Dem Waldelefanten auf der Spur …

Der rote Elefant weist den Weg nach Pfännerhall
 
Das Gebäude der Zentralwerkstatt Pfännerhall in Braunsbedra
Braunsbedra: Pfännerhall | Entdeckungen in unserer Heimat - Fundort Pfännerhall

Im April 2013 berichteten die Medien über den Umzug des Eurasischen Altelefanten aus dem Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (Saale) in das Gebäude der ehemaligen Zentralwerkstatt Pfännerhall Braunsbedra. Das Tier sollte Mittelpunkt einer neuen Ausstellung über den Fundort Geiseltal werden. Im Mai 2015 war es dann soweit – die neue Fossiliendauerausstellung konnte eröffnet werden.
Schon von weitem macht heute die Plastik eines sechs Meter hohen roten Elefanten, geschaffen von Moritz Götze, auf das Terrain aufmerksam.

In dem 1923-1928 errichteten Gebäude wurden Maschinen und Anlagen der Brikettfabrik Braunsbedra sowie des in unmittelbarer Nähe gelegenen Braunkohletagebaus repariert. Mit der Einstellung des Tagebaubetriebs im Jahre 1993 waren auch die Tage des Gebäudekomplexes gezählt. Dank dem Engagement von Prof. Dr. Peter Luckner, von 1985 bis 2007 Hochschullehrer an der Kunsthochschule Giebichenstein, konnte der Abriss verhindert und das Gebäude einer neuen Nutzung zugeführt werden. Heute dient das Industriedenkmal dem 1997 gegründeten Förderverein „Zentrum für Zukunftstechnologie und Design Zentralwerkstatt PFÄNNERHALL Geiseltal“ e.V. nicht nur als Ausstellungshalle, sondern beherbergt auch Tagungs-und Seminarräume. Ein geschmackvoll eingerichtetes Museums-Café lädt zur Entspannung und Stärkung bei Snacks, einem Pfännerhall-Kaffee und Kuchen ein. Hier können auch Familienfeiern durchgeführt werden.

Die Ausstellung umfasst derzeit drei Räume.
Im Raum 1 gibt es eine kleine Einführung in die Bergbaukunde: Bergbaugebiete, wie Ober-und Unterharz, Merseburg und Halle, werden vorgestellt. Ausgewählte Knochen von Pferd, Hirsch, Steppenwisent und Wollhaarnashorn verweisen auf die zahlreichen in den Braunkohletagebauen gemachten Funde. Weitere Ausstellungsstücke, wie das Modell eines Schaufelradbaggers, Werkzeuge der Bergleute sowie eine Bergmannsuniform erinnern an die wechselvolle Vergangenheit des Geiseltalgebietes.

Der zweite Raum zeigt unter dem Motto „Mensch macht Landschaft“ zahlreiche historische Landkarten sowie Luftbilder und Fotos, die die Entwicklung des Gebietes seit 1754 dokumentieren. Besonders die Fotografien, die seit dem Beginn der Flutung im Jahre 2003 gemacht wurden, verdeutlichen, wie der Mensch aus einer Mondlandschaft eine Seenlandschaft formte.

In der Nordhalle befindet sich der imposante Waldelefant. Mit einer beeindruckenden Schulterhöhe von 4 Metern überragt er unsere heutigen Elefanten weit. Er wird gedreht, sodass man ihn hinter den Glasscheiben in allen Positionen bestaunen kann. Gefunden im Jahre 1994 im Tagebau Neumark-Nord, hatten Forscher um Prof. Dr. Dietrich Mania die Knochen geborgen. Nach der Rekonstruktion war der Riese ab 2010 im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle zu sehen. Seit Mai 2015 steht er nun hier als Dauerleihgabe des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle – nur etwa zwei Kilometer vom Fundort entfernt.

Der Besucher bekommt in diesem Raum zahlreiche Informationen über die Tier-und Pflanzenwelt –und natürlich das Leben der Urmenschen- vor 200 000 Jahren im Geiseltalgebiet. Andere ausgestellte Fossilien, wie das Urpferd und das Leistenkrokodil, sind den Hallensern aus dem alten Geiseltalmuseum, das zwischen 1934 und 2011 in der Neuen Residenz untergebracht war, ein Begriff.

Immerhin waren im Geiseltal u.a. 1350 Elefanten-Knochen gefunden worden, die die Wissenschaftler 70 Exemplaren zuordnen konnten (Neumark-Nord). Insgesamt konnten im Geiseltal Überreste von 125 Wirbeltierarten identifiziert werden – was das Geiseltalgebiet zu einem herausragenden Fundplatz europa-und weltweit macht. Viele Funde waren im alten Geiseltalmuseum in Halle (Saale) zu sehen. Es ist zu hoffen, dass es in den nächsten Jahren eine moderne Fortführung dieser Ausstellung auch in der Saalestadt wieder geben wird.

Zwischen den Ausstellungsräumen verweisen geschickt eingebaute technische Einrichtungen, Beschriftungen oder Bilder auf die ursprüngliche Nutzung des Gebäudes.

Ein Besuch des Ausstellungsgeländes in der ehemaligen Zentralwerkstatt Pfännerhall (Grubenweg 4, 06243 Braunsbedra) ist also sehens- und lohnenswert.

Schulklassen haben die Möglichkeit, sich für die Teilnahme an Projekten anzumelden.

Im Internet finden sich die aktuellen Informationen unter:
www.besucherzentrum-geiseltal.de
www.pfaennerhall-cafe.de
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Zeitung | Erschienen am 22.02.2016
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3 Kommentare
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Peter Pannicke aus Wittenberg | 15.02.2016 | 20:53   Melden
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Christine Schwarzer aus Dessau-Roßlau | 16.02.2016 | 18:54   Melden
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Yvonne Rollert aus Halle (Saale) | 18.02.2016 | 10:25   Melden
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