AHA-Lehrstunden in der Fuhneaue – Teil 2 Vom Reudener Busch bis Salzfurtkapelle

Natternköpfe, auch als Natterköpfe bezeichnet, sind häufig an Wegrändern zu finden. um sie zu fotografieren hielten wir an. Doch dann...
 
...machte uns Herr Eisenwichtauf etwas anderes aufmerksam.
Bitterfeld-Wolfen: Fuhneaue | Herr Eisewicht erzählte uns: „Die Fuhneaue ist als eiszeitlichen Schmelzwasserrinne während der letzten Eiszeit entstanden und war bis ins 16. Jahrhundert eine Moor-und Sumpflandschaft. Dann wurde mit Hilfe erfahrener Holländer die Region durch das Ziehen von Gräben in die heutige Form entwässert.

Im zweiten Teil zunächst noch etwas mehr Theorie, entnommen aus:
„Die Landschaftsgliederung Sachsen-Anhalts (Stand: 01.01.2001) *)
Die Fuhneniederung lagert sich als breites, sohlenartiges Band mit holozänen Auenlehmen und Moorbil-
dungen zwischen Hallesches Ackerland im Süden und Köthener Ackerland im Norden und verbindet so
das untere Saaletal mit dem Muldetal im Sinne eines Verbundes der Auenlandschaften.
Die Niederungsböden sind durch Entwässerung und intensive Nutzung degradiert. Insbesondere die
Grundwasserabsenkung hat zu Torfzehrung und Torfsackung geführt.
Nur im Bifurkationsbereich (dazu mehr im Teil drei) konnten sich naturnähere Verhältnisse erhalten.
In dieser 136-seitigen pdf findet man viele weitere Aussagen, auch zur Fauna und Flora

Zurück zu unserer Exkursion (ungefähre Fahrtroute auf letztem Bild).
Der offizielle Fuhneradweg nähert sich im östlichen Teil leider kaum der Fuhne. Ganz anders bei uns.
(die offizielle Radwanderkarte ist leider zur Zeit vergriffen)
http://www.fluss-radwege.de/fuhne-radweg/
Wir umfuhren Reuden nördlich und bogen ein kurzes Stück auf den Salzfurter Weg ein.
An einer Steinweichsel machten wir eine "Studienpause", denn an dieser konnte man alle Stadien des aus Japan und China stammenden Harlekin-Marienkäfers (Harmonia axyridis) erkennen.
Dieser "Neubürger" wird seit 1982 in Europa als Gegenspieler von Blattläusen, Blattflöhen und Schmetterlingslarven in Gewächshäusern eingesetzt. Im Jahr 1999 sah man in erstmals im Deutschland und seit 2005 auch regelmäßig in Sachsen-Anhalt. Aus anfänglichen Einzeltieren wurde eine Landplage und verdrängen die einheimischen Marienkäfer.
Weitere interessante Details könntet ihr in der von mir schon erwähnten Broschüre „Einfluss von Neobiota auf geschützte Arten und Lebensräume“ nachlesen: **)
Wie wir in unserem Garten habt ihr in wohl auch schon diese aggressiven Käfer gesehen.

Über einen Feldweg ging es nun nach 90 Minuten erstmalig über einen Feldweg an die Ostfuhne.
An einem kleinen Wehr war aber von ihr fast nichts zu sehen. Kaum zu glauben das in diesem dichten Schilfgürtel bis zu 40 Fischarten leben sollen (sogar Hechte).

Erst im Herbst wird dieses Schilf gemäht. Jammerschade, dass der kostengünstigere Vorschlag von Herrn Eisenwicht noch kein Gehör fand:
„Pflanzt doch entlang der Fuhne schattenspendende, wasserliebende Erlen – die würden den Wuchs all-mählich eindämmen!“

Der weitere Weg war sehr beschwerlich – erst über einen ungemähten Feldweg und weiter über noch ungemähte Wiesen, gemäß dem Motto – wer sein Rad liebt, der schiebt!
Erst unter der Unterquerung der A9 wurde es deutlich besser. Zum Trost konnten wir auf dieser Strecke wieder viele Insekten beobachten – und unser Experte kannte sie bei Namen (egal ob Schmetterlinge oder Libellen)! Besonders das Azurjungfer-Männchen begeisterten uns,. Um ein blassoranges Weibchen für sich zu interessieren, tanzten sie ständig auf dem Wasser!

Westlich der Autobahn gibt es hier auch zwei (im Sommer meist trockenen) dreieckförmige Einmündungen des aus Richtung Zörbig kommenden Brödelgrabens.
Weiter westwärts wurde der Feldweg auch endlich wieder fahrradtauglicher.
Beiderseits des Weges Richtung Salzfurtkapelle konnte man auch viele alte Kopfweiden bewundern. Sie werden wegen des permanenten Rückschnittes (Foto dazu im nächsten Teil) so genannt. Ihre Asthöhlen sind auch ein beliebter Tagesruheplatz für Eulen.


*)
http://www.lau.sachsen-an-halt.de/fileadmin/Biblio...

**)
http://www.lau.sachsen-an-halt.de/fileadmin/Biblio...
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3 Kommentare
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Ulrich Kruggel aus Dessau-Roßlau | 30.06.2016 | 08:56   Melden
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Bernd Müller aus Halle (Saale) | 11.07.2016 | 17:03   Melden
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Wolfgang Erler aus Sandersdorf-Brehna | 11.07.2016 | 17:22   Melden
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