Mit dem Gästeführer Ronny Reitzig im Junkersgelände in Aschersleben

im Hintergrund der Störtebecker Festspiele das Schloss(heute Schlosshotel) des Grafen H. Douglas
Aschersleben: Majoranweg | Bei dem ersten Bild stellt sich die Frage: Was hat das Schloss Ralswiek mit Aschersleben zu tun?  In dem, über drei Stunden währenden Vortrag bemühte sich der Gästeführer viel Wissenswertes, aus der Ascherslebener Industriegeschichte,  seinen Gästen nahe zu bringen. Im Mittelpunkt seiner Ausführungen standen die, in den dreißiger Jahren im Seegelände, errichteten Junkerswerke. Hier wurden bis Kriegsende Flugzeugrümpfe verschiedener Modelle hergestellt. In Aschersleben betrug die Belegschaftsstärke bis zu 6.500 Mitarbeitern. Dazu gehörten neben Kriegsgefangenen auch KZ Häftlinge aus Buchenwald. Sie waren im KZ Lager Langenstein - Zwieberge untergebracht. Etwas abenteuerlich war schon die Besichtigung der 1945/46 gesprengten Werkshallen. Die Natur hat sich inzwischen große Teile zurück erobert. Von dem Junkersgelände, wie ich es in den 55 er Jahren kennen lernte, ist  nichts übrig geblieben.

Da wir bei der Exkursion auch am Wilslebener See vorbei kamen, kann man schnell den Zusammenhang mit dem Ralswieker Schloss auf Rügen erkennen. Im Jahre 1795 entdeckte der Großvater von dem späteren Grafen Hugo Douglas, das Kohlevorkommen um Aschersleben. Im Tagebau und im Tiefbau wurde die Braunkohle im großem Maßstab abgebaut. Durch den Abbau der Kohle im ehemaligen Seegebiet, kam es nach Aufgabe des Schachtes zu sogenannten Tagesbrüchen, das bedeutet, die einzelnen Sohlen(Tiefbau) stürzten in sich zusammen. So entstand allmählich wieder ein See. Der gebürtige Ascherslebener Industrielle Hugo Douglas ließ sich das Schloss, als  Alterssitz in Ralswiek (Rügen), im Jahre 1891, errichten.   
           
Ein weiterer kriegswichtiger Großbetrieb war die MUNA. Hier wurde, teils unterirdisch in ehemaligen Salzschächten, Munition hergestellt.

1895 gründete der Ingenieur Wilhelm Schmidt, bekannt als Heißdampf Schmidt, in Aschersleben die W. Schmidt & Co. im Jahr1898 wandelte er das Werk in die Ascherslebener Maschinenbau AG (AMA) um. Ein noch erhaltenes Produkt aus dieser Zeit ist die Tandem - Walzenzug - Dampfmaschine aus dem Jahr 1911. Von 1912 bis 1990 diente diese Dampfmaschine als Antrieb einer Walzenstraße im Eisen - und Hüttenwerk Thale. Unter der Nummer 7 ist sie noch heute im Hüttenmuseum Thale zu bestaunen. Bereits im Jahre 1927 wurde die AMA endgültig nach Magdeburg verlagert.  Unter starken Beifall beendete R. Reitzig, am Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus, den Rundgang.
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