Herr Bannert nach abwertender Tourismusäußerung mit einem Fragezeichen versehen!

Die Äußerung beim MZ-Wahlduell von Seiten Herrn Bannert, noch Landrat und erneuter Bewerber um das Amt, dass er den Tourismus nicht als wirtschaftspolitisch bedeutend halte, auf eine Publikumsfrage zur Zukunft der Tourismus-Vermarktung im Saalekreis, hat eine Welle der Entrüstung bei Touristikern, Gastronomen, Hoteliers, Kulturschaffenden und vielen Bürgern hervorgerufen.

Als zweitstärkste Wirtschaftskraft im Saalekreis sieht sich der Personenkreis der dahinter steht mit dieser Äußerung eindeutig diskriminiert! Es stellt sich nun allgemein die Frage ob Herr Bannert als Landratskandidat überhaupt noch für diese Aufgabe tragbar ist, ob er die Situation im Landkreis überhaupt noch erfassen kann? Da ist ihm wohl ein folgenschwerer Patzer unterlaufen!

Die Äußerung des noch Landrats würde ja auch beinhalten, dass die von 1991 bis 2011 investierten Fördermittel (Steuergelder) von 44 Millionen Euro in den Sand gesetzt wurden, was er auch dann mitverantworten müsste. Denn für die Tourismusförderung im Saalekreis wurden im Zeitraum 1991 bis 2011 der gewerblichen Wirtschaft für 42 Vorhaben mehr als 23 Mio. Euro Zuschüsse bewilligt. In die touristische Infrastruktur flossen für 61 Vorhaben mehr als 19 Mio. Euro Zuschüsse. Diese Summe und Vielzahl von Förderprojekten, obwohl er als Landrat den Tourismus als wirtschaftspolitisch nicht bedeutend betrachtet?

Egal welcher Landrat die nächsten 7 Jahre den Chefsessel besetzt, wird scheitern, wenn er den neuen hohen Stellenwert des Tourismus für die Region nicht erkennt. Hierbei geht es nicht vordergründig darum neue Fördermittel zu regenerieren, sondern den Boden für Ideen zu schaffen die aus der Region heraus mit eigener Kraft erwachsen und eine Vielzahl verschiedener Arbeitsplätze zu Folge haben. Denn nicht jeder unserer Bewohner wird einen Hochtechnikarbeitsplatz ausfüllen, von denen immer geredet wird. Der Tourismus bietet ein breit gefächertes Jobangebot, für eine breite Bevölkerungsstruktur! Eine Reduzierung des Harz4 Bereiches der dringend ansteht, ist nach Erfahrungen aus anderen Regionen mit Tourismus möglich.

Andere Regionen haben vorgemacht welches Potential im Tourismus für eine positive wirtschaftliche Entwicklung steht. Zum Beispiel der Harz mit seiner Harz-Card, die Touristen im Landkreis Harz es erlaubt, die Busse des öffentlichen Personennahverkehrs kostenlos zu nutzen. Finanziert wird dies über Kurtaxen und Zuschüsse von Übernachtungsbetrieben. Hierdurch lassen immer mehr Touristen ihr Auto stehen, Linien die wegen Unwirtschaftlichkeit vor der Schließung standen werden weiter betrieben, geschlossene wieder eingeführt und der Tackt auf vielen Strecken verkürzt, was gezielt auch den Pendlern, den Einheimischen zu gute kommt. Auch wir könnten über den Tourismus einiges verkehrstechnisch verbessern.

Ein tolles Beispiel ist auch die weitestgehend rein ländliche Region Hohenlohne, die sich über die Ländliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall zu einer hochwertigen Tourismusregion entwickelt hat, die zu einem Großteil von Regionalprodukten lebt. Man sieht dort, Landwirtschaft geht auch anders und erfolgreich! Kleinbauernbetriebe haben dort wieder eine wirkliche Chance erhalten.

So gibt es viele positive Beispiele von denen man lernen könnte, bloß gestartet werden muss endlich damit! Es können nicht nochmal 7 Jahre bis zur nächsten Wahl vergehen, bis sich dann evtl. etwas am Erkennen der hohen wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus für die Region, sich auch auf dem Landratschefsessel durch- und festsetzt. Auch Herr Bannert hat die Möglichkeit zum Umdenken, ergreift er diese nicht, wird dies sein evtl. Chef, der Kreistag, dies ihm vorgeben müssen. Denn die meisten Parteien haben den hohen wirtschaftlichen und sozialpolitischen Stellenwert des Tourismus erkannt, so zumindest in ihren Programmen zur Kommunalwahl zu lesen.

Und noch einmal ganz deutlich, eine effektive Umsetzung und Etablierung des Tourismus in unserer Region muss nicht immer nur Unmengen Kosten verursachen, es geht vieles auch ganz anders, wirtschaftlicher. Wichtig ist endlich die Einbindung und Information der Bevölkerung! Dann die Möglichkeit der Umsetzung von vielen kleinen Tourismusprojekten, die schnell einen Service für unsere Gäste bringen, nicht immer nur das Auge auf Großprojekte gerichtet, die zulange dauern bis sie sichtbar werden. Vieles würde die Behörden kein Geld kosten aber eine enorme wirtschaftliche Auswirkung haben, wie z.B. die schon lange überfällige Vergabe von gewerblichen Fischereirechten, damit die Gastronomie ihren Fangfrischen Fisch bekommt.
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