Zeitzeugengespräch: Zwangsarbeit – Teil der Industriegeschichte in Bitterfeld-Wolfen

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Bitterfeld-Wolfen: Industrie- und Filmmuseum Wolfen | Während des zweiten Weltkriegs arbeiteten Millionen ausländische Arbeitskräfte, davon ein Drittel Frauen, für geringe Bezahlung oder auch ohne Lohn in fast allen Bereichen der deutschen Wirtschaft. Auch in den Betrieben des Kohlebergbaus und der Chemischen Industrie in und um Bitterfeld-Wolfen kamen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter zum Einsatz.

Eine von ihnen ist die heute in Polen lebende Halina Marszalek. Die ehemalige Zwangsarbeiterin wird vom 12. bis 15. November nach 68 Jahren erstmals wieder in die Stadt Bitterfeld-Wolfen kommen. Begleitet wird sie von ihrem Sohn, Janusz Marszalek, der von 2002 bis 2011 Bürgermeister der Stadt Oswiecim (Auschwitz) war. Janusz Marszalek hat unter anderem die Stiftung „Näher am Menschen” und das „Dr.- Korczak-Kinderdorf” in Rajsko bei Oswiecim mit gegründet.

Die Stadt Bitterfeld-Wolfen hat gemeinsam mit der lokalen Koordination „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ (Träger Jugendclub ´83 e. V.) ein zweitägiges Besuchs- und Gesprächsprogramm erarbeitet, das individuelle Gespräche mit Schülerinnen und Schülern, Besuche von historischen bzw. persönlichen Orten, ein Treffen mit Oberbürgermeisterin Petra Wust nebst Eintrag ins Goldene Buch der Stadt sowie Diskussionen mit Repräsentanten aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft beinhaltet. Das Projekt wird in Kooperation mit der Landeszentrale politische Bildung umgesetzt.

Am 14. November findet, von 11.30 bis 13.00 Uhr, im Filmmuseum Wolfen ein Zeitzeugengespräch mit der Familie Marszalek und Schülerinnen und Schülern unter anderem aus der Sekundarschule Muldenstein statt.

Halina Marszalek, geb. Kurandy (in Zawiercie am 18.07.1923) wurde Juni 1940 nach einer Straßenrazzia in Zawiercie, einem polnischen Ort zwischen Katowice und Częstochowa nach Wolfen deportiert und zur Zwangsarbeit in der AGFA Filmfabrik Wolfen gezwungen.

In Deutschland lernte sie Emil Marszalek, (geb. 18.02.1919) kennen, der als Zwangsarbeiter in der Braunkohlengrube Theodor in Holzweißig arbeiten musste. Im Juli 1944 kam die Tochter Maria zur Welt. Nach der Befreiung wurden sie, wie die meisten befreiten Zwangsarbeiter durch die Amerikaner nach Osnabrück zu einem Zwischenlager gebracht. Im Juni 1946 konnten beide Eheleute mit ihrer Tochter Maria nach Polen zurückkehren. Seit 1946 lebten sie in der Stadt Oswiecim.

Quelle: Pressemeldung der Stadt Bitterfeld-Wolfen
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