Lieschen Knatterstein Kinderbiografie von Karin Lehmann

Aus dem Buch "Lieschen Knatterstein" einige Ausschnitte


Hier eine kurze Zusammenfassung:
Lieschen Knatterstein, dass bin ich!
Hört einmal zu was Lieschen alles macht, bis selbst der
Spaten dabei kracht.
Heitere Geschichten, der kleinen Lieschen Knatterstein",
könnt ihr hier nachlesen.
Irgendwie scheint alles schief zu gehen, obwohl es Lieschen
doch gut meint. Sie wollte nur den alten Kinderwagen wieder
etwas auf Hochglanz bringen, Oma ein tolles Geburtstagsgeschenk
machen und mit Papas flotten Hirsch ein wenig angeben.
Auch hatte sie nicht vor, dem Zahnarzt auf den Stuhl zu pullern,
oder Frau Schimmelpfennig mit den Mäusen zu erschrecken.
Herr Topf aber, hatte sich über die Zwiebeln gefreut.
Naja, obwohl sie nicht ganz ehrlich erworben wurden.


2.Der alte Kinderwagen


Eines Tages merkte Lieschen das Mamas Bauch immer dicker wurde. Sie erfuhr, dass sie ein Schwesterchen oder Brüderchen bekommen sollte. Der Kinderwagen wurde hergerichtet. Mama lächelte und sagte, mit dem habe ich dich schon spazieren gefahren Lieschen. Mama ihre Augen sehen irgendwie traurig aus, dachte Lieschen. Der Kinderwagen ist eigentlich schon sehr alt. Ich werde Mama überraschen. Eines Tages als ihre Eltern zum Einkaufen waren, lief sie schnell in den Schuppen. Dort standen viele Büchsen mit verschiedenen Farben. Mit einen Schraubenzieher und einen Hammer öffnete sie eine Büchse. So hatte es ihr Papa auch gemacht. Der Deckel flog in die Luft und landete auf Lieschens Haare. Er war etwas am Kopf festgeklebt, aber Lieschen kümmerte das nicht und steckte ihn in ihre Hosentasche. Sie sah nur die schöne leuchtend, schwarze Farbe. Sie schnappte sich noch einen dicken Pinsel und lief eilig in die Wohnung zurück. Schnell räumte sie den Kinderwagen aus und begann mit ihrer Arbeit. Lieschen war stolz. Aus den hellen alten Wagen zauberte sie einen Neuen, leuchtend Schwarzen. Mama wird sich freuen, jetzt hat sie einen neuen Kinderwagen. Mit Papas Taschentuch wischte sie die Farbspritzer auf der Erde und an den Händen weg und steckte es in die Hosentasche. Schnell noch den Kinderwagen einräumen und die Farbe weg. Schon hörte sie ihre Eltern kommen. Mit strahlenden Augen stand sie neben dem Wagen. Die Haare verschmiert, das Gesicht und die Hände schwarz. Aus der einen Hosentasche hing das schwarze Taschentuch und in der anderen Tasche steckte noch der klebrige Deckel von der Farbe. In ihrer kleinen Hand hielt sie noch den tropfenden Pinsel. Die Tür ging auf und Lieschen lächelte. Mama griff sich ans Herz und mit lautem Knall fiel ihr die Einkaufstasche aus der Hand. Papa sackte auf den Stuhl und schlug die Hände vors Gesicht. Ehe Lieschen sich versah, klatscht es und Mamas Hand landete in ihr Gesicht. Sie wurde in die Wanne gesteckt. Mit verbissener Miene schruppte Mama eine Stunde an Lieschen herum und schnitt ihr fast die ganzen Haare ab, dann musste sie ohne Essen ins Bett. Mama und Papa stritten sich noch lange. Papa meinte Lieschen hätte es doch nur gut gemeint und er könne Mama nicht verzeihen, dass ihr die Hand ausgerutscht ist. Mama weinte und jammerte, was das wieder kosten würde. Lieschens Magen knurrte, dann schlief sie ein. Den Kinderwagen sah Lieschen nie wieder.


3.Tante Annemie


Dann war sie da die kleine Rieke. Oh, was war das für ein Geschrei jeden Tag. Mit hochrotem Kopf lag Rieke in der Wiege und schrie das ganze Haus zusammen. Lieschen hielt sich die Ohren zu und dachte, Mama hat gar keine Zeit mehr für mich. Rieke sollte mir eigentlich dankbar sein, sie hat jetzt einen, neuen, roten Kinderwagen. Eines Tages kam Tante Annemie zu Besuch. Papa runzelte die Stirn. Einmal hörte Lieschen wie Papa sagte, sie sieht immer aus als wäre sie in einen Tuschkasten gefallen und riechen tut die wie ein Puma. Eine Flasche Parfüm ist sicher wieder draufgegangen. Lieschen hatte es der Tante einmal gesagt, als sie zusammen im Tierpark waren und vor einem Pumagehege standen. Tante Annemie hielt sich die Nase zu und rief, oh der Puma stinkt aber. Ja antwortete Lieschen, das sagt Papa auch immer wenn du zu uns kommst, aber der Puma ist noch nicht in den Tuschkasten gefallen! Tante Annemie hat ein halbes Jahr nicht mit Papa gesprochen. An ihrem Geburtstag hat Papa ihr eine Flasche Parfüm geschenkt und gesagt, dass er es nicht so gemeint hat. Sie hat nur sauer gelächelt aber sie haben sich wieder vertragen und seit dieser Zeit besucht sie uns auch wieder. An diesem Tag brachte sie mir eine Schokoladenmarzipanstange mit. Sie weiß doch, dass ich kein Marzipan esse, dachte Lieschen und bedankte sich lächelnd. Lieschen wickelte das Papier ab und lutschte etwas an der Schokolade herum. Nein, das schmeckt ja ekelig, schüttelte sich Lieschen. Heimlich wollte sie die Marzipanstange wieder in Tante Annemies Handtasche stecken. Als sie die Tasche öffnete, rutschte die Stange ohne Papier in die Tasche und landete in Tante Annemies Utensilien. Sie wollte die Stange wieder herausfischen, aber weil sie schon so weich war, rutschte sie immer wieder zurück. Plötzlich rief Mama. Lieschen, wo bleibst du denn! Schnell warf Lieschen das Papier in die Tasche und ging ins Wohnzimmer. Dort beugte sich gerade Tante Annemie über Riekes Wiege. Rieke fing an wie am Spieß zu schreien und ihr Köpfchen färbte sich feuerrot. Die Tante lachte und sagte, noch so ein Käuzchen. Dann schaute sie zu mir und sagte, einen Kiebitz habt ihr ja schon. Seit diesem Tag nannte sie uns nur noch Käuzchen und Kiebitz. Drei Tage nach diesem Besuch rief Tante Annemie an. Lieschen bekam 14 Tage Stubenarrest. Sie fand es nicht so schlimm, als sie an der Tür lauschte und Mama sagte etwas von teure Tasche und Papiere neu beantragen, aber Papa lachte und sagte, jetzt muss sie sich einen neuen Tuschkasten kaufen.

Karin Lehmann


novum verlag
Lieschen Knatterstein
ISBN: 9783990071892
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3 Kommentare
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Annette Funke aus Halle (Saale) | 29.10.2014 | 14:40   Melden
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Karin Wagner-Lehmann aus Aschersleben | 29.10.2014 | 17:09   Melden
5.917
Annette Funke aus Halle (Saale) | 29.10.2014 | 19:30   Melden
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