Trautenstein - Silber Marie - Trageburg - Rappbodevorsperre

Staumauer der Rappbodevorsperre
 
Mandelholz - Stausee im Winter
Der Harzklub Quedlinburg führte unter Leitung ihres Wanderführers, Herrn Manfred Böhm, eine Wanderung, von Trautenstein aus, durch. Auf dem Trautensteiner Rundweg rechts der Rappbode kamen wir an einem ehemaligen Bergwerk, der Silber Marie, vorbei. Nach wenigen Metern erreichten wir den Anfang des Stausees der Rappbodevorsperre. Da diese Vorsperre Bestandteil der Bodetalsperren ist, möchte ich versuchen diese umfangreiche Anlage im Harz zu beschreiben.

System der Rappbodetalsperre

Durch regelmäßige verheerende Hochwasser, verursacht durch die ungebändigte Bode, hatte man sich schon vor dem II. Weltkrieg mit der Planung dieses Talsperrensystems befasst. So stand z.B. Quedlinburg am 30.12.1925 teilweise zwei Meter unter Wasser. Nach 7- jähriger Bauzeit konnte bereits am 3.10.1959 die Rappbodetalsperre in Betrieb genommen werden. Die Kalte Bode von Elend kommend, wird im Mandelholz - Stausee reguliert und fließt bei Königshütte mit der Warmen Bode, die von Tanne kommt, zur Bode zusammen. Die Bode durchfließt anschließend die Überleitungssperre Königshütte. Durch einen Wasserstollen wird ein Teil des Bodewassers zur Rappbodetalsperre abgeleitet. Der Rest des Bodewassers fließt weiter im alten Flussbett zur Wendefurter Talsperre. Sie befindet sich unmittelbar unterhalb der Rappbodetalsperre. Die Rappbode, von Trautenstein kommend, fließt zur Regulierung ebenfalls in eine Vorsperre. Gleiches erfolgt mit der von Hasselfelde kommende Hassel. Die Rappbodetalsperre schützt einmal die Orte, die an der Bode liegen, vor starkem Hochwasser, zum anderen erfolgt für viele Städte die komplette Wasserversorgung durch diese Talsperre. Das Wasser wird in Wienrode durch ein Rohrsystem, allein durch das vorhandene Gefälle, zu den Verbrauchern, wie z.B. nach Halle, geleitet. Zusätzlich wird in der Wendefurter Talsperre durch Turbinen Elektroenergie gewonnen. ln den Nachstunden wird Wasser aus der Wendefurter Talsperre in das höher gelegene Pumpspeicherbecken gepumpt. Bei größeren Energiebedarf kann nun schnell zusätzlich Strom gewonnen werden.

Trageburg und Trockweg

Unser Rundweg führte uns hinauf zur ehemaligen Trageburg. Sie diente zum Schutz einer bereits im 10. Jahrhundert den Harz in Nord - Süd Richtung überquerenden Straße, den Trockweg. Von einer Schutzburg ist nichts mehr zu erkennen, dafür hat man von hier oben einen schönen Blick auf die Rappbodevorsperre. Auf einem Höhenweg der zum Hexenstieg gehört, gelangten wir auf den von Hasselfelde kommenden Weg der deutschen Kaiser und Könige. Auf diesem Weg wanderten wir über die Staumauer der Rappbodevorsperre bergauf in Richtung Königshütte. Oben angekommen, verließen wir diesen Weg um über die Weiße Brücke wieder auf den Trautensteiner Rundweg zu gelangen. An einer Schutzhütte, an einem Seitental (Allerbach) der Rappbodevorsperre, legten wir eine letzte Pause ein. Vorbei an Informationstafeln und vielen Ruhebänken kamen wir wieder am Parkplatz in Trautenstein an. Unseren Wanderführer möchte ich für die schöne und interessante Wanderung danken..
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2 Kommentare
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Gisela Ewe aus Aschersleben | 24.06.2016 | 22:10   Melden
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 25.06.2016 | 07:51   Melden
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