Alles Tomate oder die Liebe zu den bunten Früchtchen

Tomatenvielfalt
 
Venusbrust
 
Gezahnte Tomate
Aschersleben: Privatgarten | Diese Überschrift wähle ich für meinen Beitrag in Anlehnung an Prokofjews Oper
"Die Liebe zu den drei Orangen".
Natürlich haben Apfelsinen kaum etwas mit Tomaten zu tun, außer es sind gesunde Früchte und stehen unter den Obstsorten nach den Äpfeln bei den Bürgern in hoher Gunst. So wie die Tomaten bei den Gemüsen.

Wie alles begann


Als wir vor Jahren das alljährliche Landwirtschaftsfest in Strenzfeld bei Bernburg besuchten, befand sich dort auch ein Stand der Ökostation Neugattersleben. Man stellte Tomaten in vielen Formen und Farben vor. Aufgabe dieser Station ist die Vermittlung von Umweltbildung für Kinder und auch Erwachsene.
Einige Tage später fuhren wir in diese Station und konnten uns einen Kräutergarten, Erdbeergarten, Kartoffel- und Tomatengarten ansehen.
Besonders die Tomaten fanden unser Interesse. Zweihundert verschiedene Sorten in großer Vielfalt, klein und groß, rot, gelb, grün oder gestreift, gerippt und in Rispen oder einzeln am Busch wachsend, bekamen wir zu sehen.
Das gefiel uns so gut, dass wir beschlossen auch einigen Pflanzen in unserem Garten eine Heimat zu geben.
Es begann mit 8 Pflänzchen in 3 Sorten, alle rot, aber schon verschiedene Formen. In den nächsten Jahren blieb es nicht bei so wenigen. Und im Jahr 2012 waren es nun schon 102 Sorten, die in der Veranda gesät und im Gewächshaus als Jungppflanzen heranwuchsen.
Aber wo sollten die vielen Pflanzen denn nun später wachsen? Da boten wir dem Regionalverband der Kleingärtner Aschersleben an, doch in den Mitgliedergärten die Tomaten zu ziehen, einzig dabei war unser Wunsch jeweils eine reife Frucht im Herbst zu bekommen, damit der Samen für das Folgejahr gesichert werden kann.

Aber es kam viel besser, es wurde nämlich Dank des Regionalverbandes ein richtiges „Tomatenprojekt“. Die Sparte „Froser Straße“ stellte einen freigewordenen Garten zur Verfügung, die ÖSEG Mitarbeiter für die Pflege der Tomaten und das Ernteergebnis wurde einer sozialen Einrichtung geliefert.

An dieser Stelle sei vermerkt, es gab natürlich weitere Anpflanzungen, so dass am Ende des Gartenjahres 16 Tonnen Gemüse , Kartoffeln und Obst von 135 Helfern erzeugt wurden.

Alles was nicht frisch verbraucht werden konnte, wurde von den Mitarbeiterinnen der Works-gGmbH, einem sozialem Netzwerkhaus verarbeitet. Es wurde eingekocht oder eingefroren und nichts ging verloren.

Geschichte der roten Früchte


Die Tomate ist eine unglaublich wandelfähige Frucht. Ursprünglich stammt sie aus Mittel- bzw. Südamerika. In der Aztekensprache wurde sie Xitomatl genannt und daher leitet sich der seit dem 19.Jahrhundert gebräuchliche Name ab. Vordem hieß sie Goldapfel oder auch Liebesapfel und in Österreich wird sie noch heute Paradeiser genannt.
Wahrscheinlich ist sie schon von Kolumbus nach Europa gebracht worden, fand aber zunächst hauptsächlich als Zier- oder Arzneipflanze in Verwendung.
Eine frühe Beschreibung aus dem Jahre 1561 stammt z.B. von Leonhard Fuchs (nach ihm wurde die Fuchsie im 17.Jahrhundert benannt).
Übrigens glaubte man lange, die Tomate sei der Paradiesapfel, mit dem Eva ihren Adam verführt hatte, vom Baum der Erkenntnis zu naschen. Das Ergebnis ist allgemein bekannt.
Auch sollte sie ein gefährliches Aphrodisiakum sein und man verbot jungen Mädchen den Genuss.
Erst nach dem 1.Weltkrieg stieg in Deutschland die Tomate in der Gunst der Verbraucher.
Heute isst jeder Bundesbürger im Jahr etwa 19 Kg frisch oder verarbeitet im Jahr.

Botanik


Solanum lycopersicon, so der wissenschaftliche Name der Tomate gehört zu den Nachtschattengewächsen. In diese Familie gehören auch für unsere Ernährung so wichtige Pflanzen wie die Kartoffel, Paprika und Auberginen.
Es sind einjährige krautige Gewächse, dass heißt Saat bis Fruchtreife geschehen in einer Vegetationsperiode. Die Früchte der Tomaten sind Beeren.

