Der Tetzelstein - warum wir Tetzel die Reformation verdanken

mehrere solcher Holzplastiken weisen den Weg zum Tetzelstein
Königslutter: Tetzelstein | Der  Dominikanermönch Johann Tetzel wurde 1465 in Pirna geboren. Nach den katholischen Glauben ist es über die Beichte möglich, seinen Seelenfrieden mit Gott zu finden. Anfang des 16. Jahrhundert wurde für den Bau des Petersdom in Rom viel Geld benötigt Um es zu beschaffen, wurde von Tetzel  der Handel mit Ablassbriefen eingeführt. Für ein bestimmtes Entgelt. konnte man sich von seinen Sünden freikaufen. Ja man konnte sich auch für noch nicht begangenen Straftaten freikaufen. Die Beichte bei einem Priester war dadurch nicht mehr erforderlich. Ab 1504 war Tetzel zusammen mit anderen Ablasspredigern im ganzen Land unterwegs und verkaufte die Ablassbriefe. Ein Ablassbrief für einen Totschlag kostete z.B. 8 Dukaten. Ins Deutsche übersetzt hieß es: " Sobald das Geld in den Kasten (Ablasskasten) springt, die Seele(aus dem Fegefeuer) in den Himmel springt". Ab 1517 war Tetzel als Sub - Kommissar für den Ablasshandel in der Kirchenprovinz Magdeburg zuständig und somit auch für das nahe gelegene Wittenberg. Martin Luther prangerte diesen Ablasshandel an. Den Anschlag seiner 95 Thesen gegen den Ablasshandel, am 31.10.1517 an die Schlosskirche zu Wittenberg war der Beginn der Reformation. So gesehen, kann man Tetzel als Auslöser der Reformbewegung betrachten. Der Tetzelstein befindet sich im Naturpark Elm, Er liegt dicht an der Landstraße zwischen Königslutter und Schöppenstedt. Zum Tetzelstein gibt es zwei unterschiedliche Geschichten. Bei der älteren Version  wird ein Ablassprediger beraubt und erschlagen, nachdem sich der Mörder vorher bei ihm freigekauft hatte. Bei der anderen Version wird Tetzel selbst ausgeraubt, d.h. ihm wurde der Ablasskasten, mit dem Geld und den Ablassbriefen, geraubt. Vorher hatte der Räuber sich bei Tetzel durch einen entsprechenden Ablassbrief freigekauft. Da auf dem Tetzelstein ein Kreuz eingemeißelt ist, vermute ich, dass die ältere Version die richtige ist. Unmittelbar neben den Tetzelstein befindet sich die "Historische Waldgaststätte Tetzelstein".Ein Besuch dieser Gaststätte ist empfehlenswert. Alljährlich findet hier am auch seit 1887 ein Bergturnfest statt. .
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1 Kommentar
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Lothar Wobst aus Bitterfeld-Wolfen | 17.09.2017 | 19:11   Melden
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