"Frauen der Reformation in der Region" - Wanderausstellung im Frauenzentrum

Bitterfeld-Wolfen: Frauenzentrum Wolfen |

"Die Welt kann die Frauen nicht entbehren, selbst wenn die Männer allein die Kinder bekämen."
(Martin Luther)


Anlässlich der Lutherdekade haben die Evangelischen Frauen in Mitteldeutschland eine Wanderausstellung konzipiert, die Frauen der Reformation aus der Region vorstellt. Wie haben Frauen diese Umbruchszeit erlebt und in welcher Weise waren sie daran beteiligt? Von wenigen prominenten Vertreterinnen wie Katharina von Bora abgesehen, ist über die Frauen der Reformationszeit in der Region bislang wenig überliefert und in der Öffentlichkeit bekannt. Das liegt zum einen daran, dass ihr Alltag eher im häuslichen Bereich zugeordnet war und zum anderen, dass ihre Biographien, Texte und Bilder über Jahrhunderte hinweg für wenig erhaltenswert erachtet wurden, insbesondere wenn es sich nicht um adlige oder hochstehende Persönlichkeiten handelte. Gerade deshalb ist es wichtig, dass reformatorische Wirken dieser unterschiedlichen Frauen sichtbar zu machen und die Mitverantwortung von Frauen früher und heute zu würdigen.

Die Ausstellungstafeln informieren zunächst über die Lebensbedingungen von Frauen in der bewegten Zeit des 16. Jahrhunderts und portraitieren letztendlich zwölf Frauen verschiedener sozialer und regionaler Herkunft aus dem Mutterland der Reformation. Frauen waren als Wegbereiterinnen der neuen Lehre gefragt und positionierten sich klar zu politischen, gesellschaftlichen und religiösen Themen – sei es als Nonne oder Hausmutter, Bürgerliche oder Adlige, Verfolgte oder Aufständische. Sie erlebten nicht nur diese bewegte Umbruchszeit, sie gestalteten sie mit. Zweifelsohne waren dabei die ersten Schritte riskant und erforderten viel Mut und Courage. Dennoch darf man nicht außer Acht lassen, dass die Reformation mit ihren Glaubensverständnis und Menschenbild auch auf die Frauen einwirkte und ihnen den Platz in der Familie zugewiesen hat.

Besonders bemerkenswert ist dabei, dass "PatInnen" aus der Gegenwart ihre "Ahnin" sehr persönlich und anschaulich vorstellen. Diese Wanderausstellung liefert damit nicht nur Anregungen und Fragestellungen zum Austausch, sondern regt damit auch weitere Forschungen an. Den Evangelischen Frauen in Mitteldeutschland ist damit eine sehr interessante, aufschlussreiche und berührende Ausstellung gelungen, welche es sich zu besuchen lohnt.

Die Ausstellung kann noch bis zum 27.02.2014 im Frauenzentrum Wolfen während den Öffnungszeiten (Montag bis Freitag, jeweils von 07:30 bis 19:00 Uhr) kostenlos besichtigt werden.

Weiterführende Links:
Evangelischen Frauen in Mitteldeutschland
Artikel in der MZ-Online-Ausgabe
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