"Eine Reise in die Welt der Puppen und Teddybären": Lohnt es sich eigentlich?

Kleines Mädchen mit alter Puppe
Blankenheim: Rosemarie Straub | Die Weihnachtszeit ist angebrochen und hier ein Gedicht, über die Gedanken, die sich der Puppendoktor macht, wenn er einen schwierigen Patienten hat.

Es ist schon einige Jahre her, da kam ein kleines Mädchen mit einem abgeliebten Kuscheltier in unser Geschäft in Halle-Neustadt. Das Kuscheltier war so ramponiert, dass von dem alten Tier nur die Augen wieder verwendet werden konnten, alles andere musste aus anderem Stoff neu genäht werden. Das erklärte ich dem Mädchen.

Das Kind wollte unbedingt, dass ich ihr Tier nachnähe, obwohl mir der Papa erzählte, dass das Mädchen das gleiche Stofftier unbespielt zu Hause hatte. Die Eltern hatten vorsorglich zwei gleiche Kuscheltiere gekauft, aber die Tochter hatte immer nur das eine mit ins Bett genommen.
Das unbespielte Tier wollte das Mädchen nicht, es wollte unbedingt sein Kuscheltier wieder haben - obwohl es doch, wenn es neu genäht ist, überhaupt nicht mehr sein altes Stofftier war.
Ich nähte das Kuscheltier nach, aber mir kamen dabei immer wieder Zweifel, ob es das Mädchen überhaupt annehmen würde. Ich war sehr aufgeregt, als Papa und Tochter in unser Geschäft kamen, um das Kuscheltier abzuholen.
Ich holte das Kuscheltier, die Augen des Kindes leuchteten und es schloss das von mir neu erschaffene Tier in seine Arme. Das ist halt mit Logik nicht zu erklären!

In diesem Sinne wünsche ich eine beschauliche Adventszeit.

Lohnt es sich eigentlich?


Es kommen Kinder mit abgeliebten Dingen,
die soll ich wieder zum Leben bringen.
Das liebste Geschöpf in Kindes Arm,
ein Stoffhund, ein Teddy, ein Ding ohne Namen.
Betrachtet man es genau, es ist nur zu ahnen,
doch es wird geliebt und man will es haben.

Nun beginnt für mich ein schwieriger Akt,
bei dem ich manchmal nicht weiß, ob ich´s pack.
Es wird probiert, genäht und angepasst,
wie habe ich das schon manchmal gehasst.
Alles neu, es werden nur noch die Augen verwendet
und ich weiß oft nicht, wie es endet.

Doch bis jetzt hatte ich immer Geschick,
das Ding entstand neu, welch ein Glück.
Es wurde vom Kinde wieder angenommen,
deshalb ist es ja zum Puppendoktor gekommen.
Kinderaugen strahlen, wenn sie es nehmen in Empfang,
das ist für mich der schönste Dank!


Fortsetzung folgt!

Aus meinem Buch "Eine Reise in die Welt der Puppen und Teddybären"
Geschichten vom Puppen- und Bärendoktor
ISBN: 9783837004700
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