Die Mallet-Lokomotiven der Harzer Schmalspurbahnen ...

  Die Mallet-Lokomotiven der Harzer Schmalspurbahnen.

Hier zeige ich ganz aktuell die 99 5902 (NWE 12), welche heute (24.10.2015) den Traditionszug von Wernigerode aus zum Brocken zog.

Die 99 5902 (NWE 12) ist von der Bauart B´Bn4vt und wurde 1897 vom Hersteller Junghans gefertigt.

Die technischen Details der Lokomotive (Maschine) sind schnell aufgezählt.

Achsstand gesamt: 4600 mm;
Zylinderdurchmesser: 2285/425 mm;
Länge über Puffer: 8875 mm;
Treibraddurchmesser: 1000 mm;
Fahrzeugbreite über alles: 2600 mm;
Fahrzeughöhe über alles: 3900 mm;
Kesseldruck: 14 kp/cm2;
Fahrzeuggewicht: 28 t;
Rostfläche: 1,388 m2;
Heizfläche in der Feuerbuchse: 5,240 m2;
Zugkraft/PS: 5,70 MP/255.

Ein kleiner Junge hatte heute in Wernigerode, nicht weit weg von mir, seine Mutter doch wirklich gefragt ob denn diese kleine grüne Lok den Zug bis zum Brockengipfel bringen könnte. Ich habe es mir erspart mitzuteilen, dass diese kleine grüne (o.k. sie war nicht immer grün) Lokomotive dieses es schon seit 118 Jahren machen würde, und dank der vielen (bezahlenden) Gäste auch noch eine unbestimmte Zeit weiter schaffen wird. Minuten später hatten beide aber auch schon wieder anderes zu tun und sich lieber um die rußverschmutzte Kleidung des Jungen zu kümmern.

Die 99 5902 (NWE 12) ist eine Mallet-Lokomotive. NWE steht für die „Nordhäuser Wernigeröder Eisenbahngesellschaft“, welche bereits am 25.06.1896 gegründet wurde.

Was aber kann man denn unter einer Mallet-Lokomotive verstehen?

Der Name Mallet-Lokomotive geht auf den Erfinder zurück - den Schweizer Ingenieur Anatole Mallet, der seine Konstruktion 1888 zum Patent anmeldete. Damals war man bestrebt, starke Lokomotiven zu bauen, mit großen Antriebsanlagen und hoher Achszahl, mit denen auch enge Kurven durchfahren werden konnten.

So kam man auf das Prinzip der geteilten Triebwerke, bei denen mit dem Dampf aus dem Kessel sowohl vorn als auch hinten jeweils eine Dampfmaschine mit Zwillingszylindern, mit ihren Gestängen und Radsätzen abgetrieben wurden.

Die beiden Teiltriebwerke, Vorderwagen und Hinterwagen, waren wie ein bewegbares Drehgelenk miteinander verbunden. Anstelle eines riesigen, aber starren und schweren Triebwerkes zwei kleinere, zu einander bewegliche, in ihrer Last besser verteilte und insgesamt für Kurvenfahrten damit bestens geeignete "Dampfmotore".

Mallets Top-Idee war nun dabei: Er löste ein Problem elegant, indem er es umging. Am schwierigsten war nämlich bei den Gelenklokomotiven, dass auch die Leitungen für den heißen hochgespannten Dampf ja beweglich sein mussten.

Der Erfinder legte nun die hintere, fest mit dem Kessel der Lok verbundene Maschine für Hochdruck aus und das vordere, bewegliche Treibgestell für Niederdruck, für den Abdampf. So musste man die beweglichen Teile der Abdampfleitung nur für den halben Druck, für etwas 7 atü, abdichten. Und das war kostengünstig zu meistern. Mallets Gelenklokomotive kann 350 PS leisten und hat sich besonders auf Bergstrecken über Jahre mit ihrer Kraft, Beweglichkeit und Zuverlässigkeit bewährt.

Diese und andere Erklärungen finden sich in diversen Publikationen, aber auch auf der von mir betriebenen Internetseite wieder.

Brandaktduelle Informationen sind stets auf Twitter @selketalbahn zu finden.
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