Gedicht "Das geteilte ich"

Das geteilte ich

Du stehst in der Sonne sie blinzelt dich an.
Dein Weg er ist gerade und sauber, man lächelt dich an.
Dein Blick senkt sich und taucht in das kühle Nass.
Ein Spiegelbild vor dir, hinterlistig grinst es dich an, doch ohne Hass.
Die dunkle Seite krallt sich fest, umschlingt die Gedanken.
Du lässt es zu, deine Augen funkeln, die Gier wächst zu Ranken.

Du stehst in der Sonne, die Arme offen, ein Kind auf dem Schoß.
Du stehst für das Gute, für Liebe, denn dein Herz ist groß.
Du hastest ins Dunkle und suchst im Schlund.
Was hoffst du zu finden, die Seele schon wund.
Versinkst im Morast, die Leidenschaft zieht dich hinab bis zum Rand.
Nein, oh nein, du spielst nur mit ihr, denn den Joker hast du in der Hand.

Du stehst in der Sonne, dein Herz vor Güte und Liebe fast überschäumt.
Du gibst sehr viel Wärme, was bleibt für dich, hast es versäumt.
Die Hand greift ins Dunkle, vor Schmerz sie laut schreit.
Zerfleischt und zermalmt, doch sie ist bereit.
Sie zieht aus der brodelnden Lava das Feuer ins Licht, die Gefühle noch fern.
Mit einem Lächeln erhebt sie die Hände, dort schwebt ihr leuchtender Stern.


Karin Lehmann
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4 Kommentare
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Annette Funke aus Halle (Saale) | 16.10.2014 | 17:10   Melden
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Karin Wagner-Lehmann aus Aschersleben | 16.10.2014 | 17:19   Melden
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Annette Funke aus Halle (Saale) | 16.10.2014 | 17:50   Melden
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Karin Wagner-Lehmann aus Aschersleben | 16.10.2014 | 17:56   Melden
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