Radpartie SV "Glück Auf" Plötz e.V

    Bernburg (Saale): Schloß Biendorf | Radpartie am 12.05.2013

Der Saisonstart für die Radfreunde des SV "Glück Auf" Plötz e.V. wurde am 12.05.2013 mit einer Tour nach Biendorf vollzogen.
Mit für Radfahrer verhältnismäßig gutem Wetter fuhren wir pünktlich um 11.00 Uhr los, um gemütlich die ca. 23 km zu bewältigen. Keiner der 35 Teilnehmer ahnte zu diesem Zeitpunkt, welch nasse Überraschung uns noch bevorstand.
Unsere Route wählten wir von Plötz über Wieskau nach Gröbzig, um dann weiter entlang der Wörbziger Kiesgruben, entfernt von den Hauptverkehrsstraßen unser Ziel, das Schloss Biendorf, anzusteuern. Die Pause an den Kiesgruben in Wörbzig war kürzer als geplant, viele zeigten auf die am Himmel herannahenden Regenwolken und wollten schnell weiter. Ein Stopp in Wörbzig, um Schutz vor den ersten leichten Regentropfen zu suchen, wurde nicht eingelegt. Mit einer leichten Erhöhung der Geschwindigkeit wurde der Weg nach Löbnitz an der Linde fortgesetzt. Im Ort angekommen suchten wir uns Schutz vorm starken Regen unter einer großen alten Linde.
Einige fanden auch Schutz unter dem Vordach eines Hauses.
Umkehren, abwarten oder weiterfahren, war die oft gestellte Frage.
Zum Glück für uns alle konnten wir auf eine Rettung hoffen, nachdem Erika und Karlheinz Bau die Kontaktaufnahme mit dem Ortsbürgermeister von Löbnitz an der Linde herstellen konnten. Er selbst war zwar nicht vor Ort, aber seine Frau hat uns die Unterstellmöglichkeit im Hof des Dorfgemeinschaftshauses - wo wir dann den idealen Platz für uns und unseren Grillimbiss vorfanden - zugänglich gemacht. Kurzerhand wurde das Fahrzeug mit all den Speisen und Getränken zum Dorfgemeinschaftshaus beordert, die Grills wurden von den Kameraden unserer Feuerwehr aufgebaut und angezündet und man suchte sich ein gemütliches Plätzchen unter der Hofüberdachung. Bis zur ersten Grillwurst ließen es sich die Teilnehmer vom selbstgebackenen mitgebrachten Kuchen munden und es wurde auch wieder gelacht, da sich das Wetter schlagartig verbessert hatte und alles wie geplant weiter ging.
An dieser Stelle sei der Familie Bau und den Entscheidungsträgern in Löbnitz an der Linde, sowohl für den Einfall als auch die Gastfreundschaft nochmals gedankt.
Wir wurden zwar etwas durch den Regen nass, aber die Radpartie fiel deswegen nicht ins Wasser.
Nachdem wir uns alle gestärkt und etwas ausgeruht hatten, ging die Tour weiter Richtung Biendorf. Zwar waren die ersten 2 Kilometer ab dem Ortsausgang Löbnitz an der Linde sehr anspruchsvoll für Mensch und Material, aber ein verhältnismäßig breiter Randstreifen entlang der stark defekten Landstraße ermöglichte zum Ausweichen.

