Wanderung von Spiegelsberge über Medingschanze, Malachit zum Gläsernen Mönch

Spiegels Mausoleum
 
Blick auf Halberstadt vom Panoramaweg
Am Parkplatz des Tierparks Halberstadt begann die Wanderung des Harzklubs Quedlinburg. Bei leicht windigen aber trockenen Wetter wanderten wir auf dem Panoramaweg, der am erwähnten Parkplatz beginnt und unterhalb der Spiegelsberge langführt. Die Spiegelsberge, nach dem Besitzer Domdechant "Freiherr Ernst L. C. von Spiegel zum Düsenburg" benannt, gehört neben den Klusbergen und den Thekenbergen zu den Halberstädter Bergen. Den Halberstädter Bismarckturm, der zu weiteren 172 Bismarcktürmen in Deutschland gehört, konnten wir nur vom weitem sehen. Am Mausoleum des Herrn von Spiegel machten wir eine kurze Informationspause. Vom Panoramaweg aus hat man einen schönen Blick auf den Huy, Halberstadt, Langenstein und die Harzer Berge.

Medingschanze

Vorbei an der Wartburg, einem ehemaligen Ausflugslokal, führte unser Weg zur Medingschanze. Diese Schau- und Ausbildungsanlage wurde 1916, also noch während des 1. Weltkrieges, von einem Hauptmann von Meding, zur publikumswirksamen Darstellung von Schützengräben und Unterständen, errichtet. Bundesweit ist eine solche Anlage einmalig. Der Verein Halberstädter Berge hat diese längst vergessene Anlage in den Jahren 2013/2014 wieder zum Leben erweckt. Nachdem wir das Relikt des 1. Weltkrieges verlassen hatten, wechselten wir fast unbemerkt von den Spiegelbergen zu den Thekenbergen über.

Grosse Halde und Malachit

Vorbei an der "Grosse Halde",hier handelt es sich um den Abraum der beim Stollenbau angefallen ist, kamen wir zum Reichsbahnstollen. Dieser Stollen gehört zu einem ganzen System von Stollen mit einer Länge von 13 km und einer Fläche von 67.000 m². Dieser Stollensystem, auch unter dem Objektnamen Malachit bekannt, wurde in nur 10 Monaten 1944/1945 errichtet. Die benötigten Arbeitskräfte waren KZ - Häftlinge. Sie kamen vom Außenlager des KZ Buchenwald Langenstein - Zwieberge. Allein beim Bau dieses Stollensystems verloren 1.900 Häftlinge ihr Leben. In dem halbsweg fertiggestellten Stollensystem wurde noch am 11.04.1945 mit der Fertigung von Motorenteilen für die Junkers Flugzeug - Motorenwerke A.G. Dessau begonnen. Nach Demontagen und Teilsprengungen durch die Rote Armee wurde 1976 die Anlage von der NVA übernommen und zum Komplexlager KL 12 ausgebaut. Bekannt wurde das Stollensystem als Einlagerungsort von nun wertlosem DDR - Geld nach der Währungsunion von 1990.

Gläserner Mönch

Nach ca. 500 m erreichten wir das ehemalige Landhaus. Leider sind hier von der Gaststätte nur noch Ruinen vorhanden, sodass wir ohne Stärkung die etwa 200 Stufen hinauf zum Gläsernen Mönch bewältigten mußten. Dieser Gläserener Mönch ist ein begehbarer Felsvorsprung aus Sandstein. Mit etwas Fantasie kann man sich durchaus einen Mönch mit Kutte vorstellen. Nach der Information der AFU GmbH Halberstadt soll der Name von "glarener" = steinerner Mönch herstammen und sich im Laufe der Zeit in den "gläsernen" Mönch gewandelt haben. Nach der Mittagspause ging es über die Thekenberge, in Sichtweite der Klusberge und der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber, zurück zu den Spiegelsbergen. Hier besichtigten wir den Aussichtsturm Belvedere, er wurde um 1780 von Spiegel errichtet. Nun war es nicht weit, vorbei am Jagdschloss Spiegelsberge mit dem bekannten Riesenfass, bis zum Parkplatz. Wie immer geht ein Dankeschön an den Wanderführer Manfred Böhm.
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