"Wir gestalten unsere Stadt - inklusiv und barrierefrei"

von links nach rechts: Armin Schenk (Oberbürgermeister der Stadt Bitterfeld-Wolfen), Sandy Bieneck (Mitglied des BMB und Moderatorin) und Joachim Heinrich (Vorsitzender des BMB) (Foto: Katrin Kuhnt)
  Bitterfeld-Wolfen: Rathaus Bitterfeld-Wolfen |

Am 05. Mai 2017, zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen, lud der Beirat für Menschen mit Behinderungen des Landkreises Anhalt-Bitterfeld (BMB) zu einer Veranstaltung zum Thema "Wir gestalten unsere Stadt - inklusiv und barrierefrei" ins Rathaus Bitterfeld-Wolfen ein.

Nach der Eröffnungsrede von Joachim Heinrich, Vorsitzender des BMB, begrüßte der Oberbürgermeister der Stadt Bitterfeld-Wolfen, Armin Schenk, alle anwesenden Gäste und betonte dabei die Notwendigkeit dieses Tages und dieser Veranstaltung. "Wir wollen heute gemeinsam ein Zeichen setzen. Ein Zeichen für das Miteinander, ein Zeichen für selbstbestimmtes Leben, ein Zeichen für Teilhabe und Gleichstellung", so Armin Schenk. Anschließend übernahm Sandy Bieneck, Mitglied des BMB, die Moderation dieser Veranstaltung. Nach einem Redebeitrag zur Barrierefreiheit in der Stadt Bitterfeld-Wolfen von Stefan Hermann, Geschäftsbereichsleiter Stadtentwicklung und Bauwesen, wurde die Barrierefreiheit aus der Perspektive von zwei Betroffenen betrachtet. Lutz Kircheis, Leiter der Regionalgruppe Blinden- und Sehbehindertenverband und Christoph Kuliberda, Mitglied im Klub für Körperbehinderte, verdeutlichten die vorhandenen Probleme und Hindernisse aus Sicht eines Blinden und eines Rollstuhlfahrers.

Doch Barrierefreiheit ist nur ein Aspekt des Aktionsplanes des Landkreis Anhalt-Bitterfeld, der die UN-Behindertenrechtskonvention für den Landkreis umsetzt. Den Städten und Gemeinden wurde dabei empfohlen, ein solch adäquates Dokument zu erarbeiten. Der BMB empfahl zur Umsetzung dieser Aufgabe eine/n Mitarbeiter/in als Behindertenbeauftragte/n zu berufen. Neben der Stadt Sandersdorf-Brehna folgte nun auch die Gemeinde Muldestausee der Empfehlung. Der Bürgermeister Ferid Giebler berichtete in seinem Beitrag über die Bestrebungen und den aktuellen Stand der Entwicklung. Armin Schenk sprach sich in der darauffolgenden Frage- und Diskussionsrunde aus, solche Bestrebungen auch für die Stadt Bitterfeld-Wolfen zu unterstützen. Zudem wurden viele Fragen beantwortet und persönliche Sichtweisen fanden bei den Amtsträgern Gehör. Alles in allem wurde deutlich, dass in Sachen Gleichstellung von Behinderten bereits viel getan wurde, aber das Ziel noch lange nicht erreicht ist. Alle Anwesenden werden sich weiterhin aktiv und gemeinsam dafür einsetzen, dass es irgendwann normal ist, verschieden zu sein.

Nach der Veranstaltung gab es anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des BMB einen Empfang. Hier bedankte sich Herr Heinrich bei allen anwesenden und ehemaligen Mitgliedern des BMB, sowohl beim Behindertenbeauftragten des Landkreises, Herrn Unbehau, und der ehemaligen Behindertenbeauftragten, Susanne Krepinsky. Der Oberbürgermeister überreichte in seinem anschließenden Grußwort eine Urkunde und bedankte sich für die getane Arbeit. Für die kulturelle Umrahmung sorgten der fantastische Sänger Hagen Meinecke und der überragende Gitarrist Heiko Giese, beide sind Werkstattbeschäftigte der Lebenshilfe gemeinnützigen GmbH in Köthen. Zudem konnte man sich am Info-Stand der NEUBI (Neue Bitterfelder Wohnungs- und Baugesellschaft mbH) über barrierefreies Wohnen informieren. Der Abend klang bei einem Glas Sekt und leckerem Essen aus, für welches der Diakonieverein Bitterfeld-Wolfen sorgte.

"Behinderung ruft nicht nach Mitleid, Behinderte brauchen nicht Überbetreuung und schon gar nicht fürsorgliche Bevormundung. Was ihnen Not tut, ist partnerschaftliche Anerkennung als vollwertige Menschen, Motivation zur Selbständigkeit und Hilfe (nur) dort, wo es anders nicht geht!" - Georg Rimann (Schweizer Journalist)
0
 auf anderen WebseitenSendenMelden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.