Inklusion als das Blaue am Himmel

Joachim Heinrich, Vorsitzender des Beirates für Menschen mit Behinderungen des Landkreis Anhalt-Bitterfeld und 1.Kreisvorsitzenderdes Sozialverband Deutschland e.V. Kreisverband Anhalt Bitterfeld, über Inklusion:

"Inklusion ist leicht zu verkünden. Inklusion zu leben ist dagegen viel schwieriger. Deutschland hat sich auf den Weg einer inklusiven Gesellschaft begeben, ganz im Sinne unseres Grundgesetzes und der Erklärung der Menschenrechte, Schön.

Dazu genügt es aber nicht, bestimmte Berufsgruppen, zum Beispiel Lehrer aufzufordern, Inklusion in ihrem Alltag zu praktizieren und sie dann mit all ihren Anstrengungen und Problemen, die sich daraus ergeben, allein zu lassen. Genau das geschieht aber derzeit an vielen Orten.

Inklusion wird schon daher nicht Wirklichkeit, dass Gegenstände einfach umetikettiert werden. Vorgestern stand Sonderschule / Förderschule oder Integration drauf, heute eben Inklusion.

Inklusion fordert uns alle auf, unsere Weitsicht zu überprüfen und darauf zu verzichten, Menschen einzuteilen in brauchbare, weniger brauchbare, in Klassen, Stände oder Kasten. Inklusion heißt, jeden Menschen so zu schätzen, wie er ist. Ihm zu helfen, aus seinen jeweiligen Möglichkeiten das Beste zu machen. Und zwar nicht durch Aussortieren, sondern im Zusammenspiel mit anderen Menschen, die andere Stärken haben mögen und andere Schwächen.

Das ist auch das Gegenteil von alles über einen Kamm scheren. Wer Inklusion leben will und deshalb Eine Schule für Alle fordert, tut das wegen der Vielfalt der Möglichkeiten, die sich dort jedem eröffnen und nicht, weil alle Kinder den gleichen Unterricht erhalten sollen. Ob körperbehindert, seh- und/oder hörgeschädigt – ist auf besondere Bedingungen angewiesen. Den meisten tut es gut, zu wissen und zu erleben, dass sie sie in ihren Besonderheiten nicht allein sind.

Menschen mit Behinderungen können bei kluger Unterstützung vieles erreichen, ja selbst verwirklichen.

Inklusion meint Teilhabe. Was hierzu derzeit zum Beispiel in der Türkei auf der Basis Weg von Demokratie und Menschenrechten praktiziert wird ist das glatte Gegenteil von Inklusion.
Der Himmel mag oft grau sein, gerade jetzt im Herbst – das sollte aber kein Anlass zu Trübsal sein, denn irgendwann, irgendwo reißt jede Wolkendecke auf. Schauen wir deshalb nach oben und voraus, suchen wir das Licht und das Blau inmitten der Wolken – auch in unserem nunmehr 100-jährigen SoVD."
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