Ausstellung "Rechtsextreme Frauen in der DDR"

Bitterfeld-Wolfen: Frauenzentrum Wolfen |

Der Verein „Frauen helfen Frauen“ e.V. präsentiert die Wanderausstellung „Rechtsextreme Frauen in der DDR der 1980er Jahre im Blick von MfS und Polizei“ der Amadeu Antonio Stiftung

vom 29. Mai 2017
bis 14. Juli 2017
im Frauenzentrum Wolfen, Fritz-Weineck-Str. 4 im Ortsteil Wolfen.

In Geschichte und Gegenwart werden Frauen oft mit ihren politischen Meinungen und Handlungen übersehen und unterschätzt. Dies verstärkt sich wenn es um rechtsextreme Frauen geht. Frauen waren/sind Unterstützerinnen, Mitwisserinnen und Täterinnen rechtsextremer Gewalt, dennoch gelten sie weiterhin häufig als „friedliebend“ und „unpolitisch“.

Dazu wird es zusätzlich
am 12. Juni 2017
von 13:15 bis 14:45 Uhr
einen Vortrag von Frau Henrike Voigtländer
am Heinrich-Heine-Gymnasium Bitterfeld-Wolfen geben.

Frau Voigtländer studierte Kunstgeschichte und Geschichte an der Humboldt-Universität und der Freien Universität Berlin. Sie ist Doktorandin am Zentrum für Zeithistorische Forschung und untersucht Geschlechterverhältnisse im Betriebsleben der DDR. Neben ihrer Promotion beschäftigt sie sich mit Gender und Rechtsextremismus und ist freie Mitarbeiterin der Amadeu Antonio Stiftung.

Eine Ausstellung zu rechtsextremen Frauen in der DDR klingt erst mal ungewöhnlich. Rechtsextremismus in der DDR wird selten thematisiert und rechtsextreme Frauen wurden von der Forschung lange Zeit nicht beachtet. Die Fachstelle Gender und Rechtsextremismus der Amadeu Antonio Stiftung will diesen Teil der deutschen Geschichte nun erklären. In der Ausstellung „Rechtsextreme Frauen in der DDR der 1980er Jahre im Blick von MfS (Ministerium für Staatssicherheit) und Polizei“ zeigt sie seit Dezember Recherchen aus der Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen. Vier Fallbeispiele behandeln die Biografien rechtsextremer Frauen und den Umgang der Behörden mit ihnen. Die Ausstellung der Amadeu Antionio Stiftung widmet sich einer Forschungslücke und zeigt Recherchen aus der Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi- Unterlagen.

Die Ausstellung kann zu folgenden Zeiten kostenfrei besichtigt werden:
Montag bis Donnerstag von 8 bis 17 Uhr
Freitag von 8 bis 14 Uhr

Hintergrundinfos zur Amadeu Antonio Stiftung:
Seit ihrer Gründung 1998 ist es das Ziel der Amadeu Antonio Stiftung, eine demokratische Zivilgesellschaft zu stärken, die sich konsequent gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus wendet. Dabei ist es der Stiftung ein wichtiges Anliegen, gleichermaßen gegen Antisemitismus und Rassismus zu arbeiten. Nicht erst seit der Selbstenttarnung des "Nationalsozialistischen Untergrunds“ tritt sie daher konsequent gegen Rechtsextremismus ein. Antisemitismus, auch in Form von Israelfeindlichkeit, und Rassismus sind ein in Deutschland weit verbreitetes Problem, das noch zu wenig wahrgenommen wird. Dieser gesellschaftlichen Fehlwahrnehmung setzt die Stiftung Aufklärung, Sensibilisierung sowie Beratung und Förderung von lokalen Initiativen entgegen. Die Amadeu Antonio Stiftung hat überall in Deutschland bereits über 1100 lokale Initiativen und Projekte in den Bereichen demokratische Jugendkultur, Schule, Opferschutz und Opferhilfe, kommunale Netzwerke sowie Hilfsangebote für Aussteigerinnen und Aussteiger aus der Naziszene unterstützt. Wichtigste Aufgabe der Stiftung ist es, die Projekte über eine finanzielle Unterstützung hinaus zu ermutigen, Öffentlichkeit für ihre Situation zu schaffen und sie zu vernetzen.

Der Namensgeber der Stiftung, Amadeu Antonio, wurde 1990 von rechtsextremen Jugendlichen im brandenburgischen Eberswalde aus rassistischen Gründen zu Tode geprügelt, weil er Schwarz war. Er war eines der ersten von heute 178 Todesopfern rechtsextremer Gewalt seit dem Fall der Mauer.
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