Tor zum Märchenland Teil 2

Die Reise zur Märchensäule

Luzi, Oma und Oskar.

Luzi, ein kleines Mädchen, wohnte mit ihren Eltern und Oma Elfriede in einem kleinen Häuschen. Eines Tages hörte Luzi das es eine Märchensäule gibt. Sie liebte Märchen über alles. Oma las ihr jeden Abend, wenn Mama nicht da war, eine Geschichte vor. Als Oma wieder einmal vorlas, zappelte Luzi hin und her. Kind was ist den heute mit dir los? Oma, ich muss dich etwas fragen. Hab ich doch gemerkt dass du etwas auf dem Herzen hast, sagte sie und strich Luzi sanft über das Haar. Hast du schon einmal etwas von einer Märchensäule gehört, fragte Luzi? Ja, oh ja, diese Säule kenne ich, antwortete Oma. Bitte erzähle mir etwas davon, bettelte Luzi.
Als ich noch ein Kind war, hat mir meine Großmutter von dieser Säule erzählt und einmal war ich auch dort. Nein wirklich, rief Luzi erstaunt! Ja, es war wie im Traum. Ich hatte mein Lieblingsmärchenbuch eingesteckt und kletterte auf den Pferdewagen meines Opas. Er hatte versprochen mich zur Märchensäule zu bringen. Wir waren sehr lange unterwegs. Lang ausgestreckt und eingekuschelt lag ich im frischen Heu. Die Hände unter den Kopf, starrte ich in den Himmel. Ich war sehr aufgeregt und dachte nur noch an die Märchensäule. Endlich hielt der Pferdewagen und ich sprang mit einem Satz vom Wagen. Da ist sie jubelte ich. Als ich vor der Tür stand, mein Märchenbuch fest umklammert und an der alten Glocke zog, flog eine Sternschnuppe direkt über meinen Kopf. Plötzlich, verschob sich, neben der Tür, ein Stein. Ich erschrak mächtig. Aber was war das? Da lag ein Schlüssel. Er war ganz aus Gold. Ich steckte ihn in das Schloss der Märchentür. Sie öffnete sich wie von Geisterhand. Vorsichtig ging ich in den kleinen Raum. Es war unbeschreiblich, als würde mich die Sonne umarmen. Alle Vögel der Welt schienen zu singen und viele kleine Feen und Elfen flogen durch den Raum. Sie winkten mir zu und zeigten auf eine Treppe. Mitten in der Säule befand sich eine Wendeltreppe. Sie war geschmückt mit Edelsteinen und führte in die Tiefe. Ich lehnte mich über das Geländer, aber man konnte kein Ende erkennen. Mir wurde etwas schwindelig. Da hörte ich eine sanfte Stimme: „ Geh nur hinunter und hab keine Angst. Öffne eine Tür und du wirst dein Lieblingsmärchen finden. Jedes Kind findet hier sein Märchen. Dann verschwand die Stimme und ich hatte das Gefühl als würde mich jemand an die Hand nehmen und die Treppe hinunter führen. Es war als würde ich schweben. Dann stand ich vor einer grünen Tür. Sie war mit bunten Blumen geschmückt, die einen unbeschreiblichen Duft verströmten. Ich öffnete die Tür und befand mich mitten in meinem Märchen. Ich habe dieses Erlebnis bis heute nicht vergessen. Märchen sind das Schönste was es auf der Welt gibt, sagte Oma und lächelte verträumt. Oma, Oma können wir nicht einmal dort hinfahren, bitte Oma. Ich müsste Oskar einmal fragen, überlegte Oma und blinzelte. Vieleicht schafft es ja sein altes Auto noch für eine Reise zur Märchensäule. Oma du bist die des Beste, rief Luzi und gab ihr einen Kuss.

Schon am nächsten Tag machte sich Luzi mit Oma Elfriede auf den Weg, zu Omas Freund Oskar. Er wohnte gleich um die Ecke. Luzi durfte an der Haustür klingeln, denn Oskar hatte eine ganz besondere Klingel. Es war eine Schiffsglocke. Oskar war früher Seefahrer. Luzi hatte schon viele Geschichten von ihm gehört, das war sehr interessant. Oma lacht dann immer und sagte Oskar, Oskar du übertreibst mal wieder. Da knarrte auch schon die Tür und ein großer Mann, mit einem weißen Bart und einer speckigen Seemannsmütze, die schräg auf seinem Kopf saß, stand in der Tür. Hallo Oskar, zwitscherte Oma Elfriede und blinzelte mit ihren Augen. Du meine Güte, dachte Luzi. Oma, rief sie ungeduldig und stupste sie kräftig an. Oma strich sich durch das Haar und sagte: Mein lieber Oskar, Luzi verdrehte ihre Augen, du kennst doch die Märchensäule. Aber klar Friedchen, antwortete Oskar, was ist damit, fragte er. Ich habe Luzi versprochen diese Säule zu besuchen, aber wir brauchen jemanden der uns dort hin fährt. Ah und da hast du natürlich sofort an mich gedacht, lachte Oskar. Ja mein Lieber, sagte Oma und lächelte. Friedchen du weißt doch, das ich dir keinen Wunsch abschlagen kann und unserer kleinen Luzi schon gar nicht. Gut Oskar dann können wir ja sofort los fahren. Na ja, wenn du meinst, stotterte er verlegen. Prima, jubelte Luzi und umklammerte fest ihr Lieblingsmärchenbuch. Oskar holte sein altes, verstaubtes Auto aus dem Schuppen. Das ist Flitzi, er hat mich niemals im Stich gelassen, murmelte er leise und seine Augen blitzten, als er kurz über die Karosse strich. Na dann mal alles einsteigen. Es rumpelte und klapperte, als Oskar den Motor startete. Oma hielt krampfhaft ihren Hut fest und lächelte süßlich. Zwei Stunden fuhren sie über Straßen, durch enge Gassen und staubige Feldwege. Doch endlich kamen sie in einen kleinen Ort. Am Straßenrand stand ein großes Hinweisschild, mit der Aufschrift „ Zur Märchensäule „


Karin Lehmann
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Annette Funke aus Halle (Saale) | 30.10.2014 | 13:21   Melden
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Karin Wagner-Lehmann aus Aschersleben | 30.10.2014 | 14:35   Melden
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Siegfried Behrens aus Halberstadt | 30.10.2014 | 15:03   Melden
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Karin Wagner-Lehmann aus Aschersleben | 30.10.2014 | 15:12   Melden
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Annette Funke aus Halle (Saale) | 30.10.2014 | 16:53   Melden
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Annette Funke aus Halle (Saale) | 30.10.2014 | 17:56   Melden
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Karin Wagner-Lehmann aus Aschersleben | 31.10.2014 | 12:23   Melden
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Annette Funke aus Halle (Saale) | 31.10.2014 | 13:29   Melden
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Karin Wagner-Lehmann aus Aschersleben | 31.10.2014 | 13:49   Melden
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Annette Funke aus Halle (Saale) | 31.10.2014 | 17:30   Melden
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