Wo ist Askanien – ein neues Paradies für Steuersünder in einem Schweizer Kanton, auf den Bahamas oder auf den Cayman Islands???

... Schlossplatz mit Schlosskirche und Museum - erkennbar die halbrunde Apsis der Klosterkirche ...
 
--- Wappen der noch heute bestehenden askanischen Linie Anhalt --- (Foto: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d2/Wappen_Deutsches_Reich_-_Herzogtum_Anhalt_%28Gro%C3%9Fes%29.png)
Ballenstedt: Schloßplatz Ballenstedt | Nach Recherchen geht der Name

Askanien

wohl auf die lateinische Bezeichnung einer mittelalterlichen Burg auf dem Wolfsberg in Aschersleben (Ascharia) zurück, erbaut 1000 bis ca. 1100 u. Z. Davon sind heute nur geringe Reste eines Turmes im Zoo von Aschersleben erhalten. Die Burg wurde im 12. Jhd. vom Welfenherzog, Heinrich dem Löwen (ca. von 1129 bis 1139 Braunschweig), zerstört. Sie soll aber nicht mit der Ballenstedter–Askanischen Linie verbunden gewesen sein.

Also müssen wir in Mitteldeutschland den Sitz der Askanier weiter ergründen – der Weg führte nach

Ballenstedt

im Anhaltinischem ins Schlossensemble. Die

Burg Anhalt

gab dem Land Anhalt, welches mittig in unserem Land Sachsen-Anhalt sich befindet, den Namen.

Wo liegt die Burg?

Sie lag im Selketal auf dem großen Hausberg (398 m ü. NN), wurde 1123 von dem Askanier Otto dem Reichen aus Ballenstedt gebaut und 1140 in einer Fehde zwischen dem Erzbischof Wichmann von Magdeburg und dem Markgrafen von Meißen zerstört.
Ein Wiederaufbau unter dem Askanier, Albrecht der Bär, erfolgte 1147. Sie war eine der mächtigsten Befestigungsanlagen im Harz, war aus Ziegelsteinen erbaut und hatte die Größe und Umfang der Wartburg. Die Burg war bis ca. 1300 bewohnt, die danach verfiel.

Zum Geschlecht der Askanier:

In Ballenstedt fand ich das Abbild der

Uta von Ballenstedt.

Eine Tochter von einem Adligen aus dem schwäbischen Uradel Stammenden (später auch als Graf Adalbert I. und auch als Graf von Ballenstedt bezeichnet) und Hidda einer Grafentochter aus der Lausitz.
Adalbert der I. gilt nur bedingt als Stammvater der Askanier, da er vom schwäbischen Uradel wohl abstammte.

Uta (etwa 1000 bis 1046) war vermählt mit dem Markgrafen Ekkehard II. von Meißen, deren Ehe kinderlos blieb. Ekkehard aus Meißen und Uta von Ballenstedt gehören zu den 12 Stifterfiguren im Naumburger Dom.

Aus dem Sachsenspiegel Eike von Repkows,

ist zu entnehmen, dass ein aus dem schwäbischen Uradelsgeschlecht Stammender, der Vater der Söhne Esico (gest. 1059/60 in Ballenstedt, dem ersten Grafen von Ballenstedt), Dietrich und Ludolf und der Töchter Uta und Hazecha ist.
Hazecha war später erste Äbtissin des Stifts (jetzige Stiftskirche) von Gernrode.
Der aus dem schwäbischen Uradel Stammende wird verschiedentlich auch als Adalbert I. bzw. als Graf von Ballenstedt bezeichnet, obwohl der Titel erst späteren Nachfahren zugedacht wurde.
Die erste Erwähnung

Ballenstedts

erfolgte 1073 in einer Urkunde.

Esico gilt als Stammvater des Fürstengeschlechts der Askanier.

