch durch seine noch voll funktionstüchtige Mühle.

oberer Mühlenweg mit Eisenerzabbaugebieten

Nach einem leichten Anstieg erreichten wir über Tilkerode den Zechenkopf, wo wir unsere Mittagsgspause einlegten. An diese Stelle befand sich früher das Zentrum des Tilkeröders Reviers. Von 1762 bis 1858 (Wassereinbruch) wurde hier etwa 50.000 t Eisenerz gewonnen. In Mägdesprung erfolgte die Verhüttung. Es ist interessant, dass hier im Tilkeröder Revier auch das einzige Gold auf anhaltinischem Boden gefunden wurde. Die Ausbeute betrug nur 400 Gramm. Aus diesem Gold wurden 116 Golddukaten geprägt, die nicht als Zahlungsmittel eingesetzt wurden. In geringen Mengen wurden auch Silber, Kupfer, Selen und Palladium gewonnen. Auf dem oberen Mühlenweg kamen wir nach ca. 2 km an einem weiteren ehemaligen Bergbaurevier vorbei. In diesem Eskaborner Revier, nach einer wüsten Dorfstelle benannt, wurde von 1935 bis 1938 ca. 2.000 t Eisenerz gefördert. Vorbei an der Dicken Eiche, einer 500 - jährigen Eiche wanderten wir wieder zurück zur Schwarzen Brücke.
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Lothar Wobst aus Bitterfeld-Wolfen | 14.04.2016 | 11:16   Melden
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