Von Burg zu Burg in Aschersleben

Drehspindelleiter im Bergfried 3 auf der Burg Freckleben
 
Bergfried 3
Treffpunkt zu dieser Wanderung war der Parkplatz auf der Burg Freckleben. Die Führung dieser interessanten, etwa 15 km langen Wanderung des Harzklubs Falkenstein übernahm diesmal Herr Großekappenberg. Frau Rockmann vom Heimatverein Freckleben e.V. führte mit uns eine Besichtigung der Burg durch.

Nach Besichtigung des Burgbrunnens und das Burgmuseum kamen wir über den Burghof zum Bergfried I. Dieser Turm wurde durch Initiative des Heimatvereins umfassend restauriert und im Dezember 2008 den Besuchern als Aussichtsturm zugänglich gemacht. Zuvor war dieser Turm und andere Bereiche der umfangreichen Burganlage dem Zerfall preisgegeben. Vom Aussichtsturm konnten wir gut die Orte Freckleben, Drohndorf, Mehringen und die Stadt Aschersleben erkennen. Die aufgeführten Orte liegen alle im Tal der Wipper, einen kleinen Harzfluss. Seit einigen Jahren wurden diese drei Orte eingemeindet und gehören nun zur Stadt Aschersleben. Der Bergfried 3 hat neben der ungewöhnliche Architektur (unterhalb 4 - eckig ; oberhalb 8 - eckig) eine in Deutschland einmalige Besonderheit, die sich im inneren des Turmes befindlichen Drehspindelleitern. Mit Hilfe dieser Leitern war es möglich, die Nistkästen der dort lebenden Tauben, zu erreichen.

Winkelkirche St. Stephanus in Freckleben

Der nächste Höhepunkt der Wanderung war die Besichtigung der Winkelkirche in Freckleben.

Herr Erfurt vom Kirchengemeindevorstand erklärte uns, wie es zu dieser seltenen Form der Kirche gekommen ist. Bedingt durch den Abriss einer zweiten Kirche, der St. Moritz Kirche, musste die St. Stehanuskirche im Jahre 1594 vergrößert werden.

Lutherhaus in Drohndorf

Über den Wipper - Radweg gelangten wir nach Drohndorf. Nach der Mittagspause führte uns Herr Großekappenberg zum dortigen Lutherhaus. Hier lebte ein Bruder des Reformators Dr. Martin Luther. Das Anwesen ist auch heute noch im Besitz der Familie Luther.

Burg Bünau

Weiter ging es am rechten Wipperufer nach Mehringen. Vorbei am ehemaligen Zisterzienser Nonnenkloster gelangten wir zwischen Mehringen und Aschersleben gelegene Burg Bünau. Die Besitzer der Burg, die Familie von Bünau, hatte schon vor Jahrhunderten die Zurmhügelburg aufgegeben. Im Jahre 1382 wurde die Burg an das erwähnte Kloster verkauft. Bereits im 15. Jahrhundert wurde die Burg als wüst bezeichnet. Nur der Flurnamen erinnerte noch an diese Burg. Im vergangenen Jahr kam Bewegung um die verschwundene Burg. Durch Aufnahmen mit Hilfe einer Drohne konnte, durch den unterschiedlichen Getreidewuchses, die mutmaßliche Lage der Burg bestimmt werden. Archäologen haben anschließend in nur 30 cm Tiefe die Grundmauern der Burg entdeckt.

Walkmühle und Rückweg

Bis zur Walkmühle Mehringen waren es von der Ausgrabungsstätte nur wenige Schritte. Hier entstanden durch kneten und stampfen des feuchten Wollgewebes bzw. der Wollhaare Filze, Tuch und Lohden, die in der damaligen Tuchmacherstadt Aschersleben weiterverarbeitet wurden. Zugleich wurde 1723 dem Betreiber der Walkmühle das Schankrecht übertragen, das dort bis 1946 ausgeübt wurde. Danach wurde die Walkmühle einige Jahrzehnte als Grundschule und Schulhort genutzt. Zurück nahmen wir den Weg am linken Wipperufer. Über den Pfaffenbusch, einem Naturschutzgebiet, und einer Streuobstwiese gelangten wir voller neuer Erkenntnisse und Eindrücke wieder auf Burg Freckleben an. Hier konnten wir uns mit Kaffee und Kuchen von der etwas anstrengenden Wanderung erholen. Ein Dankeschön geht deshalb an Frau Rockmann, Herrn Erfurt und vor allem an Herrn Großekappenberg.
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2 Kommentare
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Lothar Wobst aus Bitterfeld-Wolfen | 12.05.2016 | 14:17   Melden
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Gisela Ewe aus Aschersleben | 16.05.2016 | 22:28   Melden
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