Marco Groebe macht sich gegen das Bundesteilhabegesetz stark

Am 28. Juni 2016 nahm das Behindertenbeirat-Mitglied Marco Groebe an einer Protestaktion in Berlin unter dem Motto „NichtmeinGesetz“ teil. Die Aktion richtete sich gegen den vorgelegten Referentenentwurf für das Bundesteilhabegesetz und gipfelte am Tag des Kabinettsbeschlusses in einer symbolischen "Käfig-Aktion" auf dem Washington Platz vor dem Berliner Hauptbahnhof.

Der Protest war notwendig, um den Kabinett deutlich zu machen, dass die Menschen, die es unmittelbar betrifft, nicht mit dem Entwurf einverstanden sind. Grundsätzlich ist das Gesetzt nicht falsch, es ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Allerdings ist es zu kurz und habe in einigen Zügen nichts mit der UN-Behindertenkonvention zu tun, zu der sich Deutschland 2008 bekannt habe.“, so Marco Groebe. Um die Einschränkungen zu visualisieren, die durch das Gesetz unter anderem entstehenden würden, ließen sich etliche Menschen mit und ohne Behinderungen in einen Käfig sperren. Sechs mal Sechs Meter groß ist ungefähr der Platz für eineinhalb Behinderte in einem Wohnheim. Dazu sagt Groebe, „es war sehr beengend“.

Nach der Käfigaktion am Hauptbahnhof kam die Idee zu einer weiteren Protestaktion auf. Als Spontandemonstration bei der Polizei angemeldet, zogen 20 – 30 Aktivisten vom Brandenburger Tor aus durch Berlin Mitte zum Hauptbahnhof zurück. Dabei taten sie lautstark ihre Forderungen in Protestrufen wie z. B. „Nicht Mein Gesetz“, „Wie wir leben, wo wir leben, habt ihr uns nicht vorzugeben“, „Andrea Nahles – zahl' es“ oder „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Rechte klaut“ kund. Ein Gänsehautmoment: Mitten auf der Kreuzung hielt ein Auto, das Fenster öffnete sich und der Fahrer rief mutmachend zu: „Jawohl, kämpft endlich um eure Rechte“. Die Hoffnungen sind nun groß, dass das Papier spätestens im Bundesrat gestoppt wird.
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