Ausstellungseröffnung "Trauertattoo – Unsere Haut als Gefühlslandschaft"

Wann? 01.11.2017 17:30 Uhr

Wo? Frauenzentrum Wolfen, Fritz-Weineck-Straße 4, 06766 Bitterfeld-Wolfen DE
Bitterfeld-Wolfen: Frauenzentrum Wolfen |

Am 01. November 2017 wird die Ausstellung „Trauertattoo - Unsere Haut als Gefühlslandschaft“ um 17:30 Uhr im Frauenzentrum Wolfen in Anwesenheit von Katrin Hartig, einer der Initiatorinnen der Ausstellung, eröffnet.

„Ich wollte etwas, was ich immer bei mir trage“, so begründet Gela ihre Entscheidung für ein Tattoo nach dem plötzlichen Tod ihres Sohnes. „Es ist die optische, nach außen getragene Verbindung zu meiner Mama“, ergänzt die 23jährige Jennifer. Ein Name, den man nie vergessen will! Ein Datum, das immer bleibt! Weil sie sich für immer an einen geliebten, verstorbenen Menschen erinnern wollen, lassen sich viele Menschen in ihrer Trauer ein Tattoo stechen. Über 100 Menschen folgten dem Aufruf der Fotografin Stefanie Oeft-Geffarth und der Trauerbegleiterin Katrin Hartig. Sie interviewten und fotografierten diese Trauernden. Die Geschichte ihrer Tattoos und ihrer Trauer erzählt die Fotoausstellung „Unter die Haut“. Erstmalig wird dieses Thema in einer aktuellen Wander-ausstellung aufbereitet und an vielen Orten in Deutschland gezeigt.

Das Tattoo kann Liebeserklärung und Brücke zum Verstorbenen sein, wie für den 51jährigen Jürgen: „Unsere Trauer hat uns ja auch dahin geführt, dass sich unsere Meinung über Tattoos komplett geändert hat“, sagt der um seine Tochter trauernde Vater. Er war einer der Teilnehmer an den Foto-Shootings, die die Initiatorinnen quer durch Deutschland führten zwischen Magdeburg und Bremen, zwischen Leipzig und Münster. Ein Handabdruck, die letzten Worte aus dem Abschiedsbrief, eine Kinderzeichnung. Ob Mann oder Frau. Jung oder Alt. Das Tattoo ist ein Statement für immer, denn Trauer geht nicht vorbei. Sie verändert sich und sucht nach Ausdruck. Sie will gesehen werden. Diesem Anliegen will das Projekt gerecht werden. Experten wie Dr. Mark Benecke, deutscher Kriminalbiologe und Spezialist für forensische Entomologie sowie Prof. Erich Kasten, Neuropsychologe und Lisa Schönberg, Dipl.-Psychologin ordnen die Erfahrungsberichte ein.

Die Ausstellung kann bis zum 23. November 2017 im Frauenzentrum Wolfen kostenlos besichtigt werden: jeweils Montag bis Donnerstag von 8 - 17 Uhr, Freitag von 8 - 14:30 Uhr.

Der Verein „Frauen helfen Frauen“ e.V., die Sternenkinder Anhalt-Bitterfeld, Antea Bestattungen und der Verein „Hospiz Wolfen“ e.V. möchten mit diesem Kooperationsprojekt das Tabuthema „Tod“ in den Mittelpunkt rücken. In unserer Gesellschaft wird dieses Thema oft ausgeklammert, alle haben Angst davor, keiner will darüber reden. Gerade deshalb ist es wichtig, dieses Tabu zu brechen – der Tod gehört zu unserem Leben. Gefühle, Ängste, Hoffnungen und Gedanken auszusprechen hilft uns besser mit diesem Thema umzugehen. Aus diesem Grund wurde die Ausstellung „Trauertattoos“ nach Wolfen geholt.
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