"Kaspertheater" in Brüssel?

Brita Hagi Hasan (Quelle: Fokus)
Als die Kanzlerin am Donnerstag in Brüssel eintraf, war ihr wohl noch nicht ganz klar, was auf sie zukommen würde. Die Tragödie von Aleppo erwähnte sie mit keinem Wort, als sie die wichtigen Themen des Gipfels aufsagte: Migration, Verteidigung, Brexit.
Doch dann kam, unerwartet, der Bürgermeister von Ost-Aleppo. Am Ende des Tages, knappe zwölf Stunden später, sagt Angela Merkel zur Lage in Syrien, dies sei etwas "zum Schämen, was das Herz bricht." Brita Hagi Hasan, so heißt der Mann aus dem zerstörten Osten der Stadt, hatte die 28 Staats- und Regierungschefs mit seinem Bericht erschüttert. (Fokus am 16.12.16)

Auch in der Tagesschau waren entsprechende Nachrichten zu hören und Brita Hagi Hasan, der Bürgermeister von Ost-Aleppo, zu sehen.

Aber den etwas überraschenden Begriff "Kaspertheater" in diesem Zusammenhang und manches andere zu Aleppo, was weniger bekannt ist, ist mal wieder auf der NachDenkseitne * zu finden, die den Begriff gebraucht und auf andere Fakten aufmerksam macht.

Brüsseler Kasperltheater – die Staatsführer Europas zaubern einen Bürgermeister aus dem Hut. Von den NachDenkSeiten stattdessen Links auf verschiedene Quellen.

Da war gestern plötzlich ein Bürgermeister aus Ost-Aleppo persönlich gegenwärtig auf der Jahresabschlusskonferenz der Regierungschefs und Präsidenten Europas. Wir wissen wenig über ihn. Aber unsere famosen Medien, die EU und die Bundeskanzlerin spielen seinen Auftritt hoch.

In den Hinweisen sind wir heute schon auf diesen Zeugen des Geschehens eingegangen. – Wir sehen die Aufgabe der NachDenkSeiten darin, Ihnen differenziertes Informationsmaterial zu bieten. Deshalb hier eine Zusammenstellung von Links zu interessanten Texten. Jens Berger und Albrecht Müller.

„Der Bürgermeister von Ost-Aleppo“ sagt nicht die Wahrheit.
Er durfte trotzdem gestern auf dem EU-Gipfel sprechen. Hier erklärt er in einem arte-Interview, dass es in Aleppo gar keine al-Kaida geben würde. Alles nur ehrenwerte Freie Syrische Armee dort: Seltsam, dass der Top-UN-Diplomat Staffan de Mistura gerade vor kurzem noch angeboten hatte, die al-Kaida-Kämpfer persönlich aus Aleppo herauszubegleiten.

Anmerkung Albrecht Müller: Das arte-Interview ist wie eine Kette von !!!!! zu dem gestrigen Beitrag über den Zustand unserer Medien: ein stichwortgegebender und beflissener Interviewer, kein Deut von kritischem Verstand, keine kritische Nachfrage. wenn man bedenkt, wie arte einmal gestartet ist, mit welchem hohen journalistischen Anspruch! Auch diese Entwicklung ein Trauerspiel.


* http://www.nachdenkseiten.de/?p=36304#more-36304 (Quelle)
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4 Kommentare
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Monika Habermann aus Halle (Saale) | 17.12.2016 | 13:07   Melden
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Gisela Ewe aus Aschersleben | 17.12.2016 | 19:39   Melden
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Ralf Springer aus Aschersleben | 17.12.2016 | 20:47   Melden
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Christine Schwarzer aus Dessau-Roßlau | 18.12.2016 | 08:03   Melden
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