Buchlesung von Frauke Kohl

Die Autorin Frauke Kohl liest aus ihrem Buch.
Bitterfeld-Wolfen: Pro Civitate |

Am 11. August 2014 präsentierte das Frauenzentrum Wolfen im Pro Civitate, Am Leineufer 25 in 06749 Bitterfeld die Autorin Frauke Kohl.

Vor 35 Gästen stellte Frau Kohl, 51 aus Wolfen-Steinfurth, ihre zwei Bücher vor, in deren sie zwei Schicksalsschläge ihres Lebens verarbeitet. Frisch verheiratet erwarteten Frauke und Thomas Kohl ihr erstes Kind. Am 20. Dezember 1985 brachte sie es in Dessau zur Welt, tot. Einen Tag zuvor war das Kind im Mutterleibe verstorben. Die jungen Liebenden mussten dies verarbeiten, bekamen ihr Kind jedoch nicht einmal zum Verabschieden zu Gesicht. In der DDR wurden Totgeburten verheimlicht. Den Grabstein des Familiengrabes ziert seither der Schriftzug: "UNSER KIND † 19.12.1985".

Doch die Zeile darüber verrät eine weitere Familientragödie: "WALTER [STREIFLER] 1922 - 1943 verm. i. Rußl." - Der Onkel, den die Autorin nie kennen lernen konnte. Für ihr zweites Buch bereitete sie die mehr als 90 Feldpostbriefe ihres Onkels auf: Monate in Ausbildungslagern der Wehrmacht, das Warten auf den Fronteinsatz und schließlich der tägliche Überlebenskampf an der Ostfront - geschildert aus der Sicht eines typischen Deutschen, für den diese Briefe oft die einzige Kontaktmöglichkeit zu seiner Familie, seinen Eltern und seiner kleinen Schwester Inge, der Mutter der Autorin, darstellen.

"Geschichte einer Totgeburt - Henriette von Dessau“ und "Die Feldpostbriefe des Walter Streifler. Ist der Krieg bald zu Ende? Von Gott verlassen" versetzen die Gäste in andere Zeiten. Anhand persönlicher Beispiele werden so totgeschwiegene Themen und die Inschriften des Grabsteines lebendig.

Wir bedanken uns bei der Autorin Frauke Kohl, den Geschwistern Kohl und dem Team von Pro Civitate.
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