Kannibalen, Kaiser und Prinz im Kyffhäusergebirge

Blick von Borxleben auf das Kyffhäusergebirge mit Denkmal un Fernsehsender Kulpenberg
Rottleben, zwischen Bad Frankenhausen und Sondershausen gelegen, war der Ausgangspunkt der Wanderung des Harzklubs Falkenstein im südlichem Kyffhäusergebirge .Vorbei an der Barbarossahöhle, benannt nach einem der Beinamen( Rotbart, Barbarossa) Kaiser Friedrich I. (1121-1190) betraten wir den Naturpark Kyffhäuser. Angenehm fielen die vielen interessant gestalteten Informationstafeln auf. Ein gut beschildertes Wanderwegenetz hilft bei der Erkundung des Kyffhäusers. Bedingt durch die geringe Niederschlagsmengen sind, besonders am Südhang, Pflanzen anzutreffen, die normalerweise nicht in unserer Klimazone leben, sondern in Steppen anzutreffen sind. Die Südhälfte des Gebirges besteht hauptsächlich aus Zechstein mit gesteinsbildenden Anhydrit. Durch Wasser wurde der Anhydrit in Gips umgewandelt und mit der Zeit aufgelöst. Dadurch entstanden die vielen Höhlen im Kyffhäusergebirge. Zu erwähnen ist, dass sich im sogenannten Frankenhäuser Tal große Vorkommen von Stein- und Kalisalz, aus der letzten Eiszeit, in größeren Tiefen befinden.

Falkenburg und Prinzenhöhle

Die Falkenburg, eine Ritterburg, war unser erstes Ziel. Unser Wanderführer informierte uns über die Geschichte dieser Burgruine, von der noch wenige Mauerreste sichtbar sind. Weiter ging es zur Prinzenhöhle. Hier legten wir die erste Pause ein. Die allgemein zugängliche Höhle sollte im Jahre 1865 als Versteck für eine geplante Entführung eines Prinzen dienen. Durch Verrat kam es aber nicht dazu. Die Prinzenhöhle ist eine Gipshöhle in der auch Marienglas, eine kristalline Form des Gipses, vorkommt. Auch an vielen anderen Stellen am Wegesrand waren Vorkommen von Marienglas zu finden.

Kosackenberg, Kulthöhlen und Kannibalismus

An einem Rastplatz, kurz vor Bad Frankenhausen, legten wir noch eine Pause ein. So gestärkt wanderten wir weiter zu dem Kosackenberg. Hier befinden sich viele Höhlen und Erdspalten. Untersuchungen ergaben, dass einige der Höhlen bereits vor 3.000 Jahren zu kultischen Zwecken benutzt wurden. Man konnte anhand der Knochenfunde beweisen, dass es sich hierbei auch um Menschenopfer gehandelt hat. Auch Spuren von Kannibalismus wurden gefunden.

Kleine Wipper

Entlang der alten Salzstraße, einem Hohlweg, der Bad Frankenhausen mit Nordhausen verband, gelangten wir zu der Kleinen Wipper. Hierbei handelt es sich um einen bereits im Mittelalter künstlich angelegten Wasserkanal. Damit wurde jahrhundertelang Bad Frankenhausen mit Wasser - zur Salzgewinnung- aus der Wipper, versorgt. Entlang der Kleinen Wipper erreichten wir nach einer, interessanten aber auch anstrengenden Wanderung, unseren Parkplatz. Unser Dank geht an unseren Wanderführer, Herrn Udo Münnich, für die vielen, vielen Informationen. Da weitere Informationen den Rahmen dieses Beitrages sprengen würden, habe ich mich entschlossen einige Fotos von den Informationstafeln beizufügen.
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