Landesweite Kampagne „Ausbl!ck“ auch in Bitterfeld-Wolfen

Bitterfeld-Wolfen ist Teil der landesweiten Kampagne „Ausbl!ck“: vom 31. Oktober bis 10. November ist das Plakat an der Ecke Hugo-Preuss-Straße/Leipziger Straße zu sehen

In 30 Städten - von A wie Aschersleben bis Z wie Zerbst – blicken ab dem 31. Oktober zahlreiche Augen von Großplakaten in Sachsen-Anhalt. Die Plakataktion ist ein Teil der landesweiten Kampagne „Ausbl!ck“, die betroffene Frauen, mögliche Unterstützungspersonen und gewaltausübende Männer über Hilfsangebote gegen Gewalt informiert und sie ermutigt, diese in Anspruch zu nehmen. Darüber hinaus soll die breite Öffentlichkeit für Gewalt im sozialen Nahraum (häusliche und sexualisierte Gewalt, Stalking sowie Zwangsverheiratung) sensibilisiert werden.

Laut einer deutschen Studie erlebt jede vierte Frau in ihrem Leben mindestens einmal Gewalt durch ihren Lebenspartner. Doch ein Großteil der Opfer hat keine Möglichkeit professionelle Hilfe aufzusuchen. Wieso ist das so? Akteure des Unterstützungssystems gehen seit längerem dieser Frage nach und sind dabei auf ein interessantes Phänomen gestoßen. Die Dunkelziffer ist in den dörflichen Regionen viel höher als bis lang vermutet. Der ländliche Raum verbirgt scheinbar seine ganz eigenen Gesetzmäßigkeiten. Die Betroffenen unterliegen in den kleineren Ortschaften einer sozialen Kontrolle durch die Nachbarschaft. Jeder kennt jeden und alle wahren den „Dorffrieden“. In diesem Umfeld unbemerkt die Polizei zu rufen, ist kaum möglich, ohne Gerede fürchten zu müssen. Zudem fehlt es in ländlichen Regionen an speziellen Beratungsangeboten, so dass viele Betroffene nicht von Unterstützungsmöglichkeiten wissen.

Akteure jenes Unterstützungssystems möchten dem aktiv entgegenwirken und riefen die Kampagne „Ausbl!ck“ ins Leben. Sie startete Ende letzten Jahres in einzelnen S-Bahnlinien. Ab dem 31. Oktober wird sie in Form von Plakaten in ganz Sachsen- Anhalt, Unterstützungsangebote gegen Gewalt in das Bewusstsein der Öffentlichkeit bringen. Das Landesweite Netzwerk für ein Leben ohne Gewalt wurde im Jahre 2008 von der Landesintervention und -koordination bei häuslicher Gewalt und Stalking (LIKO) initiiert. Dieses Gremium, ein Zusammenschluss von Institutionen, ist aktiv gegen Gewalt im sozialen Nahraum tätig. Es setzt sich aus den Landesarbeitsgemeinschaften der Frauenzentren, der Frauenhäuser, der Interventionsstellen, der Beratungsstellen für Opfer sexueller Gewalt, der Täterberatung, der Fachstelle gegen Frauenhandel und Zwangsverheiratung in Sachsen-Anhalt, dem Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt e.V. sowie der Landesintervention und -koordination bei häuslicher Gewalt und Stalking zusammen. Unterstützt wird das Netzwerk von den kommunalen Gleichstellungsbeauftragten des Landes. LIKO koordiniert, gestaltet und moderiert diese Netzwerkarbeit.
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