Aarne Toivanen

Aarne Toivanen, 80
 
Aarne und Marja Liisa (stehend) Toivanen am 23.7.2016 (Empfang anlässlich des 80. Geburtstags)
Vaanta (Finnland): Myyrmäki | zum 25. Juli 2016

Lieber Aarne,
liebe Marja Liisa mit Kindern und Enkelkindern,
sehr geehrte Damen und Herren,

als Aarne am 24. April 1960, in einer Delegation finnischer Theologiestudenten aus Wittenberg kommend, auch Halle an der Saale besuchte, saßen wir beide beim gemeinsamen Miittagessen nebeneinander. Anschließend sahen wir uns in der alten Stadt einiges an. So begann unsere Bekanntschaft, aus der bald eine ungewöhnlich lange Freundschaft wurde.
Am 25. Juli 1961, Aarnes 25. Geburtstag, vor 55 Jahren also, war ich per Zug und Schiff unterwegs zu ihm nach Alloluosta in Mittelfinnland. Und heute bin ich wieder in Finnland, um meinem Freund persönlich zum 80. Geburtstag zu gratulieren.
Leider kann ich das nur auf Deutsch. Aber drei finnische Wörter haben in unseren langen und guten Beziehungen eine besondere Rolle gespielt, die ich deshalb nicht mehr vergessen werde: TERVETULOA, NÄKEMIIN und KIITOS (Willkommen, Auf Wiedersehen und Danke).

Warum?

Unsere Bekanntschaft währte noch kein Jahr, als ich von Aarne zum Besuch ins Haus seiner Familie eingeladen wurde: Ulrich, tervetuloa in Alaluosta. Und ich blieb gleich sechs Wochen.
Erstaunlich genug war, dass ich als DDR-Student kurz vor dem Bau der Berliner Mauer überhaupt die Erlaubnis zur Finnlandreise bekam.
Ich lernte nicht nur Aarnes Heimat und Familie kennen, sondern auch Paavo Ruotsalainen, nahm eine Woche lang an einer Tagung des Christlichen Studentenbundes in Lohja teil und war vor Ende meiner Reise mit Aarne noch einige Tage in Helsinki, u.a. zu einem gemeinsamen Theaterbesuch.
Anfang September 1961 kehrte ich nach vielen besonderen Erlebnissen in die DDR zurück, mehr als dankbar für so ein großes Geschenk der Familie Toivanen.
In Halle wartete meine spätere Frau Brunhilde auf mich, die übrigens in der Studentengemeinde das erwähnte Mittagessen gekocht hatte und auch dabei war, als uns die finnischen Besucher auf dem halleschen Bahnhof "Auf Wiedersehen" sagten. Oder sagten sie näkemiin?

Nach meinem ersten Finnlandbesuch 1961 dauerte es wegen der politischen Verhältnisse in Ostdeutschland leider bis 1990, also fast 30 Jahre, bis ich nach der Wende in der DDR Finnland und Aarne mit Familie das nächste Mal besuchen konnte.
Und diesmal war Brunhilde dabei, ebenso willkommen in Aarnes Familie wie ich.
Zum Glück nutzten Aarne und ich in der Zwischenzeit verschiedene Möglichkeiten, uns in Berlin zu treffen, wenn er dort zu tun hatte, und jedes Mal unternahmen wir etwas Gemeinsames, beispielsweise Museumsbesuche.
Einmal kam die ganze Familie T. in ihrem Auto sogar bei uns in Wolfen vorbei, wo sie allerdings nicht übernachten durften.
Als Brunhilde und ich 1997 eine Busreise von Rostock zum Nordkap und zurück unternahmen, nutzten wir unseren Aufenthalt in Helsinki zum nächsten Wiedersehen mit Aarne und Marja Liisa.
Dann folgten weitere gegenseitige Besuche in Finnland und Deutschland, zum Beispiel vor zehn Jahren zu Aarnes 70. Geburtstag.
Zu viert waren wir in Savonlinna und erlebten gemeinsam eine Tannhäuseraufführung in finnischer Umgebung.
In Leipzig besuchten wir eine Aufführung des Weihnachtsoratorium in der Thomaskirche, in Wittenberg das Lutherhaus und die gemeinsamen Bekannten, Familie Forsberg. Silja Lauha hatte ich nämlich schon 1961 in lohja kennen gelernt. Zu der Eröffnung meiner Ausstellung mit Fotos aus dem Land der Weihnachtsmannes in Wolfen waren Aarne und Marja Liisa extra angereist.
Aarne und ich waren auch nochmal gemeinsam in Alaluosta und auf den Kolihöhen. Auch das Sommerhaus in Loppi haben Brunhilde und ich natürlich kennen gelernt.
Viermal waren wirin Estland, einmal sogar mit Marja Liisa und Brunhilde.
Vor fünf Jahren waren A. und ich im Heiligen Land und besuchten u.a. Bischof Mouni Younan, für A. ein Wiedersehen, und einen Adventsgottesdienst in der deutschen Erlöserkirche in Jerusalem.
Auch unsere Kinder waren in Finnland willkommen. Michael mit Familie haben von so einer Einladung einmal Gebrauch gemacht.

Natürlich gab es von Anfang an und bis heute mehr oder weniger regelmäßige Korrespondenz zwischen uns und ab und zu auch ein Telefonat, um immer wieder am Leben des Anderen in Freude und Leid teilzunehmen.
Manchmal hätten Brunhilde und ich uns einen etwas längeren Besuch unserer Freunde bei und gewünscht. -
Leider konnte Brunhilde Aarbes Einladung zu diesem Empfang nicht befolgen.
Aber unsere Enkelin fragte an, ob sie nicht ihren Opa begleiten dürfe. Und hier ist sie, zum zweiten Mal in Vantaa, da sie prompt Toivanens Willkommen erhielt!

Eins der drei finnischen Wörter ist noch immer viel zu kurz gekommen: Kiitos. Zuletzt deshalb, aber besonders herzlich Aarne und seiner Familie jetzt noch einmal unser Kiitos für die Jahrzehnte währende Feundschaft, seit 55 Jahren und solange wir leben!
Kiitoksia paljon, Aarne und Marja Liisa!
Näkemiin!

(23.7.2016)
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5 Kommentare
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 27.07.2016 | 07:43   Melden
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Lothar Wobst aus Bitterfeld-Wolfen | 27.07.2016 | 09:29   Melden
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Ralf Springer aus Aschersleben | 27.07.2016 | 12:18   Melden
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marlit dörfler aus Halle (Saale) | 27.07.2016 | 20:25   Melden
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Ulrich Kruggel aus Dessau-Roßlau | 28.07.2016 | 04:36   Melden
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