Inhaltsstoffe


Die Früchte bestehen aus 95 % aus Wasser.
Wichtige Inhaltsstoffe sind:
Zucker, Vitamine A, B1, B2, B3, Calcium, Kalium, Zinn
und Farbstoffe wie Lycopin und Karotin und weitere für die menschliche Ernährung wichtige Stoffe.
der Kaloriengehalt ist gering
Lycopin wird vom Organismus besonders gut in erhitzter Form aufgenommen.

Frucht- und Wuchsformen der Tomate


Tomatenfrüchte gibt es in unterschiedlichen Formen und Farben. Wir kennen gelbe, rote, grüne Früchte und sogar fast schwarze und blauviolette. Allen zu eigen ist, das man die Fruchtreife beachtet, da sich in den unreifen Beeren Solanin befindet, das giftig für den menschlichen Organismus ist. Mit der Reife wird dieses abgebaut.
Die Pflanzen wachsen als Busch- oder Stabtomate. Die Buschtomate spielte z.B. in der DDR im Feldanbau eine Rolle, heute wird sie gern in Hängetöpfe gepflanzt. In den Gewächshäusern des Erwerbsgartenbaus werden Stab-oder Strauchtomate.

Vielfältige Formen


Es gibt Tomaten in vielen Formen, glatte runde Früchte, längliche in Hörnchenform oder als sogenannte Flaschen, kleine birnenförmige Früchte als Cocktailtomate oder kleine dattelförmige mit oder ohne Spitze oder herzförmige sowie winzige wie Johannesbeeren oder große wie die Fleischtomaten mit mehr als 1000g Gewicht der einzelnen Beere und und und und .....

Manchmal findet man auch "Verbänderungen" siehe Bild der Nyagous

(unter Verbänderung versteht der Gärtner ein Zusammenwachsen
ursprünglich getrennter Pflanzenteile)

oder wie ein Zahnrad im Querschnitt die "Zahnradtomate"

“Venusbrüstchen" ist herzförmig,

"Striped Roman" eine Tomate mit ausgeprägter Spitze

"Andenhorn" hörchenartig,

"Rumänische Flasche" deutlich flaschenförmig,

"Harzfeuer" allgemein bekannt und rund,

"Rote Johannesbeere" wahrlich an Trauben wie die gleichnamige Frucht,

„Ei von Phuket“ eine eirunde Tomate mit einem schönen Farbspiel von grün über gelb und rosa bis rot.


“Fuzzy Wuzzy” eine Tomate mit grau-grünen
samtigen Blättern, Frucht rot gold-gelb gestreift
rund und gelb “Goldene Königin”

stark gerippt und gelb “Yellow Ruffled”

Man kennt übrigens auch sehr dunkle, fast schwarze Tomaten wie z.B. Black Zebra
und blaue wie z.B. Blue Berry oder Indigo Rose.

Wuchsformen der Tomatenpflanze


Es wird im allgemeinen unterschieden zwischen Busch- und Stabtomaten. In neueren Publikationen findet man auch die Begriffe Baum-,Strauch- und Traubentomaten. Ich gehe aber davon aus, dass man beim letztgenannten Begriff auf die Fruchtstände bezug nimmt. Und vielleicht versteht man unter Baumtomate, die besonders hochwachsenden Pflanzen. Eine wirklich einheitliche Beschreibung habe ich nicht gefunden.

Blattformen unterscheiden sich ebenfalls, so ist die Tamino deutlich „kartoffelblättrich“ und die „Fuzzy Wuzzy“ hat samtige Blätter

Tomaten reifen an den Fruchtständen von oben nach unten und im Hausgarten ernten wir sie auch der Reihe und Reife nach. Im Erwerbsgartenbau aber bevorzugt man sogenannte Trostomaten, hier reift die ganze Rispe auf einmal.



Fortsetzung folgt
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11 Kommentare
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 27.03.2015 | 05:15   Melden
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Priester Gerhard aus Abberode | 27.03.2015 | 05:39   Melden
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Lothar Wobst aus Bitterfeld-Wolfen | 27.03.2015 | 16:51   Melden
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Brunhild Schmalfuß aus Halle (Saale) | 27.03.2015 | 17:36   Melden
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Priester Gerhard aus Abberode | 27.03.2015 | 18:06   Melden
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Gisela Ewe aus Aschersleben | 27.03.2015 | 19:15   Melden
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Brunhild Schmalfuß aus Halle (Saale) | 27.03.2015 | 19:50   Melden
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Dieter Gantz aus Querfurt | 28.03.2015 | 18:08   Melden
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Brunhild Schmalfuß aus Halle (Saale) | 28.03.2015 | 20:11   Melden
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Gisela Ewe aus Aschersleben | 29.03.2015 | 17:32   Melden
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Brunhild Schmalfuß aus Halle (Saale) | 29.03.2015 | 18:56   Melden
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