Feuchtfröhliches Jubiläum

  Bad Schmiedeberg: Autrac GmbH |

Festtag fast ins Wasser gefallen


Seit einigen Jahren hat das kleine Elbestädtchen Pretzsch kein Heimatfest mehr. Über 140 Jahre feierte dieses Event eine lange Tradition. Immer am ersten Juni-Wochenende wurde das Heimat- und Schulfest an der Elbe gefeiert.
Seit einigen Jahren fanden sich keine ausreichenden Recourcen mehr, das Fest weiter auszutragen. Der Termin jedoch wird nun von anderen Veranstaltungen genutzt, die durchaus mehr sind als nur ein einfacher Ersatz des Traditionsfestes.

In diesem Jahr feiert der Technikdienstleister „AUTRAC“ in Pretzsch sein 20jähriges Bestehen. Der Festtag wird zusammen mit „Oma´s Backstübchen“ aus Merschwitz begangen, das seinerseits das 10. Jubiläum in diesem Jahr feiert.
Bereits am Vormittag startete das Festwochenende mit dem traditionellen Heimatfestlauf, der auch ohne das namensgebende Heimatfest weiterhin Bestandteil der Läufer-Szene ist. Auf dem Sportplatz trafen sich die Sportskanonen um den beliebten Wettkampf unter sich auszutragen.

Und wie schon beim Heimat- und Schulfest standen auch bei dieser Veranstaltung wieder die Kinder des Ortes im Mittelpunkt. Wurde doch, wie schon das frühere Traditionsfest des Ortes auch der Festtag der beiden ortsansässigen Unternehmen nicht ganz zufällig auf den Kindertag am 1. Juni gelegt. Die kleinen Einwohner unserer Gegend hatten dann auch die meisten Gründe sich auf den Festtag zu freuen.

Während die Eltern sich mit Freunden bei Kaffee, Kuchen, Gegrilltem oder einem frisch gezapften Bier unterhielten, bot der Veranstalter für die kleinen Gäste vielseitige Möglichkeiten sich zu beschäftigen. Am aufregendsten waren sicher die Fahrten mit der Feuerwehr. Und wer kann mit 5 Jahren im Kindergarten schon von sich sagen, schon mal einen 12-Tonnen-Traktor gefahren zu sein ? Für die Knirpse war das sicher eine ganz besondere Erfahrung.
Daneben gab es Tretautos und einen dafür eigens angelegten Parcours, eine Hüpfburg und allerlei anderer Spielstationen. Auf der Elbe konnte man mit dem Feuerwehrboot eine Runde drehen.

Für die Erwachsenen versuchte der Veranstalter ein abwechslungsreiches und vielseitiges Unterhaltungsprogramm anzubieten. Mit Tanzshoweinlagen für jung und alt. Neben der Tanzgruppe des Pretzscher Sportvereins, kamen auch die liebreizenden Damen der Pretzscher Funkengarde zum Einsatz, sowie eine Showtanztruppe aus Gräfenhainichen. Schlagersternchen und Witzfiguren rundeten den Nachmittag auf der Bühne ab. Dabei wurde das Publikum teilweise in das Programm der Unterhaltungskünstler einbezogen.

Die Stimmung auf dem Fest war ausgezeichnet, bis ein erster heftiger Regenschauer als Vorbote dessen, was noch kommen sollte, die Besucher unter sichere Dächer trieb. Doch nachdem dieser vorüber war, ging die Party weiter. Erst die immer wieder kehrenden Regenduschen und der auffrischende Wind, stellten den Veranstalter bald vor einige Herausforderungen. Ein allzu heftiger
Regenschauer setzte die Musikanlage des DJ kurz nach 20 Uhr lahm und die Übertragung des
DFB-Pokalfinales im Festzelt war von mehrfachen Bildausfällen begleitet, da die Wetterlage einen störungsfreien Genuss des Fussballspiels schwierig gestaltete. Dies sind jedoch sind Dinge die man „höherer Gewalt“ zurechnen muss. Der Veranstalter selbst hat ein hervor ragendes Event auf die Beine gestellt. Dies wird auch in dem Umstand deutlich, dass nicht wenige der Besucher sich mehrere Stunden auf dem Gelände der AUTRAC aufhielten.
Unterstützt von freiwilliger Feuerwehr und Sportverein konnte somit einmal mehr ein kultureller Höhepunkt geschaffen werden, der sicher noch lange für Gesprächsstoff unter den Einwohnern unseres kleinen Ortes sorgen wird.

Einen kleinen dunklen Schatten warf einzig die Gastronomie auf die Veranstaltung.
Zum einen war offenbar das Grillgut recht schnell aufgebraucht, da der Grill nach 20 Uhr wohl nichts mehr anbot. Die Gulaschsuppe aus der Feldküche war eigentlich keine. Solange der Grill noch speisen anbot, bildeten sich zum teil lange Schlagen an diesem. Für die Versorgung einer solch großen Anzahl an Gästen muss eigentlich mehr als ein Grill bereitgestellt werden oder man schafft Speise-Alternativen, so dass nicht alle nur an diesem Grill anstehen müssen.

Der Bier- und Getränkeausschank war vorbildlich und ohne große Wartezeiten sicher gestellt worden. Hier gibt’s nichts zu meckern. Auch der vom Eiscafe Hardies bereitgestellte Eisverkauf erfolgte in der gewohnt professionellen Art. Auch der Kuchenverkauf im Festzelt war einer der Hauptanlaufpunkte der hungrigen Gäste und die dort angebotenen Leckereien waren wirklich sehr vielseitig und gutschmeckend.

Besonders lobend möchte ich die logistische Gestaltung des Events erwähnen. Die Bühne gleich gegenüber dem Festzelt, alle Kinderstationen sehr kompakt auf dem Gelände verteilt. Die kleine Ausstellung historischer Traktoren im hinteren Bereich fand ebenso reges Interesse wie die von der Feuerwehr durchgeführte Schauvorführung. Alles in allem mussten nur kurze Wege zurückgelegt werden, so daß man nicht endlos Zeit mit der suche nach einer Toilette oder einer freien Sitzgelegenheit verbrachte. Abgesehen von dem verregneten Abend mit den technischen Ausfällen und der Schwachstelle „Grill“, kann das Fest-Event als ausgesprochen gelungen bezeichnet werden.
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