Obsoleszenz

läuft mir inzwischen regelmäßig ungewollt über den Weg. Ich finde es zum Kotzen, dass Geräte wenige Tage nach ihrer Garantie defekt, fehlerhaft und scheinbar irreparabel - mit anderen Worten - Schrott sind.

Inzwischen gibt es genug findige Tüftler, die im Netz beschreiben, wie sie diverse Fehlermeldungen bei Druckern umgehen und welche Software installiert werden muss, damit das kaputte Gerät wieder zum Leben erwacht. Ersatzweise gibt es Tipps, wie mit den neuen Geräten über Umwege Geld gespart, bzw die Umwelt geschont werden kann.

Ich könnte allerdings wetten, dass die jeweiligen Firmen schon in ihren Kämmerlein sitzen, um auch diese Reparaturmöglichkeiten auszuhebeln. Selbstverständlich muss der Mythos des unendlichen Wachstums mit Gewalt aufrecht erhalten werden! Schon der bodenständige Bauer wusste vor Jahrzehnten, dass unendlicher Wachstum nicht möglich ist. Kartoffeln, Getreide und Gemüse konnte nicht von Nachbars Garten geerntet werden, spätestens an dessen Grenze war Schluss mit sähen, ernten und verkaufen.

Warum rege ich mich eigentlich auf? Weil mein Sohn heute (natürlich, wenn alle Geschäfte zu sind!) grinsend ins Esszimmer kam. So weit, so gut, wir ahnten nichts Böses am Frühstückstisch, schließlich war unser Jüngster im Bad, da kann man nicht so viel falsch machen. Denkste! Mit einem kleinen schuldbewussten Lächeln hielt er die ausziehbare Brause vom Waschbecken in der Hand. Eine saubere Bruchstelle direkt hinter dem Brauskopf bewies eindrücklich; irreparabel! Zu erwähnen hierbei sei, dass das gute Stücke gerade zweieinhalb Jahre seinen Dienst tut. Wie es passiert war? Mein Sohn wollte die Duschfunktion am Brauskopf einstellen, ein leichter Druck reichte aus, um das gute Stück abbrechen zu lassen. Jetzt meinen Sohn zur Rechenschaft zu ziehen, wäre denkbar verkehrt; der Hersteller gehört hier zur Verantwortung gezogen. Ach ups, fast vergessen, der übernimmt ja keine Verantwortung, geschweige denn, dass er für Ersatz sorgt, schließlich ist das Teil ja ausserhalb der Garantie kaputt gegagen, und somit kann er für nichts..

Da ist doch glatt die Überlegung erlaubt, sämtliche gekauften Geräte die ersten zwei Jahre über Gebühr zu beanspruchen, damit sie innerhalb der Garantie den Geist aufgeben. So bekommt man wenigstes ein neues Gerät bzw hat Anspruch auf Reparatur. Hat bei mir übrigens schon bei einigen Geräten ohne Probleme funktioniert. Am meisten rege ich mich über Geräte auf, die überhaupt nicht halten können, was sie versprechen. Da gibt es doch diese tollen Döner-Grills die angeblich zweieinhalb Kilo Fleisch drehen können. Ausprobiert und gelacht. Direkt nach dem ersten Gyros (schmecken tat es, keine Frage) drehte sich der Spieß nicht mehr. Hätte das Teil nun einschicken können. Doch das Ganze war mir so suspekt, dass ich den Grill aufschraubte, Garantie war mir egal!

Und siehe da, die Rutschkupplung war so ausgelegt, dass der Stab sich gar nicht drehen konnte, bei so viel Gewicht. Also wurde die Kupplung ganz simpel mit einer Spitzzange ein wenig gequetscht, sodass der Stab ein Gegengewicht hatte. Und siehe da, nun konnte der Gyrosgrill ohne Probleme über mehrere Jahre zweieinhalb Kilo Fleisch in bester Qualität "produzieren"
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Bernd Müller aus Halle (Saale) | 25.12.2013 | 14:44   Melden
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