Denkmalpflege - Möglichkeiten und Probleme

Im Jahre 1918
 
Im Jahre 1935
Aschersleben: Denkmale | Wer Besitzer eines Denkmals ist, in den meisten Fällen wird es sich um ein Haus handeln, kann einen Roman schreiben, über die Probleme, die damit einhergehen.

Denkmale bilden die materielle Grundlage unserer Geschichte. Wir wissen oder lernen in der Schule, wann war welcher Krieg, welcher König oder Kaiser oder Potentat vermeinte sein Land, seinen Einfluss vergrößern zu müssen. Oder ein Volk erhob sich gegen seine Unterdrücker.
Das sind einfach Daten, aber die weitgehend in das Leben aller Menschen eingriffen.
Aber wie haben die Menschen gelebt, ihre Häuser gebaut, Ackerbau und Viehzucht betrieben, oder Handel geführt. Und zu dem allen brauchte man Gebäude wie Scheunen und Ställe, oder Mühlen und Schmieden. Da kann man noch vieles aufzählen.

Manche dieser kulturellen Zeugnisse aus längst vergangenen Tagen sind bis in unsere Zeit gerettet worden. Am besten erhalten sind dabei jene Denkmale, die auch genutzt wurden und werden. Ein leerstehendes Haus verfällt.

Interessant ist auch die "Industriegeschichte". Und dabei sind Mühlen wohl die ältesten Zeugnisse. Schon früh hat der Mensch Wasser- oder Windkraft zu nutzen verstanden. Ein beredtes Zeugnis findet man im Mühlenpark in Gifhorn. Ein Besuch dort lohnt immer. Mühlen aus vielen Regionen der Welt sind dort aufgebaut worden,
vornehmlich Windmühlen.

Aber auch in unserer Stadt gibt es noch diese Zeugnisse.

An unserem Flüsschen Eine, wirklich nicht mehr als ein Bach, gab es in früheren Zeiten zehn Mühlen. Man kann lesen, es gab wohl an 30 Wasserräder und damit die die größte Mühlendichte in Mitteldeutschland.

Bäckermühle, Zätschmühle, Burgmühle, Schulmühle, Listsche Mühle, Vordermühle, Malzmühle, Klostermühle, Kreuzmühle und Salzkothmühle sind ihre Namen.

Heute stehen meistens nur noch die Gebäude. Man kann aber an manchen Stellen noch die Wasserführung erkennen. Meist lagen die Mühlen direkt am Fluss. Aber bei der Kreuzmühle führte ein Mühlgraben, der mehrere hundert Meter lang war und heute noch existiert, das Wasser heran.
An der Malzmühle gab es ein oberschlächtiges Mühlrad und ein Wehr führte dem Rad das Wasser zu. Vor Jahren war das noch zu sehen.
Und die Kreuzmühle war bis in die 90er Jahre noch die einzige Mühle, wo gemahlen wurde. Auch wir haben dort Getreide zu Schrot mahlen lassen für unsere Tiere.
Sogar das erste Freibad der Stadt befand sich an einem Mühlenteich der Burgmühle.

Historische Gebäude findet man auch in Aschersleben. Ein Fachwerkhaus aus dem Jahre 1709 habe ich von meinen Vorfahren geerbt.
Dieses Haus hatte aber ein verputztes Fachwerk. Vielleicht wollten die Erbauer damals doch lieber ein Steinhaus oder zumindest den Anschein erwecken. Als wir daran gingen, das Haus zu restaurieren, haben wir das Fachwerk freigelegt.
Unser Interesse war, eine schöne Fassade zu gestalten. Plötzlich interessierten sich Denkmalpfleger für das Haus und es kam auf eine Liste. Uns wurde vorgeschrieben, die Fenster, die wir extra aus Holz haben fertigen lassen, damit nicht Kunststoff-Fenster das Bild verschandeln, weiß anzustreichen. Und die Haustür, die nicht original aus dem 18.Jahrhundert war, sondern aus dem Jahr 1910 sollte restauriert werden. Der Kostenvoranschlag lag bei 10.000 DM. Für uns nicht akzeptabel, da die Renovierung mit neuem Dach, unter Beibehaltung der Gauben, was extra kostete, neuer Heizung und 2 neuer Treppen unser Budget schon arg strapazierte. Da wir nicht weisse Fenster wollten gab es k e i n e Fördermittel und für die Tür hätte es ein paar hundert Euro Zuschuss gegeben.
Das Haus hat eine Wohnung von 60 m² über 2 Etagen und ein Ladengeschäft von
40 m ².
Also mit so geringen in Aussicht stehenden Mieteinnahmen, konnte wir uns nicht auf weitere große Ausgaben einlassen.
Das ist leider die Realität.
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5 Kommentare
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Siegfried Behrens aus Halberstadt | 28.09.2014 | 21:50   Melden
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Gisela Ewe aus Aschersleben | 29.09.2014 | 10:22   Melden
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Bernd Müller aus Halle (Saale) | 30.09.2014 | 17:14   Melden
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Gisela Ewe aus Aschersleben | 30.09.2014 | 19:18   Melden
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Bernd Müller aus Halle (Saale) | 01.10.2014 | 20:13   Melden
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