In Biendorf am Schloss angekommen wurden wir auch gleich von der Schlossbesitzerin in Empfang genommen. Nach einer kurzen Einführung begann der Rundgang im Museum.
Nachdem die Tür aufging, war es mehrmals zu hören - das Staunen, Ah, Oh, das gibt’s doch gar nicht - .....
Als erstes bekamen wir die Sammlung der 3.500 Löffelchen zu sehen, anschließend waren im zweiten Raum alte Holzhobel (ca. 150 St.) in verschiedenen Ausführungen zu bestaunen sowie ca. 100.000 Pins. Die 60.000 Stück umfassende Postkartensammlung mit der ältesten aus dem Jahr 1870, Fotoalben, alte und zum Teil stark benutzte Tabakpfeifen, Wanderstöcke, sehr alte Musikinstrumente, Grammophone, und aus dem Jahr 1870 einige Blechplattenspieler waren in den angrenzenden Räumen zu bestaunen, Rechenmaschinen, Wanduhren, Puppen und ein großer Teil der ca. 350 Taschenuhren waren ebenfalls eine Betrachtung wert.
Im letzten Bereich des Museums waren dann die Fingerhüte untergebracht. Hier konnten wir erfahren, dass es nun mittlerweile schon über 60.000 Stück sind. Wieder war ein Staunen von den Teilnehmern zu hören. Erst recht als man hörte, dass das bis dahin alleinige bestehende Fingerhut Museum in Deutschland, welches sich in Creglingen befindet (nahe Rothenburg an der Tauber), nur etwas über 4.000 Exemplare im Besitz hat.
Nun wurden auch die Fragen gestellt wie z. B. : Wie kommt man darauf, Fingerhüte und all die anderen Sachen zu sammeln, wo bekommt man die Fingerhüte alle her und sind die ganzen Exponate auch katalogisiert???
Als Antwort erhielten wir: Wie kommen Leute darauf z.B. Stoffbeutel und Kugelschreiber zu sammeln? Genauso hat das mit dem Kauf des ersten Fingerhutes als Souvenir angefangen. Die Suche nach anderen Exponaten setzte sich dann auf Flohmärkten fort bzw. wurde vieles bei Haushaltauflösungen erworben. Sehr viele im Museum zu sehende Exponate wurden von den Schlossherren in Frankreich erworben.
Sehr interessant waren auch die Informationen über den Kauf von Fingerhüten im Internet aus Übersee und anderen Nichteuropäischen Staaten. Im Museum befindet sich eine komplette Sammlung von Fingerhüten von allen amerikanischen Präsidenten von Georg Washington bis Bush (in dieser Serie kommt später auch noch Obama dazu). Da dies alles verzollt werden muss, waren die Mitarbeiter des Amtes in Aschersleben schon etwas verwundert, womit sie sich nun beschäftigen mussten, zumal ständig neue Exemplare eintrafen.
Überrascht zeigten wir uns, als bestätigt wurde, dass alle Exponate katalogisiert sind. Wie bitte, über 60.000 Fingerhüte sind katalogisiert? Ja, war die knappe Antwort von Gonnie Van de Merwe auf diese Frage. Wahnsinn! war die Reaktion unserseits darauf. Damit die Sammlung sich erweitern kann erhielt Gonnie Van de Merwe als Geschenk von Ingelore Zimmer einen Fingerhut. Ab diesem Zeitpunkt sprachen wir nur noch von „über 60.000 +1 Fingerhut besitzt ab sofort das Museum". Auch das Katalogisieren wird sicher erfolgen und somit hat der neue Fingerhut einen neuen Besitzer am 12.05.2013 bekommen.
Fasziniert von all dem Gesehenen besichtigten wir zum Schluss das am Museum angrenzende Trauzimmer, welches von der Stadt Bernburg für Eheschließungen genutzt wird. Natürlich kamen da auch gleich einige Anspielungen auf, welche an die Adresse unserer mitgereisten Singles gerichtet waren.
Nach der Führung im Museum, konnten wir bei einem Rundgang über das Schlossgelände noch so einiges über die Geschichte des Schlosses, die Nutzung vorher und jetzt, sowie die weiteren Ziele der Familie Van de Merwe erfahren.
Glücklicherweise liegt Biendorf am Europaradweg und dem Luther Weg, so dass die Besichtigungen und Führungen seit der Eröffnung zugenommen haben. Auch die enge Zusammenarbeit mit den beiden Städten Bernburg und Köthen führt immer mehr Besucher nach Biendorf.
Nach fast 90 Minuten endete unser Besuch in Biendorf. Zum Abschluss erfolgte noch ein gemeinsames Gruppenfoto auf der Außentreppe des Schlosses mit Blick auf den Schlossgarten. Diese Gelegenheit nutzte der Vereinsvorsitzende und bedankte sich im Namen aller Beteiligten für die Gastfreundschaft, die sehr interessanten Informationen und die Führung durch das Museum.
Als Erinnerung an unseren Besuch überreichte der Vereinsvorsitzenden Frau Gonnie Van de Merwe ein Vereinstrikot. Vielleicht findet es seinen Platz im Ahnenzimmer, neben den Erinnerungen an den Besuch der Fußballmannschaft von Ajax Amsterdam im Jahr 2010 in Biendorf.
Mit den vielen Eindrücken wurde dann der Rückweg angetreten. Am Vormittag wurde verkündet, dass auf dem Rückweg der Saal in der Parkklause Gröbzig für uns reserviert ist, um einen gemütlichen Abschluss begehen zu können. Die Hoffnung, an diesem Tag trocken das letzte Ziel zu erreichen, erfüllte sich leider nicht. Ein mächtiger Regenschauer durchnässte viele und man war froh, die warme und trockene Parkklause zu erreichen.
Nachdem die Sachen getrocknet waren und einige warme und wärmende Getränke zu sich genommen wurden, begann die Heimfahrt nach einem sicherlich sehr interessanten aber auch anstrengenden Tag.
Voller Euphorie über diese gelungene Tour verkündete der Vereinsvorsitzende den Termin und das Ziel der zweiten Tour in diesem Jahr. Das Ziel, die Templer Kapelle in Mücheln, soll am 22.09.2013 besucht werden.
Auf Grund der nun zum wiederholten Male sehr unbeständigen Wetterlage im Wonnemonat Mai wird es wohl höchstwahrscheinlich 2014 keine Radtour geben. Diese Tour wird mit einer etwas anderen Tour ersetzt. Ideen und Vorplanungen sind diesbezügliche schon angelaufen, teilte der Vereinsvorsitzende mit.
Für die Sicherheit auf der Radtour waren wieder die jungen Kameraden der FFw. Plötz verantwortlich. Alle Teilnehmer möchten sich bei den Kameraden für das Engagement bedanken und hoffen auf weitere Begleitung auf unseren Touren.

Olaf Hilbig
Vereinsvorsitzender
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