Silberhütte, der Teufelsteich und die Kindsmörderin

Teufelsteich
Der Harzort Silberhütte war der Ausgangspunkt einer Wanderung des Harzklubs Quedlinburg. Vom Parkplatz am Waldhof wanderten wir zum Fürstenteich. Dieser Teich gehörte zum Unterharzer Graben - und Teichsystem. Mit Hilfe dieses Systems konnte der weit verbreitete Bergbau im Harz effektiv betrieben werden. In der Region Silberhütte, Neudorf und Straßberg wurden neben Pyrit (Schwefelkies), Eisenerz und Flussspat auch Silber gewonnen. Durch die Wasserkraft konnte z.B. das gewonnene Erz, in einem Pochwerk für die Weiterverarbeitung in einem Hüttenwerk, zerkleinert werden. Nach Einstellung des Bergbaues im Jahre 1903 diente er neben den Hochwasserschutz bis 1995 zur Trinkwasserversorgung.

Talsperre Teufelsteich

Auf einem zum Teil frisch geschotterten Waldweg ging es hinauf zum Teufelsteich. Dieser in den Jahren 1696/97 in Betrieb genommener Teich hatte ähnliche Aufgaben wie die meisten anderen Harzteiche. Während einer notwendigen umfassenden Sanierung des Dammes in den Jahren 1985 - 1989 wurde die Talsperre stark vergrößert. Neben dem Hochwasserschutz wird dort auch Rohwasser produziert.

Bergbaupfad und Birnbaumteich

Auf dem Bergbaupfad wanderten wir weiter bis zum Birnbaumteich. Dieser war ebenfalls ein Bergbauteich. Heute ist er ein beliebter Badeteich mit einem angeschlossenen Campingplatz. Am Rande des Teiches legten wir unsere Mittagspause ein. Durch den Hellergrund gelangten wir auf dem Bergbaupfad wieder zurück zum Waldhof. Durch die vielen Infotafeln, die die Form der sogenannten Dennert - Tanne haben, konnten wir gleich mehrere bergbauliche Begriffe wie Lichteloch, Radstuben, Radkammer, Kunst, Kunstteich, Kunstgraben, Stollen und Erbstollen kennenlernen.

Kindsmörderin und der Glanschacht

Auf dem Bergbaupfad kamen wir auch am ehemaligen Glanschacht vorbei. Auf der dazugehörigen Infotafel ist zu lesen: " Der Glanschacht verdankt seinen Namen eine traurige Begebenheit. Eine Frau Glan aus Friedrichsbrunn hatte eine Tochter von etwa 10 oder 12 Jahren, die ihr vermutlich wegen einer Heirat im Wege stand. Das Böse gewann Gewalt über sie und in ihr reifte der Plan, das Kind zu beseitigen. Dies konnte aber daheim nicht geschehen. So nahm sie das Mädchen und ging heimlich mit ihr fort bis zum ersten Schacht den sie fand. Hier erklärte sie unverhohlen dem Mädchen, dass es jetzt in den Schacht geworfen würde. Obwohl das Mädchen bat und flehte stürzte sie die gefühlslose Mutter lebendig in den Schacht, und ging wohlgemut nach Hause. Vorrübergehende hörten das Wimmern im Schacht, und so wurde das schwerverletzte Kind herausgeholt. Doch musste es an den Verletzungen sterben, nachdem es noch sagen konnte, was geschehen war. Die Mutter ist hingerichtet worden! Der Schacht hieß von nun an Glanschacht". Meinen Dank für diese schöne und zugleich lehrreiche Wanderung geht an den Wanderführer, Manfred Böhm.
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