Konzentrationsfähigkeit und Motivation auf natürlichem Wege steigern

Wir sind es gewohnt, uns durch Vermeidungs- und Ablenkungsstrategien von konzentrierter Arbeit abhalten zu lassen. Effizienz und Qualität der Arbeit leiden darunter. Wenn wir es schaffen, gleich zu Beginn der anspruchsvollen Aufgabe in einen „Flow“ zu geraten, macht die Arbeit Spaß und ist effektiv. Ablenkungen werden dann eher unwillig abgelehnt und nicht akzeptiert.

Die Befolgung einiger weniger Grundsätze hilft, den erstrebenswerten Flow-Zustand mit natürlichen Mitteln zu erreichen, ohne zu irgendwelchen Konzentrationspillen oder sonstigen fragwürdigen Substanzen zu greifen. Gleichzeitig sorgen die Maßnahmen dafür, dass die Konzentrationsphase möglichst lange anhält, ohne anschließend einer vollkommenen Erschöpfung zu weichen. Grundsätzlich gilt allerdings, dass ein ausreichender, natürlicher Schlaf eine der besonders wichtigen Voraussetzungen für eine hohe Konzentrationsfähigkeit ist. Natürlicher und gesunder Schlaf bedeutet dabei, dass sich wichtige Schlafphasen wie Tiefschlaf und REM-Phasen mehrmals in der Nacht abwechseln können. Während der REM-Phasen (rapid eye movement), die sich durch schnelle unbewusste Augenbewegungen bei geschlossenen Lidern auszeichnen, bildet sich eine Vielzahl neuer Synapsen im Gehirn. Wir erleben das „Wichtigste vom Tage“ nochmals – meist unbewusst - und speichern es im Langzeitgedächtnis ab.

Die Beachtung folgender Regeln hilft der Konzentrationsfähigkeit, zur Hochform aufzulaufen:

• Ausreichend Wasser oder Tee trinken, weil dadurch die Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff und Nährstoffen optimiert wird
• Leichtverdauliche tryptophanreiche Kost (z. B. Haferflocken) puscht Konzentration und Motivation
• Gingkoextrakt fördert das Konzentrationshormon Acetylcholin
• Störgeräusche und sonstige Ablenkungen vermeiden, um den Flow nicht zu unterbrechen
• Tageslicht am Arbeitsplatz fördert die Bildung des Glücks- und Motivationshormons Serotonin

Was hat Wasser mit Konzentration zu tun?

Wir haben es nahezu verlernt, mit Durstgefühlen auf unseren Flüssigkeitshaushalt zu achten, so dass wir uns meist im Zustand einer leichten Dehydrierung befinden. Das führt dazu, dass das Blut in seinem Fließverhalten leicht beeinträchtigt ist und unser energiehungriges Gehirn in der Konzentrationsphase nicht optimal mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Das beste Mittel, dem zu begegnen, besteht in genügender Zufuhr von Wasser ohne Kohlensäure. Leitungswasser kann unmittelbar Abhilfe schaffen. Wem pures Wasser zu fad vorkommt, kann das Wasser mit Zitronenscheiben, mit Ingwerstücken oder anderen natürlichen Zusätzen deutlich attraktiver machen. Auch mit Tee ohne Zucker und ohne Süßstoff lässt sich der Flüssigkeitshaushalt regulieren. Die Teezubereitung kann gleichzeitig zu einem gewohnten Ritus werden, der die anschließende Konzentrationsphase psychologisch unterstützen kann.

Warum puschen Haferflocken unsere Konzentrationsfähigkeit?

Haferflocken punkten innerhalb der leicht verdaulichen Nahrungsmittel durch einen sehr hohen Gehalt an der essentiellen Aminosäure Tryptophan. Unser Stoffwechsel benötigt Tryptophan zur Synthetisierung des Hormons Serotonin. Das Hormon ist an einer Vielzahl von Stoffwechselprozessen beteiligt. Im Gehirn greift es positiv in die Psyche ein. Es gibt uns einen regelrechten Schub in Richtung Motivation, emotionaler Gelassenheit und „Lebendigkeit“, so dass es auch vielfach als Glückshormon bezeichnet wird. Negative Gefühle wie Angst und Aggression werden dagegen unterdrückt. Es hilft übrigens nichts, Serotonin direkt in Form von Nahrungsergänzung zu verzehren, denn es scheitert an der Blut-Hirn-Schranke. Es wird stattdessen im Gehirn selbst produziert, wenn genügend Tryptophan vorhanden ist.

Welche Zusammenhänge bestehen zwischen Steigerung der Konzentrationsfähigkeit und Ginkgo?

Neben vielen weiteren Inhaltsstoffen mit gesundheitlicher Relevanz, wirken einige Ginkgo-Substanzen hemmend auf das Enzym Acetylcholinesterase, das für den Abbau des Neurotransmitters Acetylcholin sorgt. Acetylcholin wird im Gehirn unter anderem für kognitive Prozesse benötigt. Durch die Hemmung der Acetylcholinesterase, die normalerweise für den zügigen Abbau des Acetylcholins sorgt, kommt es zu einer leicht erhöhten Konzentration des „Gedächtnishormons“ Acetylcholin. Wirkstoffe des Ginkgo-Extraktes unterstützen damit die Erhöhung der Konzentrations- und Lernfähigkeit.Insgesamt handelt es sich rund um Acetylcholin um komplexe Vorgänge, die noch nicht alle hinreichend verstanden sind.

Warum ist Tageslicht am Arbeitsplatz so wichtig?

Zugegeben, gedämpftes Licht am Arbeitsplatz kann durchaus eine wohltuende Wärme und Geborgenheit ausstrahlen. Falls allerdings eine Konzentrationsphase ansteht, wirkt das gedämpfte Licht kontraproduktiv. Die winzige Zirbeldrüse im Gehirn – Herr über den Tag-Nacht-Rhythmus – wird durch die schwache Beleuchtung dazu veranlasst, den Stoffwechsel von Tag auf Nacht einzustellen. Dazu gehört, dass alle Stoffwechselaktivitäten zurückgefahren werden und dass das Serotonin im Gehirn in Melatonin, dem Nachthormon, umgebaut wird. Es macht uns unversehens müde und steht einer Erhöhung der Konzentration entgegen.
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