Auf dem heutigen Schlossberg ließ er das Stift St. Pancratius und Abundus um 1046 errichten. Esicos Sohn, Adalbert II., als Graf von Ballenstedt heiratete Adelheid von Orlamünde und dessen Sohn Otto (1070 - 1123) bekam den Beinamen „der Reiche“ von Ballenstedt.
Die Nachfahren von Esico wandelten das Stift 1123 in ein Benediktiner-Kloster um. Otto der Reiche von Ballenstedt, Enkel von Esico, ist der erste Askanier, der sich 1106 nach Ballenstedt nannte.

Im Bauernkrieg

wurde das Benediktinerkloster gestürmt und teilweise zerstört und 1525 durch Fürst Wolfgang von Anhalt säkularisiert und als Residenz ausgebaut. Das Stadtrecht wurde Ballenstedt 1543 verliehen.

Die Linie der Askanier

verlief weiter über den Sohn von Esico, Adalbert II., dessen Sohn, Otto der Reiche als Graf von Ballenstedt, und Otto´s Sohn Albrecht der Bär (um 1100- 1170), auch Albrecht der I. von Brandenburg genannt.

Albrecht der Bär

trieb die Ostbesiedlung der Mark Brandenburg voran.
Seit 1280 ist das Wappentier Berlins der Bär. Es könnte auf Albrecht dem Bär hinweisen, exakte Belege gibt es nicht

Die Linie der Askanier

lässt sich weiter verfolgen über die Mgf.en und Grafen: Otto I. von Brandenburg,
Hermann I. von Weimar-Orlamünde und
Bernhard II. Graf von Anhalt und Aschersleben und Herzog von Sachsen.

Lediglich die Linie über Bernhard dem II. lässt sich bis heute als Linie von Anhalt verfolgen. Die anderen agnatischen Linien des Adels der Askanier sind erloschen.

Weitere bekannte Vertreter sind:
Ludwig I. von Anhalt-Köthen (1579 – 1650),
Leopold I. von Anhalt-Dessau (1676 - 1747 der alte Dessauer genannt),
Katharina II.die Große - Zarin von Russland - aus dem Hause Anhalt-Zerbst-Dornburg geboren als Sophie Auguste Frederike (21729 - 1796) und
Leopold III. als Fürst Franz bekannt, (1740 - 1817) ist der Gründer des Wörlitzer-Dessauer Gartenreiches.

Ausblick:


Eduard Prinz von Anhalt ( geb. 1941 Ballenstedt) ist bekannt als Ernst-August Prinz von Anhalt. Aus seiner Ehe mit Corinna Krönlein (geb. 1961) gingen 3 Töchter hervor.
Eduard und seine drei Töchter sind die letzten legitimen Abkömmlinge der Askanier im agnatischen Stamm.
Als Agnaten (lat. agnatus) bezeichnete man im römischen Recht einen männlichen Blutsverwandten, der in ununterbrochener männlicher Linie und ehelich legitimiert von einem gemeinsamen Ahnherrn abstammt.

Die Askanier waren ein deutsches Uradelsgeschlecht,

dem eine besondere Bedeutung der Landesgeschichte der Länder Niedersachsen, Sachsen, Brandenburg, Thüringen und Sachsen-Anhalt zukommt.
Alternativ wird das Geschlecht heute auch als Haus Anhalt bezeichnet, da es seit der Neuzeit ausschließlich von Vertretern des anhaltinischen Zweigs repräsentiert wird.

Ein Nachtrag:


Frédéric Prinz von Anhalt (*um 1943 in Bad Kreuznach) als Hans-Robert Lichtenberg geboren. Er ist der Adoptivsohn von Marie Auguste Prinzessin von Anhalt und nach dem BGB. darf er sich Prinz von Anhalt nennen.
Er erlangte durch seine Ehe mit Zsa Zsa Gabor und durch Auftritte in verschiedenen deutschen Reality-TV-Formaten Bekanntheit.

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Bernd Müller aus Halle (Saale) | 19.03.2014 | 15:49   Melden
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Lothar Wobst aus Bitterfeld-Wolfen | 19.03.2014 | 16:27   Melden
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Gisela Ewe aus Aschersleben | 19.03.2014 | 17:57   Melden
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Bernd Müller aus Halle (Saale) | 27.03.2014 | 17:42   Melden
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