Hochwasser an der Wipper - oder doch nicht?

Der Weg ist abgeschnitten. Samstag 13.03.2013, 7.15 Uhr
Aschersleben: Wipperbrücke Freckleben | Was verstehen wir unter Hochwasser?
Die Menschen sprechen von Hochwasser, wenn die Flüsse aus ihren Ufern treten.

Die Wasserbehörde spricht von Hochwasser, wenn an Messpunkten bestimmte Pegel erreicht sind. Hier gibt es verschiedene Stufen. Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz Sachsen-Anhalt unterteilt die Hochwasserstände in 4 Alarmstufen und eine Meldegrenze.

Bei AS 1 - der Alarmstufe 1 - soll das Flussbett bordvoll mit einzelnen Ausuferungen sein. Für Anlieger besteht noch keine Gefährdung. So liest man die Erklärung des LHW. Was bedeutet hier "Gefährdung"?

Für die Alarmstufe 2 wird erklärt, dass Land- und forstwirtschaftliche Flächen überflutet sind und es teilweise leichte Verkehrsbehinderungen an Hauptverkehrs- und Gemeindestraßen gibt. Was sind "leichte" Verkehrsbehinderungen?

Die "Überflutung einzelner Grundstücke, Straßen oder Keller möglich" ist unter Alarmstufe 3 eingeordnet.

In der Alarmstufe 4 sind größere Flächen überflutet, es besteht direkte Gefahr für Mensch, Tier, Objekte und Anlagen.

Vor der Alarmstufe 1 gibt es noch die Meldegrenze.

In der Mitteldeutschen Zeitung ist zu lesen, dass die Wippraer an diesem Wochenende "mit einem blauen Auge" davongekommen sind.
Das geht leider nicht allen so. Obwohl die Meldegrenze, gerade überschritten war, standen andernorts schon Gemeindestraßen unter Wasser und Ortsteile waren vom öffentlichen Straßennetz abgeschnitten.
Nun frage ich mich, sind die jeweiligen Hochwasserstufen nur in der direkten Umgebung der Messstellen gültig?

Bei Erreichen der Alarmstufe 1 stehen in Freckleben nicht wenige Keller unter Wasser. Ein Merkmal der AS 3. Der Schulbus kann die Haltestelle nicht mehr erreichen, weil Straßen überflutet sind. Die Bushaltestelle wird dann verlegt und die Schulkinder müssen zu Fuß über einen höher gelegenen Gehweg, der direkt am Wasser entlang führt, dem Bus entgegengehen. Das sind die Merkmale, die nach meinem laienhaften Verständnis ebenfalls unter der Alarmstufe 3 eingeordnet sind.

Die vom LHW für die einzelnen Alarmstufen beschriebenen Merkmale passen einfach nicht zu den Erfahrungen und Beobachtungen im Ort. Auf welcher Grundlage wurden die Stufen und die dazugehörigen Pegelstände eigentlich festgelegt? Wann war das? Können diese Stufen bei Veränderungen auch angepasst werden? Sind die Messstationen vielleicht ungünstig gelegen, weil kurz hinter ihnen noch sehr viel Wasser in die Wipper einläuft?
Bei jedem Hochwasser die gleichen Fragen.

Als das Foto aufgenommen wurde, war noch keine Alarmstufe erreicht. Für die Anwohner beginnt bereits das achtsam werden und die Gedanken daran, wie weit das Wasser diesmal steigen wird. Der normale Weg zum Einkauf oder zur Arbeit ist jedoch schon abgeschnitten.
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Walter Helbling aus Arnstein | 15.04.2013 | 07:57   Melden
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