Im Land der tausend Gräben

Ohre bei Kämkerhorst
 
Übersicht: Hellgrün der gesamte Drömling; dunkelgrün der Naturpark
Calvörde: Informationshaus Drömling in Kämkerhorst | Start- und Endpunkt unserer erstmaligen Altmark-Rundkreise.
siehe auch (* **)

Naturpark Drömling? Sollte man den kennen??

– Als Naturliebhaber unbedingt!!
Dann muss er also etwas Besonderes sein. Das fängt schon beim Namen an. Der Name geht auf den Begriff „Locus Thrimining“ zurück und bedeutet „Schwankende Örtlichkeit“. Seit 1520 wird erst die heutige Bezeichnung Drömling verwendet.
Und wieso schwankt das dort? Weil es ein unzugängliches Niedermoorgebiet mit unzugänglichem Sumpfwald ist. Das heißt, es war unzugänglich. Ab 1786 wurde mit der Urbarmachung begonnen, es wurden unzählige Gräben und Kanäle angelegt. Heute gibt es ein System mit 200 Stauanlagen, mit dem die Wasserstände an bestimmten Stellen zu bestimmten Zeiten reguliert werden können. Auch Vernässungszonen sind dabei vorgesehen. Der Drömling ist ein Naturparadies, in dem es zu jeder Jahreszeit spannend ist.

Als unerfahrene Drömlings-Wanderer haben wir am Informationshaus der Naturparkverwaltung (einer ehemaligen Grabenmeisterei) in Kämkerhorst an der Ohre, Station gemacht.
Hier holten wir uns im letzten Herbst schon erste Anregungen für künftige Erkundungen Die umfangreichen Außenanlagen sind ein Erlebnisparadies, in dem man schon mal drömlingstypische Landschaftsbestandteile kennen lernen kann. Und dann kann es losgehen. Zu Fuß oder mit dem ausgeliehenen Rad und vielen Tipps, die die Natur-Ranger den Besuchern gerne geben. Zur Auswahl stehen viele Wege durch den Naturpark.
Für einen ersten, kurzen Genuss bietet sich ein Spaziergang zur künstlich angelegten (und regulierbaren) Flachwasserzone am Mittelland-Kanal bei Pieplockenburg an. Hier kann man viele Wasservögel beobachten. Wer ein Fernglas dabei hat, ist gut beraten. Besonders im Herbst erlebt man hier (und an anderen Plätzen) ein unvergleichliches Schauspiel, da der Drömling sich zu einem bedeutenden Rastplatz für Zugvögel in Mitteleuropa entwickelt hat. Störche, Seeadler, Wachtelkönig oder Schilfrohrsänger sind hier (wieder) heimisch.

Wir wählten (unbeabsichtigt – weil nach falschem Wanderprospekt orientiert!) die längere Tour

„Von der Eiszeit bis heute“

.
Sie führte uns zunächst am Mittellandkanal entlang. Der schnurgerade Weg entlang des Kanals verwöhnte uns mit unzähligen farbenprächtigen Sommerblumen, ein Genuss fürs Auge. Wir wanderten dann über eine Kanalbrücke, dort erwartete uns ein weiter Blick über die Landschaft, oft konnte man sanfte Hügel, Relikte der letzten Eiszeit, ausmachen. Weiter ging es entlang von Wiesen und Feldern. Ein besonderes Erlebnis war für uns die Attacke eines wesentlich kleineren Falken gegen einen Fischadler. Immer wieder griff der Falke den Adler an, der ihn dann regelmäßig mit einem Flügelschlag wegdrückte. Wir schauten fasziniert zu, bis wir nur noch kleine Punkte am Himmel ausmachen konnten. Doch ein schönes scharfes Foto wollte nicht gelingen.
Erst hier, am südlichsten Zipfel des Naturparkes, bemerkten wir unseren Routen-Irrtum, für eine Korrektur war es damit zu spät, Augen zu und weiter. So wurde es statt 8 km Spaziergang eine Rundwanderung von mindestens 16 km – wunderschön, doch zu Fuß etwas anstrengend.

Besonders der letzte Abschnitt unserer Wanderung (die Flachwasserzone linkerhand liegend lassend) entlang der Ohre war dann außerordentlich reizvoll und belohnte uns mit sehr idyllischen Ansichten.
Noch nie habe ich Biberburgen so hoch oben auf den Dämmen (also nicht unmittelbar am oder im Wasser) gesehen – da müssen die Biber aber lange Tunnel von der Ohre aus zu ihrer Burg gegraben haben, denn der Eingang liegt immer unter Wasser!
Am Deutschen Eck, einer markanten Stelle am Zusammenfluss von Ohre und Friedrichskanal, gönnten wir uns unter imposanten alten Bäumen eine letzte Rast.

Am Abreisetag machten wir dann doch noch einen kurzen Abstecher zur Flachwasserzone.
Vor allem von der Beobachtungshütte auf dem Wall am Kanal konnten wir viele Wasservögel ausmachen.
Da es im Drömling noch so viel zu entdecken gibt, müssen wir unbedingt wiederkommen, aber wann?.
Der Drömling hat sich nämlich zu einem bedeutenden Rastplatz für Zugvögel in Mitteleuropa entwickelt. Bis Ende September treffen rund 10.000 nordische Gänse ein, im Oktober kommen Kraniche und Singschwäne hinzu.
Längst sind die Vogelbeobachtungen im Oktober und November touristische Attraktionen.
(*) http://www.mz-buergerreporter.de/sandersdorf-brehn...
(**) http://www.mz-buergerreporter.de/osterburg-altmark...
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Lothar Wobst aus Bitterfeld-Wolfen | 25.08.2015 | 13:12   Melden
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 25.08.2015 | 13:25   Melden
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Siegfried Behrens aus Halberstadt | 25.08.2015 | 15:05   Melden
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Willgard Krause aus Wittenberg | 25.08.2015 | 20:59   Melden
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Katrin Koch aus Friedersdorf | 03.09.2015 | 22:25   Melden
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