Mo Asumang im Frauenzentrum Wolfen

Bitterfeld-Wolfen: Frauenzentrum Wolfen |

„Vielleicht kann ich Rassismus besser verstehen, wenn ich mit den Rassisten selbst spreche“, sagt Mo Asumang. Die afrodeutsche Regisseurin erhielt eine Morddrohung von Neonazis und machte sich daraufhin auf die Suche nach ihrer Identität.

Diese beeindruckende und überaus mutige Frau war am 16. Februar 2016 zu Gast im Frauenzentrum Wolfen und präsentierte darüber hinaus ihren Dokumentarfilm „Die Arier“. Während sich viele Menschen nach einer Morddrohung verständlicherweise zurückgezogen hätten, sucht Mo Asumang die direkte Konfrontation mit Neonazis, rechten Hass-Predigern und sogar Anhängern des Ku-Klux-Klan in den USA. Sie lässt die Zuschauer an diesem sehr persönlichen, mutigen und spektakulären Experiment teilhaben und zeigt auf beeindruckende Art und Weise, dass man bei allen Herausforderungen, die eigene Menschlichkeit, mit all seiner Wärme, nie vergessen sollte.

Gebannt schauten die mehr als 115 Gäste des Frauenzentrums auf die Leinwand und jedem stockte der Atem, als sich Mo Asumang in diverse gefährliche Situationen begab. Sie zeigt eindrucksvoll, wie man die eigene Angst überwinden und sich zur Wehr setzen kann, zur friedlichen Wehr. Dabei entlarvt sie auch, dass der Arier-Mythos der Rechten unvereinbar mit allem ist, was man aus der Geschichte und der Wissenschaft weiß. Denn der Begriff kommt aus dem indischen und persischen Bereich und bedeutet etwas ganz Anderes, als die Neonazis es gern hätten. Wie wichtig diese Aufklärung ist, zeigen die anschließenden Gespräche, denn die wenigsten Gäste hatten Kenntnis über diese Tatsache. Der Film macht aber auch Mut, nicht nur wegen Mo Asumang selbst, sondern auch das gezeigte Beispiel eines Aussteigers. Ein Film, den man einfach gesehen haben muss!

Im anschließenden Filmgespräch, moderiert von der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt, wurde jedem die Möglichkeit geboten, Fragen an die Regisseurin zu stellen. Sehr offen, wahrhaft und ehrlich beantwortete und diskutierte sie mit den Anwesenden. Danach gab es die Möglichkeit beim Bücherstand der City Buchhandlung das aktuelle Buch von Mo Asumang zu kaufen und die Regisseurin signierte auf Wunsch die Exemplare.

Die Veranstaltung erfolgte im Rahmen unseres Projektes „30 Minuten? Nicht mit uns!“. Hintergrund ist die Tatsache, dass alle 30 Minuten eine rechtsextreme Straftat in Deutschland stattfindet. Der Verein „Frauen helfen Frauen“ e.V. möchte sich dem aktiv entgegenstellen und knüpft mit diesem Projekt an seine bisherige Arbeit für Toleranz und Demokratie an.

Eine überaus gelungene Veranstaltung, die erst durch die Spende der Stadt Bitterfeld-Wolfen im Rahmen der Weihnachtsgala "Tausend Sterne sind ein Dom" möglich war. Einen herzlichen Dank an dieser Stelle!
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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Zeitung | Erschienen am 27.02.2016
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