Behindertenbeirat unterstützt Kampagne des Hilfetelefons

Die Mitglieder des BMB beziehen Stellung und unterstützen die Kampagne "Wir brechen das Schweigen!".

In der Sitzung vom 07. Dezember 2015 sprachen sich der Beirat für Menschen mit Behinderungen des Landkreises Anhalt-Bitterfeld und der Behindertenbeauftragte des Landkreises Anhalt-Bitterfeld, Ralph-Dieter Unbehau, einstimmig dafür aus, die aktuelle Kampagne des Hilfetelefons „Das Schweigen brechen“ zu unterstützen. Vorgestellt wurde die Kampagne vom Verein „Frauen helfen Frauen“ e.V. welcher sich an der bundesweiten Mitmachtaktion beteiligt und darüber aufklärt.

Lange Zeit hat man nicht über das Thema Gewalt gegen Frauen und Mädchen mit Behinderungen gesprochen. Dass dies jedoch von Nöten ist, beweist die erste repräsentative Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aus dem Jahr 2011. So haben Frauen mit Behinderungen ein stark erhöhtes Risiko Opfer von Gewalt zu werden: Mit 58 bis 75 Prozent haben fast doppelt so viele Frauen im Erwachsenenalter körperliche Gewalt erlebt als Frauen im Bevölkerungsdurchschnitt. Von sexueller Gewalt im Erwachsenenleben waren die Frauen der Befragung etwa zwei- bis dreimal häufiger betroffen als der weibliche Bevölkerungsdurchschnitt. Zudem erleben Frauen mit Behinderungen oft seelische Gewalt und sie werden angeschrien, schlecht gemacht oder ungerecht behandelt. Was man dabei nicht übersehen darf, Behinderung und Gewalt hängen oft zusammen. Das heißt, Frauen mit Behinderungen erleben oft Gewalt, aber die Gewalt macht die Frauen oft noch krank, weshalb sich die Behinderung verstärken kann. Doch viele der Betroffenen sehen für sich keine Möglichkeit, sich zu wehren und kennen darüber hinaus nicht das Hilfs- und Unterstützungssystem für gewaltbetroffene Frauen und Mädchen. Genau hier setzt der Beirat für Menschen mit Behinderungen an. Er möchte mit seiner Unterstützung nicht nur auf das lokale Auffangsystem des Frauenhauses Bitterfeld-Wolfen hinweisen, sondern auch auf das bundesweite Hilfetelefon, denn eine Aufklärung ist dringend erforderlich. Frauen und Mädchen mit Behinderungen haben das Recht auf ein Leben ohne Gewalt, das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit und das Recht auf körperliche und seelische Unversehrtheit.

Mit der Aktion des Hilfetelefons soll das Thema Gewalt gegen Frauen, insbesondere gegen Frauen mit Behinderungen, in der Öffentlichkeit präsenter werden und auf die vielfältigen Beratungsmöglichkeiten für Betroffene aufmerksam gemacht werden. 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr erreichbar: Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist das erste bundesweite Beratungsangebot für Frauen, die von Gewalt betroffen sind. Unter der Telefonnummer 08000 116 016 und via Online-Beratung können sich Betroffene, aber auch Angehörige, Freunde sowie Fachkräfte anonym und kostenfrei beraten lassen. Qualifizierte Beraterinnen stehen den Anrufenden vertraulich zur Seite und vermitteln sie auf Wunsch an Unterstützungsangebote vor Ort. Bei Bedarf werden Dolmetscherinnen in 15 Sprachen zum Gespräch hinzugeschaltet.

Das Hilfetelefon ist unter der Nummer 08000 116 016 zu erreichen!

Das Hilfetelefon im Internet:
http://www.hilfetelefon.de
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